Jens Keller wurde am 04.12.2017 bei Union Berlin entlassen. - Bildquelle: GettyJens Keller wurde am 04.12.2017 bei Union Berlin entlassen. © Getty

Berlin - Eine kleine Schwächeperiode und interne Probleme haben Trainer Jens Keller bei Union Berlin den Job gekostet. Was ran.de zunächst exklusiv berichtete, wurde später vom Verein bestätigt. Einen Tag nach der 1:2 (1:1)-Niederlage beim VfL Bochum wurde der 47-Jährige freigestellt. 26 Punkte und ein aussichtsreicher Platz im Aufstiegsrennen der 2. Fußball-Bundesliga waren den Verantwortlichen wohl nicht genug. Keller reagierte mit Entsetzen, auch deshalb wirft die Trennung mehrere Fragen auf.

"Ich bin geschockt und kann es nicht verstehen. Wir waren in der vergangenen Woche noch in guten Gesprächen über einen neuen Vertrag", sagte er im exklusiven Interview mit ran.de. Der Vertrag Kellers hat noch eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2018. Sein Nachfolger wird der bisherige U19-Coach und Kellers Vorgänger Andre Hofschneider.

Union-Geschäftsführer Munack: "Ein harter Schnitt, den wir für notwendig halten"

Allerdings soll es auch interne Probleme gegeben haben. Keller ließ Union-Urgestein Steven Skrzybski zuletzt oftmals draußen, auch nachdem der Stürmer beim 3:4 gegen Heidenheim zwei Tore erzielt hatte. Im Spiel darauf beim 3:3 gegen Darmstadt 98 fand sich der 25-Jährige zunächst auf der Bank wieder. In der Personalie Felix Kroos bewies Keller ebenfalls kein glückliches Händchen. Der Coach nahm den Kapitän nahezu regelmäßig nach gut einer Stunde vom Platz und sorgte intern für Unmut.

"Es ist ein harter Schnitt, den wir vollziehen, weil wir ihn für notwendig halten. Mit unserer Spielweise und den Ergebnissen der letzten Wochen werden wir nicht den Ansprüchen gerecht, die wir klar formuliert und mit der Gestaltung des Kaders im Sommer deutlich untermauert haben", sagte Lutz Munack, Geschäftsführer Sport bei den Berlinern.

Keller führte Union in der vergangenen Saison auf Platz vier

Die Niederlage in Bochum war die dritte Partie ohne Sieg in Folge für Union. Fehlende Kontinuität in den Leistungen sei laut Munack ein weiterer Grund für die Demission Kellers. "Unser Vertrauen darin, in der bestehenden Konstellation Konstanz in unsere sportlichen Leistungen zu bekommen, ist nicht mehr gegeben", sagte Munack: "Wir haben uns deshalb entschieden, unverzüglich zu handeln. Vor uns liegen zwei enorm wichtige Spiele, die wir erfolgreich bestreiten wollen." Union empfängt am kommenden Samstag Dynamo Dresden zum Ostderby, am 15. Dezember ist Bundesliga-Absteiger Ingolstadt zu Gast.

Im Vorjahr hatte Keller, früherer Trainer von Schalke 04 und beim VfB Stuttgart, Union von Hofschneider übernommen. Damals hatte Hofschneider die Mannschaft interimsweise betreut und sie auf Platz sechs geführt. Keller war in der abgelaufenen Saison Vierter geworden. Gerade deshalb dürfte die jetzige Entscheidung des Klubs für Irritationen sorgen. Die Niederlage in Bochum war gerade einmal die vierte der laufenden Saison. Von Ende September bis Anfang November war Union gar sechs Spiele ohne Niederlage, von denen die Ost-Berliner fünf Spiele gewannen.

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