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München - DTM-Legende Manuel Reuter Meinungsumschwung sorgte für Verwunderung in der deutschen Motorsportszene. Der Ex-Sportdirektor des im ADAC GT Masters aktiven Rutronik-Teams hatte DTM Boss Gerhard Berger für den GT3-Wechsel der DTM scharf kritisiert und ihm Spaltung und bewusste Fehlinformation vorgeworfen.

Doch seit Anfang des Jahres ist Reuter Sportdirektor beim DTM-Team Grasser - und plötzlich voll des Lobes für DTM-Retter Berger und die Traditionsserie. Wie das der DTM-Boss sieht?

"Mit Lächeln, denn ich kenne das aus eigener Erfahrung und hätte ihm vorher schon sagen können: Wo man hinspuckt, leckt man meistens auf!", sagt Berger grinsend in einem exklusiven Video-Interview, das seit Dienstag auf dem YouTube-Kanal von "Motorsport-Total.com" zu sehen ist.

"Genau das ist passiert. Ich kann ihm aber sagen: Es ist mir auch schon 100 Mal passiert", sieht er die Angelegenheit entspannt.

Reuters DTM-Kritik: "Bühne ist objektiv betrachtet tot"

Zur Erinnerung: Der ehemalige ITC-Champion ging im September 2020 in einem Interview mit 'Motorsport-Total.com' mit Berger und der DTM hart ins Gericht und hielt es "für einen großen Fehler", dass die Traditionsserie im Revier des ADAC GT Masters wildert und auf die gleichen Autos setzt.

"Ich bin im Moment wahnsinnig enttäuscht von Gerhard, weil er nicht versucht zusammenzuführen", drückte Reuter damals auch seine Unzufriedenheit mit Berger aus. "Der Gerhard spaltet. Er nutzt auch seine Stärke in den Medien und seinen Namen, um die Dinge in der Öffentlichkeit bewusst falsch darzustellen."

Dabei habe die DTM auch für den deutschen Nachwuchs ohne Serien wie der Formel 3 im Rahmenprogramm keine Relevanz mehr: "Wir reden uns also etwas schön, was nicht mehr den Tatsachen entspricht. Der Name ist noch stark. Mir tut es auch weh, aber die Bühne ist objektiv betrachtet tot."

Berger sieht Reuter-Umschwung als Bestätigung

Doch dann tauchte Reuter Anfang des Jahres plötzlich wieder in der DTM als Sportdirektor des Lamborghini-Neueinsteiger-Teams Grasser auf und lobte auf einmal Bergers DTM-Rettung. "Die DTM mit den GT3-Rennwagen war der richtige Schritt und hat auf Anhieb tollen Sport geboten", so Reuter bei 'DTM.com'. "Wieder ein Teil dieser DTM zu sein, wieder mitzuwirken und auch Vorstellungen umzusetzen, darauf freue ich mich sehr."

Die Serie habe sich "extrem gut entwickelt und viel von ihrer einstigen Strahlkraft zurückerlangt", wodurch sie "für Teams sowie Hersteller an Attraktivität gewonnen" habe.

Berger fühlt sich nun gerade durch die Aussagen seines früheren Kritikers bestätigt: "Manuel ist einer, der Motorsport versteht, er war ja in der DTM. Wir haben es uns erarbeiten müssen, wir haben es uns aber auch erarbeitet", sagt der Österreicher.

DTM-Manager Elsner: "Musste schon zweimal hinschauen"

Ob es vor Reuters DTM-Wechsel eine Aussprache gegeben habe? "Nein, überhaupt nicht", antwortet Berger, der die Angelegenheit nüchtern sieht. "Er hat sich das angeschaut, hat sich seine Meinung gebildet. Wir sind froh, dass er dabei ist. Er ist ein guter Kerl, versteht Motorsport."

Auch bei der DTM-Dachorganisation ITR hatte Reuters DTM-Engagement vor einigen Monaten für Verwunderung gesorgt. "Als ich das gelesen habe, habe ich schon zweimal hinschauen müssen, ob das auch wirklich stimmt", meinte DTM-Manager Frederic Elsner.

Auch Bergers Landsmann sieht die Angelegenheit als "Kompliment für die Serie", die dieses Jahr ein Starterfeld mit 29 Boliden hat. Reuters Meinungsumschwung sei zwar "interessant", der 60-Jährige sei aber in der DTM "herzlich willkommen".

Bergers komplette Aussage zu Manuel Reuter, wie es mit der DTM nach dem Auslaufen der Verträge mit den Herstellern weitergeht und wann er sich einen Rückzug vorstellen könnte, erfahren Sie in einem ausführlichen Videointerview auf dem YouTube-Kanal von Motorsport-Total.com.

Darin analysiert der DTM-Boss den Saisonauftakt in Portimao und spricht Klartext .

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