Johannes Eggestein erwartet in Wales eine deutlich härtere Aufgabe als zulet... - Bildquelle: GettyJohannes Eggestein erwartet in Wales eine deutlich härtere Aufgabe als zuletzt beim Testspielsieg gegen Griechenland. © Getty

München - Es geht wieder los! Nach dem Vize-Europameistertitel der deutschen U21 im Sommer 2019, startet nun eine neue Generation hoffnungsvoller Talente in die Qualifikation für die nächste EM-Endrunde. Mit 19 Debütanten versucht Trainer Stefan Kuntz sein Glück beim Qualifikations-Auftakt am Dienstagabend in Wales (ab 19:45 Uhr live auf ProSiebenMAXX und im kostenlosen Livestream auf ran.de).

Vor dem Spiel auf der Insel sprach U21-Star Johannes Eggestein im exklusiven Interview mit ran.de über die Unterschiede der "alten" und "neuen" Mannschaft, den ersten Qualifikations-Gegner und seinen Marktwert bzw. jenen seines Bruders Maximilian.

ran.de: 19 Debütanten! Die U21 ist ein ganz neuer Haufen - welcher der neuen Jungs hat Sie im Training oder im Testspiel gegen Griechenland auf Anhieb überrascht?

Johannes Eggestein: "Ich kenne viele der Spieler bereits von früher, daher waren sie alle gar nicht so neu für mich. Gegen einige durfte ich mit der Bremer U17 oder U19 spielen. Überrascht hat mich daher keiner, wir agieren als Team und darauf wird es auch demnächst ankommen." 

ran.de: Sie sind einer der wenigen Spieler, die noch aus der letzten U21 stammen. Was unterscheidet denn die "alte" von der "neuen" U21?

Eggestein: "Schwierig zu beantworten. Denn ich kann nicht die Mannschaft von der Europameisterschaft mit der jetzigen U21 vergleichen, da wir damals einen Prozess durchlaufen haben, vor dem wir jetzt mit dem neuen Team erst stehen. Ich weiß allerdings noch, dass es mit der 'alten' U21 am Anfang gar nicht so anders war. Damals war auch erst alles neu und man musste sich finden. Wir hatten wie jetzt auch unerfahrene Spieler an Bord, die von Spielern, die schon länger dabei waren, geführt wurden. Zum Beispiel haben ein Mo Dahoud oder ein Levin Öztunali die Verantwortung übernommen. Von daher kann man schon sagen, dass wir uns in einer ähnlichen Situation wie damals befinden."

ran.de: Wir würden gerne das Team besser kennen lernen. Wer ist in der neuen Truppe der größte Spaßvogel?

Eggestein: "Also wenn, dann hat es sich noch nicht herauskristallisiert (lacht). Es gibt ein, zwei Grüppchen, wo es am Tisch oder bei einer Einheit mal lauter wird, da sich die Spieler schon länger kennen. Da wird dann schon gelacht und es gibt ein paar Sprüche. Ich bin definitiv nicht der Spaßvogel der Mannschaft (lacht)."

ran.de: Das erste Testspiel wurde mit 2:0 gegen Griechenland gewonnen. Was hat Ihnen am Testspiel gefallen und wo gibt es Verbesserungsbedarf - auch im Hinblick auf den ersten Härtetest am Dienstag gegen Wales?

Eggestein: "Es lief natürlich nicht alles auf Anhieb super. Aber es war auch das erste Spiel, wir haben viel durchgewechselt und probiert. Die Griechen waren dann auch noch in Unterzahl, das war auch nicht optimal, wir wollten schon ordentlich testen. Gegen Wales wird es ein anderes Spiel."

ran.de: Die Waliser haben etwas überraschend Belgien 1:0 geschlagen - wie möchten Sie das Spiel angehen?

