Das erste Spiel von Neu-Nationaltrainer Alfred Gislasson könnte zur Farce we... - Bildquelle: imago images/VIADATADas erste Spiel von Neu-Nationaltrainer Alfred Gislasson könnte zur Farce werden. © imago images/VIADATA

München - Anfang November steht das erste Nationalmannschaftsfenster im Handball an. Es droht aber ein großer Streit, denn die Vereine der Handball-Bundesliga wollen geschlossen die Spieler nicht abstellen.

"Es ist klar, dass wir niemanden zu seiner Nationalmannschaft in ein Risikogebiet schicken können, der nach seiner Rückkehr nach Deutschland in Quarantäne müsste", sagt Jennifer Kettemann, Geschäftsführerin der Rhein-Neckar Löwen, dem "Mannheimer Morgen".

Gemeinsames Schreiben an DHB

Laut einem Bericht des "Spiegel" haben deswegen alle 20 Bundesliga-Vereine ein Schreiben an den Deutschen Handball-Bund (DHB) und alle weiteren europäischen Verbände geschrieben. Dort erkennen sie grundsätzlich die Abstellpflicht zwar an, aber aufgrund der aktuell Corona-Lage könne man "dem Abstellungsbegehren vorläufig nicht nachkommen".

Der Grund für diese Überlegung sind die verschärften Corona-Bedingungen. Die Vereine fürchten, dass ihre Spieler nach der Rückkehr in die Quarantäne müssen und ihnen so für die Ligaspiele nicht zur Verfügung stehen.

"Derzeit sind die Bestimmungen bei uns in Hessen so, dass die Profis nach der Rückkehr für fünf Tage in Quarantäne müssten, weshalb sie für das nächste Heimspiel gegen Coburg nicht spielen könnten", begründet Björn Seipp, Geschäftsführer der HSG Wetzlar, im "Spiegel".

EHF will Pflicht nicht lockern

Die deutsche Nationalmannschaft empfängt am 5. November Bosnien & Herzegowina in Düsseldorf und muss drei Tage später nach Tallinn reisen. Bisher ist Estland noch kein Risikogebiet. Jedoch stellen die HBL-Vereine ihre Spieler auch an andere Nationalverbände ab.

Die EHF pocht in einer ersten Reaktion jedoch auf die Einhaltung der Termine und will die Abstellungspflicht nicht lockern. Damit handeln sie anders als die FIFA, die die Pflicht aufgeweicht hatte und es den Vereinen somit ermöglichte, ihren Spielern die Reise in ein Risikogebiet zu verweigern.

Strafe droht

Die Bundesliga-Vereine wollen die Entwicklungen in den nächsten Tagen abwarten. Eine finale Entscheidung soll am 28. Oktober fallen. "Wir wollen einfach eine Woche Zeit gewinnen und dann die Lage neu bewerten", erklärt Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball Bundesliga (HBL), dem "Spiegel".

Sollten die Verbände bis dahin keine Möglichkeit geschafft haben, dass die Spieler nach ihrer Rückkehr nicht in Quarantäne müssen, werden die Vereine ihre Spieler wohl nicht abstellen. In diesem Fall drohen den Vereinen aber höchstwahrscheinlich empfindliche Strafen durch den EHF - denn es ist zu erwarten, dass der europäische Verband nicht von seiner Meinung bzw. seinem Standpunkt der Abstellungspflicht abweichen wird.

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