Ismail Jakobs feierte gegen Moldau sein Debüt in der deutschen U21-Nationalm... - Bildquelle: imago images/Beautiful SportsIsmail Jakobs feierte gegen Moldau sein Debüt in der deutschen U21-Nationalmannschaft © imago images/Beautiful Sports

München - Ismail Jakobs war einer der Shooting-Stars der vergangenen Bundesliga-Saison. Nach dem Trainerwechsel beim 1. FC Köln von Achim Beierlorzer hin zu Markus Gisdol absolvierte der linke Außenbahnspieler in der vergangenen Saison 20 Bundesliga-Spiele und erzielte dabei sogar zwei Tore - nun folgte fast schon folgerichtig das Debüt in der deutschen U21-Nationalmannschaft.

Im exklusiven Interview mit ran.de spricht Jakobs unter anderem über seine kometenhafte Entwicklung in den vergangenen Monaten, die erste DFB-Nominierung in seiner Fußballer-Karriere, sein Debüt beim 4:1-Sieg in der EM-Qualifikation gegen Moldau und was er sich für die Zukunft vorgenommen hat (U21-EM-Qualifikation zwischen Belgien und Deutschland am Di., 8. September, ab 15:30 Uhr auf ProSieben MAXX und ran.de).

ran.de: Ismail Jakobs, Sie haben sich in den vergangenen Monaten zum gestandenen Bundesliga-Spieler entwickelt und sind jetzt vom deutschen U21-Bundestrainer Stefan Kuntz zum allerersten Mal in Ihrer Fußballer-Karriere für einen DFB-Lehrgang eingeladen worden. Wenn Sie Ihre persönliche Entwicklung in der letzten Zeit mit nur einem Wort beschreiben müssten, welches wäre das?

Ismail Jakobs: Unglaublich.

ran.de: Warum?

Jakobs: Weil keiner damit gerechnet hätte, ich kam ja quasi aus dem Nichts. Es ist auch heute für mich noch kaum in Worte zu fassen, was da in den vergangenen Wochen und Monaten passiert ist. Ich fange jetzt erst so langsam an, das alles einigermaßen zu realisieren.

ran.de: Was bedeutet Ihnen die Nominierung für die deutsche U21-Nationalmannschaft?

Jakobs: Das ist eine große Ehre für mich, ich wollte schon immer für die deutsche Nationalmannschaft spielen. Eine Europameisterschaft oder aber Olympia zu spielen, wäre mein absoluter Traum.

ran.de: Welche Erinnerungen haben Sie noch an das Telefonat mit Stefan Kuntz, als er Sie über die Nominierung informiert hat? Und wie war Ihre Reaktion?

Jakobs: Ich war gerade im Urlaub. Stefan Kuntz hat mich angerufen, wir haben kurz gesprochen und kurze Zeit später hat er mich dann ja auch in Köln besucht. Ich habe mich natürlich riesig gefreut und danach war der Urlaub sogar noch schöner (lacht).

ran.de: Stefan Kuntz hat uns im gemeinsamen ran.de-Interview bereits erzählt, dass er vor den Länderspielen gegen Moldau und Belgien zu allen U21-Neulingen gefahren ist, ihnen die Philosophie der DFB-Junioren erklärt und mit ihnen eine Videoanalyse ihrer Stärken und Schwächen gemacht hat. Was ist Ihnen davon noch hängen geblieben?

Jakobs: Einfach alles. Das war ein überaus positives Gespräch und ich empfinde es als nicht selbstverständlich, dass sich jemand die Mühe macht und in diesem Fall extra zu mir nach Köln kommt. Stefan Kuntz hat da wirklich große Mühen auf sich genommen, auch damit, dass er von jedem Einzelnen die besten und schlechtesten Szenen zusammengeschnitten und sie mit uns vor Ort in persönlichen Gesprächen analysiert hat. Das hat mich schon sehr beeindruckt.

ran.de: Hat Kuntz Ihnen an diesem Tag Szenen gezeigt, die Sie so noch nicht von sich kannten?

Jakobs: Nein, nicht wirklich. Ich glaube, ich bin schon jemand, der sehr reflektiert ist und weiß, was er kann und wo noch Nachholbedarf besteht.

ran.de: Die deutsche U21-Nationalmannschaft wird von vielen ja immer ein Stück weit als "Wohlfühloase" beschrieben. Wie sind Ihre Eindrücke von der Mannschaft und dem Staff um das Team herum?

