Alfred Gislason verschickt die Gegneranalyse per Handy - Bildquelle: AFP/SID/DANIEL LEALAlfred Gislason verschickt die Gegneranalyse per Handy © AFP/SID/DANIEL LEAL

Bratislava (SID) - Alfred Gislason begab sich sofort auf sein Hotelzimmer. Noch am Donnerstagabend sendete der Bundestrainer seinen Handballern die Clips vom nächsten Gegner aufs Handy - viel Zeit bis zum nächsten EM-Kracher blieb schließlich nicht.

"Der Trainer wird uns gleich Videos schicken. Dann schaut sich die jeder alleine an - und dann wird es eventuell einen Call geben, in dem man darüber spricht", beschrieb Torhüter Johannes Bitter die Vorbereitung des DHB-Teams unter Corona-Bedingungen. Im zweiten Hauptrundenspiel gegen Norwegen mit Starspieler Sander Sagosen geht es am Freitagabend (20.30 Uhr/ZDF) um wichtige Punkte im Kampf ums Halbfinale. 

Diese Art der Gegneranalyse hat sich bei den deutschen Handballern während der EM längst etabliert. "Der Mensch scheint sich an alles gewöhnen zu können", scherzte Gislason angesichts der kuriosen, aber nicht änderbaren Situation. 

Weil sein Team elf Coronafälle zu beklagen hat, isolieren sich die Spieler im Hotel in Bratislava weitestgehend in ihren Einzelzimmern. Auch der Trainer verlässt kaum den Raum. Intensive Gegneranalyse, umfangreicher Videoschnitt, virtuelle Besprechungen - so sieht derzeit die Normalität im deutschen EM-Quartier in der slowakischen Hauptstadt aus.

"Der Zimmerservice war noch nicht einmal bei mir, ich stelle den Mülleimer vor die Tür", berichtete Gislason. Seine Spieler verabschiedete er nach dem 23:29 gegen Spanien am Donnerstagabend ins Bett, abseits der digitalen Welt wird er sie erst zur Abfahrt zum Norwegen-Spiel wiedersehen.

Nach der klaren Niederlage gegen den Titelverteidiger kommt der Partie gegen die Skandinavier eine Riesenbedeutung zu. Gewinnt Deutschland, ist das Halbfinale greifbar. Verliert Deutschland, schrumpfen die Chancen schon vor den weiteren Hauptrunden-Partien gegen Vizeweltmeister Schweden am Sonntag (18.00 Uhr/ARD) sowie Russland am Dienstag (18.00 Uhr/ARD) deutlich. 

Der Optimismus im deutschen Team ist trotz des bislang schwächsten EM-Auftritts gegen Spanien und der Corona-Widrigkeiten ungebrochen. "Wir kennen die ganzen Spieler aus der Bundesliga", sagte Torhüter Bitter: "Ich habe die große Hoffnung, dass Norwegen eine Mannschaft ist, die uns deutlich mehr liegt." 

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