Nach drei Runden stellte Ravaglia den BMW-Hoffnungsträger an der Box ab - Bildquelle: BMWNach drei Runden stellte Ravaglia den BMW-Hoffnungsträger an der Box ab © BMW

Sollte es tatsächlich dazu kommen, dass das Ceccato-Team von Teammanager Roberto Ravaglia 2023 in die DTM einsteigt, dann wird die 64-jährige Tourenwagen-Legende gewiss nicht hinterm Steuer sitzen. Dennoch durfte der Italiener, der 1989 mit Schnitzer den DTM-Titel holte, im Oktober des Vorjahres beim Test in Valencia den neuen BMW M4 GT3 Probe fahren.

Doch nach drei Runden kam Ravaglia unerwartet zurück an die Box und stellte den Boliden ab. Was war passiert?

"Ich hatte eigentlich gar nicht vor, das Auto zu fahren, aber sie haben es mehrmals bei mir probiert und gesagt: 'Du musst das Auto fahren, du musst fahren!'", erzählt Ravaglia im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

"Dann haben sie mir einen Helm und einen Overall gegeben und gesagt, dass ich zehn Runden fahren kann", beschreibt der Mann aus Venedig, wie man ihn auf dem Circuit Ricardo Tormo zu einem Mini-Comeback überreden wollte.

Die Ausfahrt war dann kürzer als geplant. "Nach drei Runden habe ich aufgehört", sagt Ravaglia, der 1997 seine aktive Karriere beendet hatte und seitdem kaum noch am Steuer von Rennautos saß. "Ich wollte schnell sein, aber dabei wurde mir bewusst, dass nicht viel fehlt, um einen Fehler zu machen", erklärt er seine Beweggründe.

"Ich habe also zu mir gesagt: 'Hör zu, jetzt bist du drei Runden gefahren und kannst einschätzen, dass der M4 GT3 ein fantastisches Auto ist. Und wenn wir das Auto bekommen, dann fährst du mehr Runden'", so der Italiener, der laut eigenen Angaben nichts kaputt machen wollte.

Im Gegensatz zu Teams wie Schubert oder Walkenhorst, die am vergangenen Wochenende beim 12-Stunden-Rennen in Dubai am Start waren, hat Ravaglias Ceccato-Team den neuen M4 GT3 noch nicht erhalten. Das soll im Februar passieren.

Sein Fazit des neuen GT3-Hoffnungsträgers aus München fällt aber "sehr positiv" aus. "Nach drei Runden kann man nicht viel sagen, aber ich habe schon das Gefühl, dass das Auto viel einfacher zu fahren ist als der M6", meint er.

Ob es für Ravaglia schwierig war, sich bei der Rückkehr hinters Steuer einzubremsen? "Natürlich wäre ich gerne viel schneller", sagt der frühere Tourenwagen-Weltmeister. "Und ich wusste, dass ich viel schneller sein kann, aber ich wollte es nicht riskieren."