Jakobs: Sehr angenehm. Es macht wirklich Spaß und wir haben untereinander einen richtig guten Zusammenhalt. Obwohl ich als Neuling ehrlich gesagt noch nicht so viele von den anderen persönlich kannte, habe ich mich sofort sehr positiv aufgenommen gefühlt. Natürlich hat es mir auch ein wenig geholfen, dass mein Kölner Teamkollege Salih Özcan hier mit dabei ist, der schon einige Erfahrungen in der deutschen U21 sammeln konnte.

ran.de: Und wie nehmen Sie in diesem Zusammenhang U21-Bundestrainer Stefan Kuntz wahr?

Jakobs: Er ist ein Mann mit einer überaus erfolgreichen Vergangenheit. Außerdem hat er viele große Spieler bei ihrer Entwicklung begleitet und ist menschlich absolut top. Ich habe Respekt vor ihm.

ran.de: Sie standen bei Ihrem U21-Debüt in der EM-Qualifikation beim 4:1 gegen Moldau sofort in der Startelf. Wie sehr hat Sie das überrascht und wie zufrieden waren Sie mit Ihrer Leistung?

Jakobs: Ich war jetzt nicht zwingend überrascht, ich habe natürlich darauf gehofft, dass ich von Anfang an spielen werde. Als es dann tatsächlich so gekommen ist, war die Freude bei mir entsprechend groß. Ich bin auch ganz gut ins Spiel gekommen, habe direkt die Vorlage zum 1:0 durch Mergim Berisha gegeben, aber dann haben mehr und mehr die Kräfte nachgelassen. Es war in der aktuellen Phase der Vorbereitung das erste Spiel über 90 Minuten – und das hat man deutlich gemerkt. Es war sicherlich noch nicht das Gelbe vom Ei, aber ich denke schon, dass wir auf dieser Leistung zumindest aufbauen können.

ran.de: Wo sehen Sie persönlich Ihre Stärken und Ihre Schwächen?

Jakobs: Die Linksverteidiger-Position ist definitiv die Position, auf der ich mich auch in Zukunft sehe. Wobei ich glaube, dass ich dank meiner Schnelligkeit auf beiden defensiven Außenbahnen spielen und Mannschaften helfen könnte. Aber unter dem Strich ist es mir im Augenblick völlig egal, wo ich spiele, die Hauptsache ist, ich spiele überhaupt. Und das meine Schwächen betrifft: meine Flanken könnten definitiv noch besser werden und auch mein erster Ballkontakt.

ran.de: Die deutsche U21 muss am Dienstag zum Top-Spiel ihrer EM-Quali-Gruppe in Belgien antreten (Di., 8. September, ab 15:30 Uhr auf ProSieben MAXX und ran.de). Das Hinspiel ging mit 2:3 verloren und Stefan Kuntz meinte jetzt aktuell nach dem relativ glanzlosen 4:1 gegen Moldau, dass diese Verfassung nicht für die "Roten Teufel" reichen wird. Was muss die DFB-Elf besser machen?

Jakobs: Die Spielpraxis aus der Partie gegen Moldau wird uns sicherlich gut tun. Wir haben gegen diese Mannschaft viele unnötige Fehler gemacht, die gegen Belgien mit Sicherheit härter bestraft werden. Da müssen wir einfach deutlich sauberer spielen. Auch insgesamt mit mehr Tempo, Genauigkeit und Zielstrebigkeit. Denn ich glaube, wenn wir gegen Moldau nach dem 1:0 intensiver auf das 2:0 gegangen wären, die Partie am Ende auch anders ausgegangen wäre. Aber wie bereits gesagt, wir sind alle noch nicht bei einhundert Prozent und müssen mit unseren Kräften zum jetzigen Zeitpunkt der Vorbereitung auf die neue Saison ein Stück weit haushalten.

ran.de: Was können Sie für sich persönlich von der Zeit bei der deutschen U21 für die kommenden Wochen und den Saisonstart beim 1. FC Köln mitnehmen?

Jakobs: Dass ich Spielpraxis auf einer Position bekomme, die ich in Köln nicht spiele und trainiere. Das ist natürlich überragend, weil ich mich so spielerisch und taktisch als Spieler breiter aufstellen kann.

ran.de: Nach Ihrem fast schon kometenhaften Aufstieg in den vergangenen Monaten – was haben Sie sich für die kommenden Wochen und Monate vorgenommen?

Jakobs: Ich will mich in der deutschen U21-Nationalmannschaft weiter präsentieren und natürlich auch etablieren. Und mit dem 1. FC Köln wünsche ich mir einen gelungenen Saisonstart und dass wir am Ende sicher die Klasse halten.

Das Interview führte: Dominik Hechler

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