Esmee Hawkeys Lamborghini ohne Sponsorenlogos beim DTM-Auftakt - Bildquelle: Alexander TrienitzEsmee Hawkeys Lamborghini ohne Sponsorenlogos beim DTM-Auftakt © Alexander Trienitz

Nach dem Ausfall beim offiziellen DTM-Test in Hockenheim, bei dem Anwesenheitspflicht herrscht, gab es Gerüchte, der Start von T3-Lamborghini-Pilotin Esmee Hawkey in der DTM-Saison 2022 sei gefährdet, weil ein Sponsor nicht zahle.

Doch die Britin tauchte wie geplant in Portimao auf und bestritt nach dem Test auch das erste Wochenende, allerdings in einem komplett schwarzen Huracan GT3 Evo ohne die im Vorjahr omnipräsenten Sponsorenaufkleber der ROKiT-Gruppe.

"Wir versuchen gerade, gemeinsam mit Esmee einen neuen Partner für das Auto zu finden", offenbarte Teamchef Jens Feucht im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' beim Portimao-Auftakt.

Feucht über Hawkeys Saison: "Werden eine Lösung finden"

Dabei war ursprünglich vorgesehen gewesen, dass die die 24-jährige Rennfahrerin auch 2024 von der aus Großbritannien stammende Unternehmensgruppe unterstützt wird. Eine Perspektive, die man beim Team inzwischen aufgegeben hat. "Man sieht, dass ROKiT nicht mehr drauf ist. Daher kann man sich die Antwort eigentlich selber geben", so Feucht auf die Frage, ob man noch auf eine Rückkehr hoffe.

Zu Details, warum der Sponsor abgesprungen ist, möchte der Teamchef aber nicht Stellung nehmen. "Das ging schon die ganze Zeit hin und her, aber ich kann momentan leider nicht mehr dazu sagen, weil die Hintergründe teilweise noch geklärt werden müssen."

Die wichtigste Nachricht: Feucht ist zuversichtlich, dass Hawkey nach dem Auftakt in Portugal, bei dem sie einen Ausfall und einen 21. Platz verzeichnete, trotz der ungewissen finanziellen Situation die verbleibenden sieben Saison-Wochenenden bestreiten wird: "Wir werden eine Lösung finden, damit wir es hinbekommen." Es gäbe Gespräche mit möglichen Sponsoren und man hoffe, schon bei den nächsten Rennen einen Ersatz gefunden zu haben.

T3-Team jetzt doch mit Lamborghini-Werksunterstützung

Diesbezüglich könnte es auch von Bedeutung sein, dass T3 Motorsport nun doch entgegen der ursprünglichen Lamborghini-Planungen wie das Grasser-Team Werksunterstützung erhält. Und zwar in einem ähnlichen Ausmaß wie im Vorjahr, als man kostenlos ein Auto geliehen bekam und ein Teilepaket erhielt.

Wie es zum Lamborghini-Umdenken kam? "Nach der Absage haben wir dieses Jahr noch einmal neu angesetzt, als klar war, dass wir den Nicki bekommen", verweist der Teamchef auf den Deal mit Aston-Martin-Leihgabe Nicki Team, der zu den besten GT3-Piloten zählt. "Wir sind also noch einmal auf Lamborghini zugegangen und haben Gespräche geführt. Dann hat man sich dort besonnen und uns die Unterstützung zugesagt", erklärt Feucht.

Für das Team sei es "immens wichtig, den Support zu haben, was Engineering betrifft, aber auch, wenn es um die Ersatzteile-Versorgung geht", stellt Feucht klar.

Zwei Gaststarts in der DTM-Saison 2022 geplant

Das Team, das kommendes Wochenende auf dem Lausitzring sein Heimrennen absolviert, plant dieses Jahr übrigens auch wieder mit Gaststarts. "Wir haben mit der ITR vereinbart, dass wir darüber nachdenken, zwei Gaststarts zu machen", konkretisiert Feucht, der darüber bereits mit DTM-Boss Gerhard Berger und DTM-Manager Frederic Elsner gesprochen habe.

Die Termine stehen noch nicht fest - und auch bei den Fahrern habe man noch keine Entscheidung getroffen. Klar ist aber, dass Lamborghini-Youngster Maximilian Paul, der im ADAC GT Masters startet und um den das Team ursprünglich aufgebaut wurde, nach seinem Spielberg-Gaststart erneut zum Einsatz kommen könnte.

"Max ist bei uns Fahrer der ersten Stunde", sagt Feucht. "Die Firma ist auf ihn ausgerichtet. Und wenn wir noch eine Chance haben, sehen wir ihn vielleicht bei einem der nächsten Rennen."