Ingolstadt - Es ist eine Bilanz, die sich definitiv sehen lassen kann.

In elf Spielen - egal ob bei der U21-EM in Ungarn und Slowenien oder der aktuellen U21-EM-Qualifikation für das Jahr 2023 - erspielte sich die deutsche U21-Nationalmannschaft acht Siege, zwei Unentschieden und musste zuletzt beim 0:4 gegen Polen in Großaspach nur eine einzige Niederlage im kompletten Jahr 2021 einstecken.

Nicht zu vergessen der viel umjubelte U21-EM-Titel unter dem ehemaligen Erfolgscoach Stefan Kuntz und all die Nachwuchstalente wie Ridle Baku, David Raum, Nico Schlotterbeck, Florian Wirtz, Karim Adeyemi oder zuletzt Lukas Nmecha, die sich in den vergangenen Monaten allesamt in die deutsche A-Nationalmannschaft von Bundestrainer Hansi Flick gespielt haben. Mit Jonathan Burkardt befindet sich sogar das nächste Talent schon in Lauerstellung.

"Ordentlich mit Potenzial für Verbesserungen"

Das klare, deutliche und letztendlich auch souveräne 4:0 gegen San Marino in Ingolstadt zum Jahresabschluss in der U21-EM-Qualifikation passt da perfekt ins Bild.

Zumal die DFB-Junioren mit dieser Partie auch eine direkte Reaktion auf die 0:4-Klatsche gegen Polen nur wenige Tage zuvor in Großaspach gezeigt haben.

"Insgesamt haben wir heute eine ordentliche Leistung gezeigt. Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, habe viele Torchancen kreiert und sind dann ja auch folgerichtig relativ früh in Führung gegangen. Letztendlich ist die Partie dann aber nur 4:0 ausgegangen, weil wir auch viele Torchancen ausgelassen haben, da uns häufig die Präzision gefehlt hat. Zusammenfassend war das heute also ordentlich, aber wir haben noch viel Potenzial für Verbesserungen", sagte der neue U21-Nationaltrainer und Nachfolger von Kuntz, Antonio Di Salvo, nach der Partie gegen insgesamt überforderte, aber immerhin tapfer kämpfende San Marinesen.

Mit fünf Siegen aus sechs Spielen kann sich seine persönliche Bilanz des Jahres 2021 als Chefcoach durchaus sehen lassen. Es scheint, als ob der 42-Jährige die erfolgreiche Arbeit von Kuntz beim DFB nahtlos fortsetzt.

Neues Trainerteam und Mannschaft harmonieren

Kein Wunder, immerhin war Di Salvo zuvor ja auch jahrelang Co-Trainer unter dem jetzigen türkischen Nationaltrainer und mitverantwortlich für die Erfolge der deutschen U21 in den vergangenen Jahren. Der Schachzug der DFB-Verantwortlichen, ihn zum Chef zu befördern und ihm zusätzlich zum bestehenden Trainerteam um Daniel Niedzkowski und Torwarttrainer Klaus Thomforde auch noch den "alten Fahrensmann" Hermann Gerland an die Seite zu stellen, scheint komplett aufzugehen.

Es scheint zu harmonieren - nicht nur innerhalb des Trainerteams, sondern auch mit der Mannschaft.

"Toni ist der Chef und ich versuche ihm ein bisschen zu helfen", erklärt Gerland die Arbeitsaufteilung im Trainerteam und legt dann noch nach, dass "wir in dieser Mannschaft durchaus Qualitäten haben. Allerdings müssen wir sie auch regelmäßig auf den Platz bringen".

Gegen Polen hat das nicht funktioniert. Aber so lange solche Spiele eine Ausnahme bleiben, werden der "Tiger" und auch Di Salvo sicherlich ein Auge zudrücken. Zumal sich die Reaktion der Mannschaft auf diese Partie nur wenige Tage später gegen San Marino ja sehen lassen konnte.

Das zeigt, dass mächtig Leben und Potenzial in dieser Truppe steckt.

Gute Arbeit bei der U21 ist Fluch und Segen

Dass es seit Monaten und Jahren in der deutschen U21 so gut und erfolgreich läuft, ist allerdings Fluch und Segen zugleich. Denn: "Wirtz, Adeyemi oder auch ein Jamal Musiala könnten vom Alter her ja alle noch bei uns spielen", so Gerland, "dann wären wir ja sogar noch besser besetzt. Aber letztendlich freuen wir uns ja darüber, dass die Jungs den Sprung zu Hansi Flick geschafft haben. Dafür sind wir in der U21 ja da, um die Talente so zu entwickeln, dass sie für die A-Nationalmannschaft interessant werden."

Di Salvo jedenfalls zieht ein durchweg positives Fazit für das Jahr 2021. "Ich werde immer auf ein schönes 2021 zurückblicken. Die letzten Monate haben gezeigt, was die persönliche Entwicklung und vor allem die Spielzeit in den jeweiligen Vereinen bei den einzelnen Spielern bewirken kann", so der U21-Nationaltrainer.

Di Salvo: U21-EM-Titel und Chefcoach-Ernennung als Highlights

Und weiter: "Als wir uns im März dieses Jahres zur U21-EM-Vorrunde getroffen haben, haben wir gesehen, was gemeinsam möglich ist. Denn wenn man sich die Spiele bei der U21-Endrunde ein paar Monate später so anschaut, dann sind wir letztendlich auch verdient U21-Europameister geworden. Und was mich persönlich betrifft, ist natürlich die Ernennung zum Cheftrainer ein absolutes Highlight dieses Jahres. Ich schaue also sehr positiv auf die letzten Monate zurück."

Also - Ende gut, alles gut. Jedenfalls für das Jahr 2021.

Weiter geht es im März des kommenden Jahres zu Hause in der U21-EM-Qualifikation gegen Lettland - dann hoffentlich genauso erfolgreich wie in diesem Jahr. "Wir sind zwar Tabellenführer in unserer U21-EM-Qualifikationsgruppe, aber es ist extrem spannend, weil Israel punktgleich mit uns ist und Polen nur mit zwei Zählern weniger hinter uns lauert. Da warten nächstes Jahr also große Aufgaben auf uns. Da dürfen wir uns keine Fehler erlauben, müssen auf den Punkt fokussiert sein. Das ist auch extrem wichtig für die Entwicklung der Spieler. Sie brauchen diese Herausforderungen."

Es bleibt also spannend. Aber Di Salvo und sein Team sind bereit. Das Jahr 2022 kann kommen.

Aus Ingolstadt berichtet: Dominik Hechler

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