Eggestein: "Wales ist stärker als Griechenland. Der Sieg gegen Belgien zeigt im Ansatz, was sie auf dem Kasten haben. Unser Ziel ist es zunächst, unsere grundsätzlichen Abläufe zu verbessern und nicht detailliert in die Fehleranalyse nach Griechenland zu gehen. Das wäre zu früh. Wir müssen uns klar werden, wann wir offensiv in welchen Raum spielen wollen und wie wir als Mannschaft verteidigen. Darauf kommt es erstmal an."

ran.de: Sie durften gegen Griechenland die Kapitänsbinde übernehmen. Ist das gegen Wales auch der Fall?

Eggestein: "Das weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Darüber wurde noch nicht gesprochen. Mich hat es sehr gefreut, die deutsche U21 als Kapitän auf dem Feld zu vertreten. Ich denke, ich kam mit der Rolle auch gut zurecht. Ich war im letzten Jahrgang einer der jüngsten und bin nun einer der ältesten Spieler. Klar, muss ich dann Verantwortung übernehmen. Davor habe ich auch keine Angst. Ich habe versucht, Fehler klar anzusprechen und den Debütanten Sicherheit zu geben. Ich denke, das habe ich auch geschafft und kann zufrieden sein. Ich würde mir die Rolle auch zukünftig zutrauen."

ran.de: Wie hat Ihr Bruder Maximilian Eggestein auf die Nachricht reagiert, dass Sie die Binde am Arm haben dürfen?

Eggestein (lacht): "Er hat mich natürlich beglückwünscht. Aber wie das so unter Brüdern ist, wird dann auch gerne mal bisschen gefrotzelt und ein paar Späße gemacht. Frei nach dem Motto: "Jetzt bist du etwa der Kapitän und musst Verantwortung übernehmen!?". Er wollte mich auf jeden Fall beobachten." 

ran.de: Nicht nur Maximilian beobachtet Sie. Wissen Sie, wie hoch ihr aktueller Marktwert liegen soll? 

Eggestein: "Überhaupt keine Ahnung (lacht). Ich weiß nur, dass er am Steigen ist! Wenn ich schätzen müsste, würde ich neun Millionen Euro sagen."

ran.de: Guter Tipp. Es sind sogar zehn Millionen Euro.

Eggestein: "Ich glaube, mein Bruder Maximilian hat einen deutlich höheren Marktwert. Das habe ich letztens erst gelesen. So 25 Millionen Euro?"

ran.de: Es sind 30 Millionen Euro!

Eggestein: "30? Okay. Aber dann lag ich ja gar nicht so schlecht."

ran.de: Welches Spielsystem liegt Ihnen besser - das von Werder Bremen mit einer Doppelspitze oder das der U21, wo sie als Rechtsaußen zum Einsatz kommen?

Eggestein: "Bei der U21 spiele ich sehr rechtslastig, ja. In Bremen habe ich eine etwas andere Position. Wir spielen in beiden Teams Kombinationsfußball. Das liegt mir. Wir müssen aber in der U21 noch unsere eigene, richtige Spielphilosophie entwickeln. Die haben wir noch nicht mit den ganzen neuen Spielertypen. Wir müssen uns als Team erstmal finden. In Bremen ist das schon der Fall. Um auf meine Lieblingsposition zurückzukommen: Ja, ich fühle mich auf der rechten Außenbahn am wohlsten, da möchte ich spielen."

ran.de: Bremen steht nach drei Bundesliga-Spielen mit drei Punkten da. Wäre das Verpassen des internationalen Geschäfts eine Enttäuschung?

Eggestein: "Ja, wäre es. Europa ist unsere Zielvorgabe an der wir nach wie vor festhalten. Es sind erst drei Spiele gespielt, daher ist noch alles drin. Durch den ersten Sieg gegen Augsburg sind auch wir endlich in der Saison angekommen. Davor haben wir zwei Spiele unglücklich verloren, wo wir aber nicht schlecht gespielt haben. Jetzt kommt Union Berlin. Und wir wissen, wie Borussia Dortmund gegen die gespielt hat. Da sind wir gewarnt."

Das Interview führte Mike Stiefelhagen

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