Dev Gore feiert sich auf dem Podium von Imola - Bildquelle: DTMDev Gore feiert sich auf dem Podium von Imola © DTM

Der 24-jährige Dev Gore - in der DTM als klassischer Paydriver verschrien und im Vorjahr oft überfordert - hat beim DTM-Sonntagsrennen mit Platz zwei nicht nur alle verblüfft, sondern auch Geschichte geschrieben: Der Rosberg-Audi-Pilot aus Oklahoma City holte als erster US-Amerikaner überhaupt einen DTM-Podestplatz.

Etwas das Danny Sullivan, der 1994 im Alfa Romeo saß, oder Joey Hand, der vor einem Jahrzehnt für BMW fuhr, nicht gelang. "Das bedeutet mir viel", so der junge Rennfahrer, der mit seinem ersten Podestplatz auch seine ersten DTM-Punkte überhaupt einfuhr. Und der trotz seiner Herkunft schon lange von der DTM träumt.

"Als ich aufwuchs, habe ich nie der Formel 1 nachgeeifert und gesagt, dass ich dort hinwill. Die DTM war immer mein Ziel. Und jetzt endlich hier zu sitzen bei einer Pressekonferenz, nachdem ich einen Podestplatz eingefahren habe, ist wirklich aufregend. Hoffentlich kann ich länger hier bleiben und mehr gute Ergebnisse einfahren."

Gore hat große Ziele in der DTM

Gore hat im Rennen eine Achterbahn der Gefühle erlebt. Wegen eines Kontakt zwischen Maximilian Bukh und Laurens Vanthoor musste der 24-Jährige ins Kiesbett ausweichen, einen Schlag von David Schumacher einstecken und anschließend wegen eines Reifenschadens an die Box kommen. Das spülte ihn ans Ende des Feldes. Als dann wegen eines weiteren Zwischenfalls das Safety-Car ausrücken musste, schalteten er und sein Rosberg-Team am schnellsten und leistete früh den Pflichtstopp ab.

So wurde Gore an die Spitze des Feldes katapultiert, wo er lange gegen den späteren Rennsieger Ricardo Feller kämpfte. Letzterer überholte den US-Amerikaner und feierte seinen ersten DTM-Sieg. Gore zollt dem Schweizer Respekt und sagt: "Hoffentlich werde ich irgendwann das Niveau von diesem Kerl zu meiner Linken erreichen. Das ist das Ziel von allen. Ich bin gespannt, wo es hingeht."

Dass er das Zeug zu einem DTM-Podestplatz hat, stand für ihn laut eigenen Angaben nie in Zweifel. "Deswegen bin ich in die DTM gekommen", so der 24-Jährige. "Wenn ich nicht geglaubt hätte, dass es möglich ist, hätte ich was anderes gemacht."

Lob von Rosberg-Teamchef Liimatainen

Rosberg-Teamchef Kimmo Liimatainen glaubt, dass das der Durchbruch für Gore sein könnte. "Sicher hatte er auch etwas Glück mit dem Safety-Car", weiß der Finne. Gore, der im Jahr 2020 überhaupt keine Autorennen fuhr, habe aber aber mit seinem Podestplatz "gezeigt, dass er, der im vergangenen Jahr mit extrem wenig Erfahrung im Motorsport zu uns gekommen ist, mittlerweile mit den schnellsten Profis in der DTM mithalten kann."

Trotz des zweiten Platzes gilt es für Gore jetzt aber, das Ergebnis zu bestätigen und sich weiter zu verbessern. In seiner Debütsaison 2021 kam er nicht über Platz zwölf am Lausitzring hinaus, bis zur Imola-Sensation war im Jahr 2022 auch wegen des deutlich angewachsenen Starterfeld nur Rang 16 drin.

Platz zwölf bisheriges Karriere-Hightlight im Qualifying

Sein größtes Problem ist das Qualifying: Für den Sonntagslauf in Imola hatte er sich gerade einmal auf Position 22 qualifiziert. Sein zwölfter Startplatz in Portimao - immerhin vor Rene Rast - und sein 13. Platz in Zolder 2021 waren bisher die einzigen echten Ausreißer.

"Wir haben unsere Probleme im Qualifying", gibt Gore zu. "Bei der Pace im Rennen gehören wir zu den schnellsten, nur bleiben wir immer wieder hinter den falschen Leuten stecken. Ich habe seit dem Vorjahr große Fortschritte gemacht, der Unterschied ist aber auch nicht Tag und Nacht."

Auch die intensiven Testfahrten des Rosberg-Teams, bei dem auch der US-Amerikaner intensiv eingesetzt wurde, hat zum Fortschritt beigetragen, weiß Gore: "Das Team hat auch tolle Arbeit geleistet und viel Performance gefunden, wovon beide Autos profitieren."