Was macht Schubert-BMW-Pilot Sheldon van der Linde am Lausitzring (1. Freies Training am Freitag, 20. Mai, ab 11:15 Uhr - live auf ran.de) so stark? Der 23-jährige Südafrikaner hat nicht nur dieses Jahr eine Pole und Siege in beiden DTM-Rennen geholt, sondern ergatterte auf der ehemaligen IndyCar-Anlage in Klettwitz schon 2020 seinen ersten DTM-Podestplatz und stand auch im Vorjahr auf der Poleposition und sammelte Führungskilometer.

"Der Lausitzring war schon immer gut zu mir, und mir gelingt es hier, jedes Jahr zu performen", freut sich der jüngere Bruder von Abt-Audi-Pilot Kelvin van der Linde. Auf die Frage von 'Motorsport-Total.com', woran das liegt, zuckt er aber nur mit den Schultern.

"Ich habe leider nicht die perfekte Antwort auf diese Frage", antwortet der neue "Mr. Lausitzring". "Ich weiß es nicht, ich kann es echt nicht sagen. Und selbst wenn ich es wüsste, würde ich wahrscheinlich meine Geheimnisse nicht preisgeben."

"Der Lausitzring ist keine meiner Lieblingsstrecken"

Interessant ist, dass der Lausitzring nicht einmal zu van der Lindes absoluten Favoriten - seine Nummer 1 ist die Nürburgring-Nordschleife - zählt. "Der Lausitzring ist keine meiner Lieblingsstrecken, aber ich kann auch nichts schlechtes über die Strecke sagen, da sie immer gut zu mir war", sagt er.

Nur am BMW M4 GT3 kann es aber auch nicht liegen, dass van der Linde auf dem Kurs, der eine Mischung aus der rund 240 km/h schnellen Steilkurve Turn 1, den langen Geraden und dem kurvigen Infield und vielen Bodenwellen darstellt, auch der hohe Topspeed und die aerodynamische Stabilität zum Boliden passt.

Teamkollege Eng: "Besonders stark in Turn 1"

Denn seine BMW-Markenkollegen fuhren dieses Wochenende keinen Podestplatz ein. "Er fährt hier wirklich gut", sagt Schubert-Teamkollege Philipp Eng über den nun in der Gesamtwertung führenden van der Linde. "Es gefällt ihm hier und er ist besonders stark in Turn 1", fällt dem Österreicher auf. 

Das könnte durchaus am Mut des Youngsters liegen. "Er ist jung, also ist er immer noch verrückt genug, um den Speed mitzunehmen", lautet Engs Analyse. "Er war dieses Wochenende wirklich die Benchmark. Mal schauen, wie es in Imola aussieht."

Denn die Highspeed-Kurve ist durch die Bodenwelle alles andere als einfach zu nehmen. Wenn man diese im falschen Winkel trifft, landet man in der Mauer.

2020 gelang auf dem Lausitzring der Durchbruch

Rein an Turn 1 kann es aber auch nicht gelegen haben, denn die Steilkurve wurde 2020 bei van der Lindes erstem DTM-Podestplatz auf der Sprintstrecken-Variante gar nicht gefahren. Für van der Linde war das Rennen in seiner zweiten Saison, bei dem er am Ende beinahe noch Sieger Nico Müller abfing, eine Art Durchbruch in der DTM.

"Am Lausitzring ist mein Selbstvertrauen so richtig gestiegen und seitdem habe ich den Schwung bis zum Ende der Saison mitgenommen", erzählt van der Linde im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

"Ich habe damals bemerkt, dass ich ein anderer Fahrer bin, der eine Menge gelernt hat. Ich habe die Reifen besser gemanagt und bin ein gutes Rennen gefahren. Durch dieses Selbstvertrauen wurde es von Rennen zu Rennen immer besser - und genau das ist es, was du als Fahrer brauchst."

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