Arsene Wenger erntet für seine Stichelei gegen den DFB scharfe Kritik - Bildquelle: IMAGO/PA ImagesArsene Wenger erntet für seine Stichelei gegen den DFB scharfe Kritik © IMAGO/PA Images

Doha - Eigentlich war Arsene Wenger doch in seinem Element. Der einstige Starcoach philosophierte im grauen Trainingsanzug über Torhüter als Feldspieler, über Laufstrecken und die Bedeutung von Flügelstürmern.

Doch etwas versteckt zwischen all dem gönnte sich der FIFA-Direktor eine Spitze gegen all jene, die die umstrittene WM-Show in Katar nicht komplett schweigend hinnehmen wollten. 

Was Weltverbandsboss Gianni Infantino mit Vergnügen verfolgt haben dürfte, löste andernorts einen Sturm der Entrüstung aus.

Wengers Aussage sei "komplett sinnlos. Ganz, ganz großer Schwachsinn", schimpfte Ex-Weltmeister Christoph Kramer im "ZDF".

Per Mertesacker, einst Spieler unter Wenger, meinte, dass dieser die Gelegenheit genutzt habe, "um uns noch eins auszuwischen".

 

WM 2022: Wenger schießt indirekt gegen DFB

Doch was war genau passiert? Beim jüngsten Briefing der Technical Study Group (TSG) - jener FIFA-Gruppe, die sportliche Trends bei der WM beobachtet - behauptete Wenger nach einer ausufernden Lobrede über den Gastgeber, dass zum Auftakt des Turniers vor allem die Teams erfolgreich gewesen seien, die "nicht auf politische Demonstrationen fokussiert" waren. 

Dass er insbesondere die deutsche Mannschaft nach der "One Love"-Debatte sowie der "Mund zu"-Geste meinte, war offensichtlich. 

Wengers These sei "abenteuerlich", kritisierte Wenzel Michalski von Human Rights Watch (HRW) im "SID"-Gespräch. Vielmehr sei es "eine Unverschämtheit den Spielern gegenüber, wenn sie gezwungen werden, in solchen Ländern zu spielen, um dann in Gewissensnöte und politischen Druck zu geraten".

Mit Blick auf die wenigen Botschaften sagte er aber auch: Keiner, auch nicht der DFB, habe sich "richtig aus dem Fenster gelehnt".

WM 2022: Hitzlsperger: "Sind richtig auf die Fresse geflogen" 

Dass man sich mit den Themen rund um das Turnier verrannt habe, meinte dagegen Thomas Hitzlsperger. "Wir haben zu sehr gedacht, dass wir die Bühne nutzen müssen, um Menschen eine Stimme zu geben, die keine Stimme haben", sagte der DFB-Botschafter dem "SWR": "Wir sind richtig auf die Fresse geflogen dafür."

Den Gegenbeweis für die These Wengers, der inzwischen in vielen Belangen als FIFA-Sprachrohr im Sinne Infantinos fungiert, stellten aber die Australier auf.

Als eines der wenigen Teams hatten sie in einem eindringlichen Video statt mit symbolischen Gesten vor WM-Beginn die Missstände in Katar auch tatsächlich angesprochen - und dennoch überraschend das Achtelfinale erreicht. 

WM 2022: FIFA zeigt wahres Gesicht - "Herzlos" und "eiskalt"

Zur Wahrheit gehört aber auch: Seit der Ball rollt, stehen die Diskussionen um Menschenrechte, Entschädigungsfonds oder die Situation von Homosexuellen und Frauen fast still. 

Die Strategie der Katarer geht auf. Infantinos Wunsch, sich auf das Sportliche zu konzentrieren, geäußert in einem viel diskutierten Brief, wurde erfüllt. 

"Wenn die Spiele laufen, dann geht es nur noch um die Spiele, das ist klar", sagte Michalski: "Aber die FIFA hat ihr wahres Gesicht gezeigt: herzlos, eiskalt, auch internationalem Recht widersprechend. Sie haben sich benommen wie eine Tyrannei."

WM 2022: Wie sehen die Viertelfinals bei der WM 2022 aus?

Am 9. und 10. Dezember finden die Viertelfinals der WM 2022 statt. Hier geht es zum Spielplan.

Die Viertelfinals im Überblick:

9. Dezember:

16:00 Uhr: Kroatien vs. Brasilien - im Liveticker

20:00 Uhr: Niederlande vs. Argentinien - im Liveticker

10. Dezember:

16:00 Uhr: Marokko vs. Portugal - im Liveticker

20:00 Uhr: England vs. Frankreich - im Liveticker


In welchen Stadien findet die WM 2022 statt?

Bei der WM 2022 wird in acht Stadien gespielt, wobei vier davon in der Hauptstadt Doha stehen. Dabei wurden die Stadien komplett neu gebaut. Die meisten Stadien sollen nach der WM für gesellschaftliche Zwecke genutzt werden und nur einige für den Sport. Das größte Stadion ist das Lusail Iconic Stadion, welches mit 80.000 Plätzen auch das WM-Finale austragen wird. Die weiteren Stadien bieten Platz für 40.000 bis 60.000 Zuschauer.

Das sind die WM-Stadien 2022 Überblick:

Al-Bayt Stadium
Kapazität: 60.000 -Standort: Al-Khor - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020
Al-Rayyan Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan -Fertigstellung: Umbau, Wiedereröffnung 2019

Al-Thumama Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020

Al-Wakrah Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2019

Khalifa International Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan - Fertigstellung: Umbau, Wiedereröffnung 2017

Ras Abu Aboud Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020

Qatar Foundation Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020


Wann findet das WM-Finale in Katar statt?

Am 18. Dezember wird das Finale bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar ausgetragen. Anpfiff ist um 16 Uhr im Lusail Iconic Stadium.


Warum ist die WM 2022 im Winter?

Ursprünglich sollte die WM 2022 wie jede andere Weltmeisterschaft im Sommer ausgetragen werden. Durch die hohen Temperaturen im Gastgeberland Katar entschied die FIFA sich, dass die WM 2022 erstmals im Winter stattfindet. 


WM 2022 Katar

WM 2022 1/2 Finale

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