Stephanie Frappart schreibt WM-Geschichte - Bildquelle: AFP/SID/KIRILL KUDRYAVTSEVStephanie Frappart schreibt WM-Geschichte © AFP/SID/KIRILL KUDRYAVTSEV

Doha - Stephanie Frappart schreibt Fußball-Geschichte: Die Französin wurde am Dienstag vom Weltverband FIFA für die Leitung der WM-Partie am Donnerstag zwischen Deutschland und Costa Rica (19:30 Uhr im Liveticker auf ran.de) angesetzt. Die 38-Jährige wird damit zur ersten Schiedsrichterin, die eine Partie bei einer Männer-WM pfeift.

Nicht nur Fußball-Deutschland horchte auf, als es endlich so weit war - Stephanie Frappart allerdings bekam vom Rummel auf Twitter, Instagram und Facebook rund um ihre Nominierung nichts mit. Am Donnerstag wird die Französin das deutsche Gruppenfinale gegen Costa Rica pfeifen und damit in die Geschichte eingehen: Als erste Schiedsrichterin leitet sie ein Spiel bei einer Männer-WM.

Dem Internet-Getöse um diesen historischen Moment schob sie aber ganz bewusst einen Riegel vor. "Ich bin nicht in den sozialen Netzwerken aktiv", sagte Frappart: "Ich möchte da nicht in alles hineingezogen werden."

Diese Haltung hat den großen Vorteil, dass Frappart auch von einem möglichen Shitstorm im Anschluss an das Spiel, das für den deutschen Fußball so wichtig ist, zumindest auf direktem Wege nichts mitbekommen wird - was sie sehr begrüßt. "Selbstkritik sollte das Ergebnis einer Analyse von Experten sein", sagte die 38-Jährige: "Ich ziehe das Feedback von Leuten vor, die sich auskennen."

Frappart pfeift bereits in Ligue 1 und Champions League

Es ist nicht verwunderlich, dass Frappart auf die Rückmeldungen der Vorgesetzten setzt. Schließlich waren diese Kritiken in den vergangenen Jahren derart beeindruckend, dass sie nun Geschichte schreiben darf. Noch weit mehr als ihre frühere deutsche Kollegin Bibiana Steinhaus-Webb ist Frappart bereits daran gewohnt.

In den vergangenen dreieinhalb Jahren leitete Frappart als erste Frau ein Spiel der französischen Ligue 1, eine Partie der Champions League und eine Begegnung in der WM-Qualifikation. Bei den meisten ihrer Auftritte auf den großen Bühnen erhielt die 1,64 m große Unparteiische, die ihre Autorität durch die stets streng gekämmten Haare unterstreicht, gute Kritiken.

"Ich habe erst Fußball gespielt, dann wollte ich die Regeln genauer kennenlernen", erklärte Frappart ihren Werdegang - und fügte mit einem Augenzwinkern an: "Aus der Sicht der Fans ist es sicher besser, dass ich pfeife anstatt zu spielen."

Das sahen auch die Verantwortlichen des Weltverbands FIFA so - nach einer ziemlich langen Bedenkzeit. Elf Tage gingen bei dieser WM ohne Einsatz einer Frau ins Land, am zwölften wird es so weit sein. Damit wird Frappart vor den ebenfalls für die WM nominierten Salima Mukansanga (Ruanda) und Yoshimi Yamashita (Japan) eingesetzt. "Es ist sehr emotional, denn die WM ist die wichtigste Sportveranstaltung der Welt", sagte Frappart: "Ich fühle mich sehr geehrt, ausgewählt worden zu sein."

Neben den drei Schiedsrichterinnen hat die FIFA die drei Assistentinnen Neuza Back (Brasilien), Karen Diaz Medina (Mexiko) und Kathryn Nesbitt (USA) nach Katar geholt. Sie gehören zu der erlesenen Gruppe von 36 Schiedsrichtern, 69 Assistenten und 24 Video-Offiziellen.

WM 2022: Wie sehen die Viertelfinals bei der WM 2022 aus?

Am 9. und 10. Dezember finden die Viertelfinals der WM 2022 statt. Hier geht es zum Spielplan.

Die Viertelfinals im Überblick:

9. Dezember:

16:00 Uhr: Kroatien vs. Brasilien - im Liveticker

20:00 Uhr: Niederlande vs. Argentinien - im Liveticker

10. Dezember:

16:00 Uhr: Marokko vs. Portugal - im Liveticker

20:00 Uhr: England vs. Frankreich - im Liveticker


In welchen Stadien findet die WM 2022 statt?

Bei der WM 2022 wird in acht Stadien gespielt, wobei vier davon in der Hauptstadt Doha stehen. Dabei wurden die Stadien komplett neu gebaut. Die meisten Stadien sollen nach der WM für gesellschaftliche Zwecke genutzt werden und nur einige für den Sport. Das größte Stadion ist das Lusail Iconic Stadion, welches mit 80.000 Plätzen auch das WM-Finale austragen wird. Die weiteren Stadien bieten Platz für 40.000 bis 60.000 Zuschauer.

Das sind die WM-Stadien 2022 Überblick:

Al-Bayt Stadium
Kapazität: 60.000 -Standort: Al-Khor - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020
Al-Rayyan Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan -Fertigstellung: Umbau, Wiedereröffnung 2019

Al-Thumama Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020

Al-Wakrah Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2019

Khalifa International Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan - Fertigstellung: Umbau, Wiedereröffnung 2017

Ras Abu Aboud Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020

Qatar Foundation Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020


Wann findet das WM-Finale in Katar statt?

Am 18. Dezember wird das Finale bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar ausgetragen. Anpfiff ist um 16 Uhr im Lusail Iconic Stadium.


Warum ist die WM 2022 im Winter?

Ursprünglich sollte die WM 2022 wie jede andere Weltmeisterschaft im Sommer ausgetragen werden. Durch die hohen Temperaturen im Gastgeberland Katar entschied die FIFA sich, dass die WM 2022 erstmals im Winter stattfindet. 


WM 2022 Katar

WM 2022 1/2 Finale

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