DTM-Boss Gerhard Berger zieht im exklusiven Interview mit ran.de eine Saison... - Bildquelle: ImagoDTM-Boss Gerhard Berger zieht im exklusiven Interview mit ran.de eine Saisonbilanz und wagt einen Blick in die Zukunft. © Imago

Hockenheim – Er ist seit nunmehr zwei Jahren der starke Mann in der DTM: Ex-Formel-1-Pilot Gerhard Berger. Es war im Jahr 2017, als er das Zepter bei der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft übernahm und seither versucht der umtriebige Österreicher, die Rennserie von Jahr zu Jahr ein Stück weiterzuentwickeln.

Da an diesem Wochenende auf dem Hockenheimring die DTM-Saison 2019 mit dem Champion Rene Rast zu Ende geht (das zweite Rennen Sonntag, 6. Oktober, ab 13 Uhr live in SAT.1), wird es natürlich auch für Berger Zeit, Bilanz zu ziehen.

Mit ran.de spricht DTM-Boss Berger über ...

... die zurückliegende DTM-Saison 2019: "Wir haben aus meiner Sicht eine sehr gute Saison erlebt. Die Zuschauerzahlen und die TV-Reichweiten haben sich deutlich verbessert. Wir haben die neuen, effizienten Vierzylinder-Turbomotoren eingeführt, was grundsätzlich sehr gut aufgegangen ist.

Die Autos haben etwa 100 PS mehr Leistung. Ja, wir haben in diesem Jahr in der zweiten Saisonhälfte einen sehr dominierenden Audi gehabt. Deshalb hoffen wir darauf, dass BMW in der kommenden Saison aufschließen kann und das Feld wieder etwas mehr zusammenrückt."

... die Dominanz von Audi und René Rast: "Es ist ja nicht so, dass BMW während der gesamten Saison hinterhergefahren ist. So krass würde ich es nicht sehen. BMW hatte einige Pole-Positions und Rennsiege. Ich denke, dass die Fans gleichermaßen ihre Freude daran hatten, dass sich mit René Rast und Nico Müller lange Zeit zwei Fahrer aus dem gleichen Lager (Audi; Anm. d. Red.) auf der Strecke bekämpft haben.

Aber klar, am Ende des Tages hätte man natürlich schon gerne, dass alle drei Marken möglichst nebeneinander über die Ziellinie fahren. In der vergangenen Saison 2018 haben wir das noch gehabt, allerdings ist durch die Änderungen im Technischen Reglement ein kleines Ungleichgewicht entstanden.

Mit den Erfahrungen des ersten Jahres mit dem Vierzylinder-Turbomotor sowie der ein oder anderen Nachbesserung über den Winter wird das 2020 wieder anders aussehen."

... das Rennen in St. Petersburg in der kommenden DTM-Saison 2020: "Wir wollen mit der Rennserie neue Märkte erschließen und Russland ist für die Hersteller in der DTM ein großer Markt mit viel Potenzial. Die Rückkehr nach Russland, noch dazu als erste Großveranstaltung des neuen Projekts 'Igora Drive', ist aus meiner Sicht richtig.

Die DTM fuhr von 2013 bis 2017 in Moskau, aber dieses Event hat mir nicht richtig gefallen. Die Strecke war viel zu weit von der Stadt entfernt, die Tribünen waren leer und überhaupt hatte diese gesamte Veranstaltung keine Seele. Das wird in St. Petersburg jetzt ganz anders sein, davon bin ich fest überzeugt."

... die Spekulationen über ein Engagement von Ex-Formel-1-Fahrer Robert Kubica in der DTM ab der kommenden Saison und den prominenten Gastfahrer in Hockenheim, Jenson Button: "Solche großen Namen wie Robert Kubica haben wir immer auf dem Radar. Aber es hängt von vielen Faktoren ab, etwa dem Budget oder der Verfügbarkeit von Cockpits. Keine Frage, ich würde solche Namen gerne regelmäßig bei der DTM sehen. 

Sie würden sportlich auf einem ähnlichen Niveau sein wie unsere DTM-Fahrer, die aus meiner Sicht alle absolute Top-Rennfahrer sind – sie haben aber vielleicht nicht so einen Bekanntheitsgrad wie Kubica und an diesem Wochenende Jenson Button. Die Mischung muss richtig sein und daran arbeiten wir."

... die Aussage von Audi-Motorsportchef Dieter Gass, der "Gänsehaut hatte, als er in Hockenheim durch die Startaufstellung ging und dank der Gastfahrer der SUPER GT aus Japan sechs verschiedene Fabrikate auf der Strecke waren" und er sich das jede Woche in der DTM wünschen würde: "Das ist selbstverständlich ein Traum. Aber manche Träume gehen in Erfüllung und manche eben nicht (lacht)."

... seinen persönlichen Wunsch, wenn er für die kommenden Saison 2020 einen frei hätte: "In Bezug auf die DTM wäre es sicher einer meiner größten Wünsche, mehr Marken auf der Strecke zu haben. Ansonsten habe ich noch viele andere, aber die verrate ich jetzt nicht (lacht)."

Aus Hockenheim berichtet: Dominik Hechler

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