Innenverteidiger-Talent Luca Kilian bestritt in der abgelaufenen Saison 15 B... - Bildquelle: 2019 Getty ImagesInnenverteidiger-Talent Luca Kilian bestritt in der abgelaufenen Saison 15 Bundesliga-Spiele für Paderborn. © 2019 Getty Images

München - Luca Kilian gehört mittlerweile zum Stammpersonal des deutschen U21-Bundestrainers Stefan Kuntz und wird nach seinem Vereinswechsel vom SC Paderborn zum 1. FSV Mainz 05 in der kommenden Saison weiterhin Bundesliga spielen.

Im Interview mit ran.de vor den EM-Qualifikationsspielen gegen Moldau (3. September, ab 17:45 Uhr live auf ProSieben MAXX und im Livestream auf ran.de) und in Belgien (8. September, ab 15:30 Uhr live auf ProSieben MAXX und im Livestream auf ran.de) mit ran.de spricht Kilian über seine Corona-Erkrankung, was er in dieser schwierigen Zeit für sich persönlich gelernt hat und welche Ziele er nun in der deutschen U21 und im Verein bei den 05ern verfolgt. 

ran.de: Herr Kilian, nach zehn Monaten Pause stehen nun endlich wieder Länderspiele mit der deutschen U21-Nationalmannschaft auf dem Programm. Diese durch das Corona-Virus erzwungene Pause in den vergangenen Monaten war vor allem für Sie durchaus folgenschwer, da Sie sich als erster Bundesliga-Profi überhaupt im März gleich mit COVID-19 infiziert hatten. Wie haben Sie diese Erkrankung erlebt?

Luca Kilian: Es hat mich damals schon ziemlich heftig zerlegt. Mit den heutigen Erkenntnissen würde man wohl sagen, dass ich mich doch schwerwiegender mit dem Virus infiziert hatte. Dementsprechend habe ich einige Tage richtig flach gelegen.

ran.de: Welche Symptome hatten Sie und merken Sie auch heute noch Folgeschäden von der damaligen Erkrankung?

Kilian: Fieber, Schüttelfrost, Schnupfen, Husten und Gliederschmerzen. Heute merke ich davon Gott sei Dank nichts mehr. Spätfolgen sind mir erspart geblieben.

ran.de: Gab es in dieser Phase auch Momente, in denen Sie Angst hatten?

Kilian: Das schon, klar. Damals hatten ja weder die Mediziner noch die Virologen die Erkenntnisse, die sie heute haben. Niemand wusste so recht, wie man mit COVID-19 umzugehen hat. Ich habe mich damals einfach ins Bett gelegt, mir sehr viel Ruhe gegönnt und nach 10 bis 14 Tagen war ich dann endlich frei von Symptomen. Es hat also schon eine Weile gedauert, was eben auch dafür spricht, dass mich das Corona-Virus heftiger erwischt hat.

ran.de: Was haben Sie in dieser Zeit vielleicht für sich selbst an Erkenntnissen mitgenommen?

Kilian: ... dass ich jetzt sehr penibel auf die Hygienemaßnahmen achte.

ran.de: Sie waren selbst mit COVID-19 infiziert, haben die Krankheit am eigenen Leib erlebt. Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie die Bilder von Anti-Corona-Demonstrationen sehen?

Kilian: Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass so viele Menschen für solche Demonstrationen zusammenkommen. Und das ohne Masken und ohne Abstand zu halten. Dafür habe ich, als jemand, der mit COVID-19 infiziert war, wirklich überhaupt kein Verständnis.

ran.de: Wie war das Gefühl, als Sie nach überstandener Erkrankung wieder auf dem Rasen stehen durften?

Kilian: Das war natürlich super - auch, wenn uns allen die Fans in den Stadien gefehlt haben. Vor allem die Emotionen von den Zuschauern auf den Tribünen bei Toren oder umstrittenen Situationen. Aber letztlich geht es ja vor allem um Fußball und wenn man mal mitten im Spielfluss ist, dann kann man die leeren Ränge auch ganz gut ausblenden. Mir hat es unter dem Strich vor allem wirklich große Freude gemacht, wieder auf dem Rasen zu stehen.

ran.de: Sie sind in der Sommerpause vom SC Paderborn zum 1. FSV Mainz 05 gewechselt. Was erwarten Sie sich persönlich von diesem Transfer?

