Jorge Lorenzo startet diese Saison im Porsche-Carrera-Cup in Italien - Bildquelle: PorscheJorge Lorenzo startet diese Saison im Porsche-Carrera-Cup in Italien © Porsche

Bislang ist es DTM-Boss Gerhard Berger trotz Valentino Rossis Versprechen im Jahr 2019 nicht gelungen, den Ex-MotoGP-Superstar zu einem DTM-Start zu bewegen. Dafür klopft nun ein Ex-Rivale Rossis bei der DTM an: Jorge Lorenzo wird beim DTM-Wochenende in Spielberg als Gast im Fahrerlager erwartet.

Wie es dazu kam? "Das ist ganz einfach: Ich war beim MotoGP und habe mit Lorenzo Kaffee getrunken", offenbart DTM-Boss Gerhard Berger im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Und er hat mir erzählt, dass er Porsche-Cup fährt und sich das gerne einmal anschauen möchte."

Berger, der ein bekennender MotoGP-Fan ist, reagierte prompt: "Ich habe ihn dann eingeladen vorbeizukommen und gesagt: 'Wir freuen uns, wenn du kommst!'. Und jetzt kommt er und schaut sich die DTM an."

Lorenzo macht im Porsche-Carrera-Cup Fortschritte

Der 41-jährige Spanier, der mit Yamaha drei MotoGP-Titel holte und Ende 2019 zurücktrat, machte 2022 den Wechsel von zwei auf vier Räder: Er absolvierte nicht nur einen Gaststart beim Porsche-Supercup im Formel-1-Rahmenprogramm in Imola, sondern tritt bei allen Rennen des italienischen Porsche-Carrera-Cups an.

Und wird dabei immer besser: Beim bislang letzten Einsatz in Italien wurde er immerhin Achter. "Das ist das beste Ergebnis meiner Rennauto-Karriere", freute er sich auf 'Instagram'. "Wir kommen jedes Mal näher ran."

Berger über Lorenzos DTM-Ambitionen

Ob Berger sich vorstellen könnte, dass Lorenzo in Zukunft auch DTM-Ambitionen hat? "Ich bin sicher, dass er sich die Frage stellt: Wäre das was für mich oder nicht?", antwortet der Österreicher. "Aber das muss er sich vorher anschauen. Und da ist kein Plan dahinter. Das ist wirklich bei einem Kaffee entstanden."

Das deckt sich mit Informationen, die 'Motorsport-Total.com' aus dem Umfeld des Spaniers erhalten hat. Lorenzo hat weder Angebote aus der DTM noch ist ein Einstieg aktuell ein Thema.

Deutlich weiter in seiner Karriere auf vier Rädern ist da schon Valentino Rossi. Der 43-jährige fuhr bereits während seiner aktiven MotoGP-Zeit GT3-Rennen und konzentriert sich seit diesem Jahr mit WRT in der GT-World-Challenge Europe voll auf seine Einsätze im Audi R8 LMS GT3 Evo II.

Berger: Rossi weiß, wo in der DTM "die Trauben hängen"

Aber wäre nach einem Jahr an der Seite von Teampartnern nicht die Zeit reif für einen Wechsel in die DTM? "Ich kann es nicht sagen", antwortet Berger. "Ich sage Valentino ungern, was er machen soll."

Abgesehen davon sei Rossi für die DTM "nur gut, wenn er auch mitmischt und nicht hinterherfährt. Und für ihn ist das ein Muss. Daher kann niemand besser einschätzen als er, ob das was für ihn ist."

Zumal er nach seinen GT3-Einsätzen an der Seite von DTM-Piloten bereits eine Idee haben müsste, wo er steht. "Er ist mit Nico Müller zum Beispiel in Spa gefahren", so Berger. "Er hat daher einen ziemlich genauen Vergleich, wo die Trauben hängen. Man muss nur seine Rundenzeiten in Spa anschauen. Dann weiß er, wo er liegt."

Ob die DTM für Rossi noch zu früh komme? "Vielleicht, aber das muss er selbst im Gefühl haben", sagt der ehemalige Formel-1-Pilot.