Robin Koch wartet bei der U21-EM 2019 noch auf seinen ersten Einsatz. - Bildquelle: imago/Sportfoto RudelRobin Koch wartet bei der U21-EM 2019 noch auf seinen ersten Einsatz. © imago/Sportfoto Rudel

München - Die ersten beiden Gruppenspiele bei der U21-Europameisterschaft musste Robin Koch von der deutschen Ersatzbank aus beobachten. Trotzdem kommt beim Freiburger keinerlei Missmut auf. Im Gegenteil.

Im exklusiven Interview mit ran.de spricht Koch unter anderem über die Euphorie um die deutsche U21, die Rolle von Bundestrainer Stefan Kuntz und den enormen Zusammenhalt im DFB-Team. 

ran.de: Robin Koch, nach dem 3:1 gegen Dänemark und der 6:1-Gala gegen Serbien herrscht eine unglaubliche Euphorie um die deutsche U21-Nationalmannschaft bei der EM in Italien und San Marino. Wie nehmen Sie diese wahr?

Robin Koch: "Wir freuen uns zunächst einmal selbst über die beiden Erfolge und es kann sich jeder vorstellen, dass die Stimmung aktuell intern dementsprechend positiv ist. Natürlich bekommen wir auch mit, wie das Team momentan in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, können das jedoch sehr gut einschätzen. Denn noch haben wir überhaupt nichts erreicht, am Sonntag steht die alles entscheidende Partie gegen Österreich auf dem Programm und darauf liegt nun unser kompletter Fokus."

ran.de: Es gab in dem Spiel gegen Serbien ein paar Minuten, in denen man das Gefühl hatte, die deutsche Mannschaft übertreibt es ein wenig mit dem "One-Touch-Football" und es kam zu ein paar Ungenauigkeiten. Wie haben Sie das gesehen?

Koch: "Ich würde das gar nicht zu sehr dramatisieren. Diese Art von Fußball ist natürlich sehr schön anzusehen, aber in manchen Szenen hat vielleicht nicht alles geklappt. Wir hatten gegen Serbien einfach die Freude am Spiel, mit Überheblichkeit oder solchen Dingen hatte das gar nichts zu tun. Wir sind schon extrem fokussiert, dürfen dabei aber auch die Lockerheit nicht vergessen. Von daher war es aus meiner Sicht schon richtig, auch mit der klaren Führung im Rücken so weiterzuspielen, wie wir es schon vorher gemacht haben. Wir wissen um unser Ziel und sind fest entschlossen, dieses auch zu erreichen. Wir werden also bei dieser Europameisterschaft Nichts und Niemanden unterschätzen."

ran.de: Wie sehr ärgern die Mannschaft die beiden Gegentore durch Elfmeter? Sind das Unkonzentriertheiten oder einfach nur ungeschickte Aktionen?

Koch: "Das sind aus meiner Sicht jeweils Szenen, die im Fußball passieren können. Beim Elfmeter gegen Dänemark geht der Ball unglücklich an Timo Baumgartls Hand und auch jetzt gegen Serbien war es bei Mo Dahoud eine normale Zweikampf-Situation, bei der er ihn beim Kampf um den Ball unten trifft. Solche Aktionen wird es im Fußball immer geben. Aber mit einer 3:0 bzw. 6:0-Führung im Rücken kann man solche Strafstöße gegen sich schon ganz gut wegstecken. Aber klar: Wir analysieren diese Szenen trotzdem. Nichtsdestotrotz haben wir keine Zeit, uns zu sehr darüber aufzuregen, weil mit Österreich bereits der nächste Gegner wartet - und da geht es um den Einzug ins Halbfinale."

ran.de: Was erwarten Sie von der Partie gegen die Österreicher und auf welche Spieler muss das DFB-Team vor allem achten? 

 

Koch: "Das ist aus meiner Sicht ist sehr gefährlicher Gegner, der vor allem bei 2:0-Auftaktsieg gegen Serbien gezeigt hat, was in ihm steckt. Natürlich tut ihnen die schwere Verletzung von Hannes Wolf sehr weh, aber vor allem in der Defensive und im zentralen Mittelfeld sind sie richtig gut besetzt. Da müssen wir schon aufpassen und hochkonzentriert sein. Zumal solche Nachbarschaftsduelle ja sowieso schon eine gewisse Brisanz haben (lacht)."

ran.de: Welche Rolle spielt U21-Bundestrainer Stefan Kuntz? Er hat es ja offensichtlich geschafft, das Team nun zwei Mal taktisch hervorragend auf den jeweiligen Gegner einzustellen …

Koch: "… aber nicht nur das. Ein Trainer ist ja generell immer wichtig, aber Stefan Kuntz findet einfach immer einen richtig guten Mittelweg zwischen Ernsthaftigkeit und Lockerheit, er weiß, wie man mit uns Spielern umgehen muss. Das führt dazu, dass wir nicht nur immer gut eingestellt in die Spiele gehen, sondern auch ganz eng beieinander sind. Jeder gibt hier für den anderen alles. Da ist es total egal, ob du auf dem Rasen stehst oder der Ersatzbank sitzt. Es gibt nichts, was uns hier bei dieser EM auseinanderbringen könnte. Da passt wirklich nichts dazwischen. Unser aller Ziel ist die EM-Titelverteidigung - und der ordnen wir alles unter."

ran.de: Und was sagen Sie zu Ihrem Freiburger Teamkollegen Luca Waldschmidt?

Koch: "(lacht) Ja, der Luca. Was der mit seinen drei Toren gegen Serbien wieder einmal abgerissen hat, war natürlich überragend. Überhaupt ist es bemerkenswert, wie Luca in der deutschen U21 immer wieder seine Leistung abruft und als hängender Stürmer beim Gegner für Unruhe sorgt. Er ist einfach ein super Fußballer mit Top-Qualitäten."

Das Interview führte: Dominik Hechler

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