Kilian: Ich sehe diesen Wechsel als nächsten Schritt in meiner Karriere und aus diesem Grund macht er auch komplett Sinn. Ich nehme die Herausforderung Mainz 05 gerne an und will mich natürlich so schnell wie möglich dort durchsetzen. Dafür werde ich alles geben.

ran.de: Inwiefern hat es bei diesem Transfer auch eine Rolle gespielt, dass Sie in Mainz weiter Bundesliga spielen können? 

Kilian: Eine große Rolle natürlich. Wenn man einmal Bundesliga gespielt hat, will man das auch weiterhin machen. Die ersten Wochen in Mainz waren bislang auch sehr intensiv, ich konnte viele neue Eindrücke gewinnen. Die Taktik, das Training, vieles ist komplett neu für mich. Aber mit Ridle Baku oder auch Jonathan Burkhardt kenne ich ja beispielsweise schon zwei Jungs, die schon länger in Mainz sind und mir, wenn nötig, mit Rat und Tat zur Seite stehen.

ran.de: Das letzte Länderspiel in Freiburg gegen Belgien ist bereits zehn Monate her. Wie schwer ist es, jetzt in der deutschen U21-Nationalmannschaft wieder in den Rhythmus zu kommen. Immerhin ist sie ja auch erst im September 2019 komplett neu zusammengestellt worden ...

Kilian: Wir haben ehrlich gesagt schon beim ersten gemeinsamen Training wieder richtig gut harmoniert. Ich konnte da überhaupt keine Probleme feststellen. Zumal die fußballerische Qualität eines jeden Einzelnen ja in den vergangenen Monaten nicht verschwunden ist.

ran.de: Welche Rolle spielt es, dass das Team mit einer 2:3-Heimpleite gegen Belgien in die Zwangspause gegangen ist?

Kilian: Ich glaube, damit haben wir uns alle gar nicht mehr allzu lange beschäftigt. Es geht jetzt darum, nach vorne zu schauen. Aber wir wissen natürlich, dass es vor allem beim Rückspiel in Belgien um alles geht.

ran.de: Sie haben zuletzt regelmäßig in der deutschen U21-Nationalmannschaft gespielt und gehören zur Achse von Bundestrainer Stefan Kuntz. Wie sehen Sie Ihre persönliche Rolle in dieser Mannschaft?

Kilian: Da wir bei der deutschen U21-Nationalmannschaft sehr viele gute Spieler haben, ist es für mich nicht selbstverständlich, dass der Bundestrainer mich aufstellt. Es macht mich natürlich stolz und wenn ich auf dem Rasen stehe, will ich als Verteidiger immer alles dafür geben, dass wir kein Gegentor bekommen.

ran.de: Nehmen Sie die neuen Spieler jetzt auch ein wenig an die Hand?

Kilian: Das ist überhaupt nicht nötig. Die Jungs kamen hier an und haben sich sofort super integriert. Wir kennen uns alle untereinander ja letztlich schon aus anderen Junioren-Nationalmannschaften oder der U19-Bundesliga, in der wir entweder Teamkameraden oder Gegner waren. Von daher herrschte hier von der ersten Sekunde an eine hervorragende Stimmung.

ran.de: Und was erwarten Sie von den beiden EM-Qualifikationsspielen gegen Moldau und Belgien? 

Kilian: Moldau ist für uns eine absolute Pflichtaufgabe. Diese müssen wir aber mit der notwendigen Seriosität angehen und von der ersten Sekunde an zeigen, dass es in diesem Spiel nur einen Sieger geben kann. Und dann geht es eben nach Belgien ...

ran.de: ... was muss die Mannschaft dort beim Rückspiel besser machen als beim 2:3 gegen Belgien in Freiburg?

Kilian: Wir müssen besser verteidigen, mit dem Ball bessere Lösungen finden und uns mehr Torchancen erspielen - ohne dabei aber die Defensivarbeit zu vernachlässigen.

Das Interview führte: Dominik Hechler

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