Hallo liebe Fußball-Freunde,

nach dem Wechsel von Stefan Kuntz zur türkischen Nationalmannschaft, bricht bei der deutschen U21-Nationalmannschaft nun also ein neues Trainer-Zeitalter an – Antonio Di Salvo ist neuer Chefcoach und soll die DFB-Junioren zur U21-EM 2023 in Rumänien und Georgien führen.

Ich bin vor der Entscheidung für Di Salvo auch oft nach meiner Meinung gefragt worden, wer beim DFB auf Kuntz folgen könnte und wäre dabei zunächst nicht zwingend auf Kuntz' ehemaligen Co-Trainer gekommen. Ich habe bei einer möglichen internen Lösung immer mal wieder an Hannes Wolf gedacht, aber manchmal sieht man eben den Wald vor lauter Bäumen nicht und häufig sind die vermeintlich einfachsten Ideen ja auch die besten. So wie jetzt eben hoffentlich bei Di Salvo. Ich wünsche es ihm jedenfalls.

Mit Di Salvo den erfolgreichen Weg fortsetzen

Aus meiner Sicht macht dieser Schritt, Di Salvo zum Cheftrainer zu machen, auch durchaus Sinn. Denn so geht man beim DFB den erfolgreichen Weg der vergangenen Jahre weiter und nutzt die entwickelten Strukturen. Zumal der Fußball unter Kuntz ja auch und vor allem aus der Feder seiner beiden Co-Trainer Di Salvo und Daniel Niedzkowski stammte – und genau das kann und soll nun fortgesetzt werden.

Kuntz kann als Cheftrainer natürlich nicht Eins-zu-eins ersetzt werden, aber die Lücke, die er hinterlassen hat, wurde mit Hermann Gerland als zukünftigem Assistenten von Di Salvo aus meiner Sicht überragend geschlossen. Diese Personalie halte ich für eine super Lösung und eine geile Verpflichtung.

Ein wunderbares, neues Trainerteam

Zumal Di Salvo, Niedzkowsi und Gerland ein wunderbares Trainerteam bilden – jeder kann hier seine Stärken einbringen. Di Salvo als Kenner dieses Jahrgangs, Niedzkowski als der "Mann fürs Digitale" und Gerland als jemand, der für die "alten Tugenden" im Fußball steht.

Gerland ist jemand, der im Fußball schon alles gesehen hat und dem niemand mehr etwas vormacht. Er wird den Talenten mit seiner etwas altmodischen Art und Weise – was ich durchweg positiv meine – richtig guttun. Denn dieses System macht immer mehr junge Menschen immer schneller satt und zufrieden. Nicht wenige bilden sich schon etwas darauf ein, wenn sie U19-Bundesliga spielen. Damit wird sich ein Hermann Gerland nicht zufrieden geben.

Gerland macht man nichts vor

Die U21 ist für mich immer noch eine Ausbildungsmannschaft und wenn Gerland sich dort vor seine Spieler stellt und ihnen klar sagt, dass sie weiter hart an sich arbeiten müssen, weil sie noch nichts erreicht haben, dann werden sie keine Gegenargumente finden. Denn genau das hat er schon zu heutigen Top-Stars wie Thomas Müller oder Mats Hummels gesagt. Und jeder kann sehen, wo sie heute stehen und was sie schon alles erreicht haben. Gerland ist einfach glaubhaft, seriös und ich bin mir auch sicher, dass die Jungs in der U21 das sehr schnell zu schätzen wissen.

Gerland verkörpert ähnlich wie Peter Herrmann, der ehemalige Co-Trainer von Jupp Heynckes beim FC Bayern und bei Bayer Leverkusen, das "gute Alte", was es aus meiner Sicht in dieser aktuell sehr schnelllebigen Zeit auch braucht. Sie vermitteln die Grundtugenden des Fußballs. Es reicht einfach nicht, alles so ein bisschen nebenbei zu machen und sich selbst über die sozialen Medien zu promoten.

"Tiger" als große Hilfe für Di Salvo

Der "Tiger" wird Di Salvo also definitiv eine große Hilfe in der Arbeit mit der Mannschaft und all den Talenten bei der deutschen U21 sein. Übrigens sollte man jetzt nicht den Fehler machen, den neuen U21-Chefcoach mit Kuntz zu vergleichen. Di Salvo ist ein eigenständiger Mensch und er muss jetzt selbst seine authentische Rolle finden – dann glauben und folgen ihm die Spieler auch.

Sein Vorteil ist, dass er die Jungs schon fast alle kennt und sie umgekehrt auch wissen, was Di Salvo fußballerisch von ihnen erwartet.

Ich freue mich jedenfalls auf die ersten beiden Spiele unter Di Salvos Leitung gegen Israel (Do., ab 17:45 Uhr live auf ProSieben MAXX und ran.de) und in Ungarn (Di., 12. Okt., ab 17 Uhr live auf ProSieben MAXX und ran.de) und hoffe, dass wir uns dann alle vor dem TV wiedersehen.

Bis dahin,

Euer Rene

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