Lukas Nmecha (m.) dreht bei RSC Anderlecht richtig auf. - Bildquelle: imago images/BelgaLukas Nmecha (m.) dreht bei RSC Anderlecht richtig auf. © imago images/Belga

Anderlecht/München - U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz verfolgt aktuell sicherlich gerne die Spiele des RSC Anderlecht in der belgischen Jupiler League.

Grund dafür: Lukas Nmecha. Der 21 Jahre alte deutsche U21-Nationalspieler ist derzeit von Manchester City an den RSC Anderlecht verliehen. Dort schnürte er am Freitag einen Doppelpack gegen KV Kortrijk und war somit maßgeblich beteiligt am 3:1-Erfolg seines Teams. Es waren bereits die Treffer Nummer drei und vier für Nmecha im siebten Spiel für Anderlecht.

"Ich bin froh, dass ich zwei Tore gemacht habe. Ich hätte mehr machen können, aber der Sieg ist eingefahren", sagte Nmecha nach seinem Doppelpack.

Nmecha glänzt auch im DFB-Dress

 

Eine noch bessere Quote weist der Angreifer im Dress der DFB-U21 auf. Dort erzielte er fünf Tore in den vergangenen vier Spielen.

Es scheint, als wäre Nmecha der nächste Schritt in Richtung Profi gelungen. Dabei sah es zuletzt eher nicht danach aus; Nmechas Karriere steckte in der Sackgasse.

Hinter dem 21-Jährigen liegt nämlich eine wahre Leih-Odysee. Beim Zweitligisten Preston North End absolvierte Nmecha 44 Spiele, kam dabei aber lediglich auf drei Treffer. In der vergangenen Saison, nach der Teilnahme an der U21-EM, folgte die Leihe nach Wolfsburg.

Doch die Niedersachsen beendeten das Leihgeschäft bereits nach einem halben Jahr. Gerade einmal 268 Minuten Einsatzzeit sammelte Nmecha bei den Wölfen. Im Januar 2020 ging es weiter zum FC Middlesbrough, aber auch dort blieb dem gebürtigen Hamburger ein Torerfolg bei seinen 13 Einsätzen verwehrt.

So war die Leihe zum RSC Anderlecht im vergangenen Sommer schon so etwas wie eine letzte Chance für den Offensivspieler auf dem Weg zum Profi. Immerhin wartete in Belgien mit Vincent Kompany ein Trainer, der eine erfolgreiche ManCity-Vergangenheit aufwies und dabei auch Nmecha kennengelernt hat.

Nmecha wanderte nach England aus

Dieser durchlief die komplette City-Jugend, nachdem er 2009 von den Scouts der Skyblues entdeckt worden war. Zwei Jahre zuvor war Nmecha mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder Felix nach England ausgewandert.

Im Sommer 2017 glänzte er bei der U19-EM noch im englischen Dress, bevor er vor der U21-EM in den deutschen Verband wechselte. "Ich sehe Deutschland als meine Heimat an. Bis ich neun Jahre alt war, habe ich in Hamburg gelebt und habe auch heute noch einen großen Bezug zur Stadt und den Leuten", erklärte Nmecha damals seinen Nationenwechsel.

Tipps von Pep Guardiola

Im April 2018 hatte Nmecha, der links und rechts über einen starken Abschluss verfügt, bereits sein Debüt im ersten Team der Citizens gefeiert. "Er sagte einfach: 'Zeig deine Qualität, spiele einfach und versuche, dich in der Statistik einzutragen'", schilderte der Debütant im Nachgang die Worte, die Pep Guardiola ihm mit auf den Weg gab.

Doch der endgültige Durchbruch blieb Nmecha nach diesem ersten Meilenstein vorerst verwehrt. Erst jetzt, gut zwei Jahre später, in Anderlecht scheint Nmecha der Durchbruch zu glücken. Doch der 21-Jährige sieht noch Luft nach oben bei seinen Leistungen, trotz des starken Saisonstarts: "Ich kann es selbst besser machen, aber ich lerne immer noch."

Auch Anderlecht-Coach Kompany will seinen Schützling noch nicht in den Himmel loben: "Er kann es noch besser machen und in dem Moment wird jedem klar, was für ein Top-Talent er wirklich ist.“

Fest steht aber, Nmechas Chancen auf den endgültigen Durchbruch standen wohl noch nie besser. U21-Coach Kuntz dürfte daher mutmaßlich noch öfter die Spiele von RSC Anderlecht mit einem Lächeln verfolgen.

Markus Bosch

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