Paderborn/München - Antonio Di Salvos Frau und seine Kinder werden am Donnerstag nicht im Stadion sein, schließlich ist ja derzeit noch Schule. Dafür aber seine Eltern, seine Schwester und sein Bruder, der aus München anreist.

Das EM-Qualifikationsspiel der deutschen U21 gegen Israel (ab 17:45 Uhr live auf ProSieben MAXX und ran.de) wird deshalb etwas ganz Besonderes für Di Salvo, daran ließ der Ex-Profi bei einer DFB-Pressekonferenz am Mittwochnachmittag keine Zweifel aufkommen. Schließlich findet sein Debüt als Cheftrainer der Junioren-Auswahl auch noch in seiner Heimatstadt Paderborn statt.

Geplant sei dies natürlich nicht gewesen, erzählte der 42-Jährige. "Das sind so die Geschichten, die der Fußball schreibt", sagte er: "Aber ab dem Zeitpunkt, wo es losgeht, fokussiere ich mich darauf, was auf dem grünen Rasen passiert."

Das Spitzenspiel gegen Israel steht an

Und das wird nicht weniger als Spitzenspiel der Gruppe B sein, zwischen zwei Mannschaften, die bisher beide Spiele gewonnen haben. Etwas glücklich sei er deshalb durchaus, dass ihn seinen Bekannten vor der Partie nicht weiter behelligt hätten, "weil sie wissen, dass ich viel Stress vor diesem besonderen Spiel habe."

Schließlich steht Di Salvo erstmals alleine in der Verantwortung, auch wenn sonst gar nicht so viel neu sein wird. Der frühere Bayern-Spieler will die erfolgreiche Philosophie seines Vorgängers Stefan Kuntz fortführen. "Es gibt keinen Grund viel zu ändern. Weil ganz viel der Arbeit in den letzten Jahren auch Arbeit des Trainerteams war", erzählte er: "Und da hat Stefan dafür gesorgt und uns immer super mitgenommen."

Änderungen nur in Details

Nun steht Di Salvo, dessen Profikarriere einst beim SC Paderborn begann, in der ersten Reihe, ist der Hauptansprechpartner für die hoffnungsvollsten Talente des deutschen Fußballs. "Es geht letzten Endes um kleine Details", sagte er: "Eine eigene Ansprache. Eine eigene Art, Dinge zu vermitteln, ein eigener Humor. Das sind die Dinge, die mir wichtig sind, weil ich authentisch bleiben möchte."

Überraschen können wird er die Mannschaft aber nicht. An den Abläufen im Training oder bei Videoanalysen habe sich nicht viel geändert, erklärte der Mainzer Stürmer Jonathan Burkardt: "Wir kennen Toni schon länger. Deshalb war das keine riesige Umstellung."

Moukoko droht auszufallen

Es darf also davon ausgegangen werden, dass das DFB-Team perfekt vorbereitet in das Spiel gegen Israel gehen wird. Nicht dabei sein könnte der Dortmunder Angreifer Stürmer Youssoufa Moukoko, der sich laut Di Salvo eine Muskelverletzung zugezogen hat.  

Aber selbst ohne den BVB-Youngster sollte der DFB-Nachwuchs bereit für die Aufgabe sein. Auch wenn es nicht so einfach wie beim 6:0 gegen San Marino und beim 3:1 gegen Lettland Anfang Anfang September werden dürfte. "Der Gegner ist eine andere Kategorie als in den ersten beiden Spielen", sagte Di Salvo.

Der Fußball, für den Di Salvo stehen möchte, soll dem unter Stefan Kuntz gezeigten Offensivspiel gleichen. Mutig sein, aktiv sein, Intensität auf den Platz bringen, so beschrieb der neue Coach seinen Stil. Und so für Begeisterung sorgen, in der Mannschaft und auf den Rängen.

Wobei Letzteres für Antonio Di Salvo eine besondere Bedeutung haben dürfte. Schließlich ist sein erstes Spiel als Cheftrainer ein waschechtes Heimspiel.

Christian Stüwe

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