Nürburgring - Rene Rast könnte am Sonntag (ab 13 Uhr live in Sat.1 und auf ran.de) zum DTM-Champion 2019 gekrönt werden. ranNFL-Moderator Carsten Spengemann kennt den Audi-Fahrer aus früheren Zeiten, da auch er mal diverse Rennserien gefahren ist.

Beide verbindet eine Freundschaft und eine Leidenschaft: Motorsport! Wir haben uns die beiden Buddys in der Boxengasse geschnappt und mit ihnen über Racing am Limit, die Zukunft und Football gesprochen.

ran.de: Wir haben mitbekommen: Rene Rast und Carsten Spengemann sind Kumpels! Wie ist es dazu gekommen?

Spengemann: "Rene ist damals in der VLN (Langstreckenmeisterschaft Nürburgring) immer vor mir weggefahren und ich habe seitdem seinen Werdegang intensiv verfolgt und vor allem bewundert. Er ist keiner, der irgendwas geschenkt bekommen hat, sondern hat er sich seinen Erfolg hart erarbeitet."

ran.de: Ist das auch deine Version, Rene?

Rast (lacht): "Wir kennen uns schon sehr, sehr lange. Schon damals im Carrera Cup sind wir uns oft über den Weg gelaufen und haben coole Gespräche geführt. Er ist ein lässiger Typ, den ich vorher auch schon durch das TV kannte. Jetzt sind wir Freunde."

ran.de: Nur über den Weg gelaufen oder auch auf Strecke über den Weg gefahren?

Rast: "Natürlich. Beim Überrunden (lacht). Spaß, er ist ein guter Fahrer!"

ran.de: Was kannst du uns über seinen Fahrstil sagen?

Rast: "Relativ ruhig. Er ist keiner, der unnötig ins Risiko geht, Kurven verpasst und Harakiri fährt. Er fährt kontrolliert und weiß, was er da tut. Das ist etwas ganz Wichtiges."

ran.de: Apropos kontrolliertes Fahren. Wir haben zu deiner aktiven Zeit von einem Rennunfall auf der Nordschleife gehört, Carsten. Was ist damals genau passiert?

Spengemann: "Ja, Nordschleife eben. Hier fliegst du ziemlich schnell ab. Vor mir hat ein Clio geraucht und gequalmt. Dadurch auch Öl verloren. Durch die Ölspur habe ich den Wagen verloren, mich überschlagen und steckte in der Streckenbegrenzung. Das Erste an das ich mich erinnern kann, war ein Streckenposten, der mich fragte: 'Alles gut?' Ich nickte. Das Zweite, was er fragte war, 'Willst du 'nen Schnaps und 'ne Zigarette?' Das ist Nordschleife. Das ist geil."

Rast: "Das kenne ich. Ich hatte auf der Nordschleife bereits in jeder Kurve mal den Moment, in dem ich dachte: 'Jetzt kracht es.' Wenn man hier an die 15 Jahre immer mal wieder herumfährt, bleibt sowas nicht aus. Aber so einen heftigen Crash mit Überschlag hatte ich hier noch nicht."

ran.de: Wir haben noch die Crash-Bilder vom Lausitzring vergangenes Jahr im Kopf. Was war denn dein schlimmster Unfall, den du je hattest?

Rast: "Paar Wochen später hatte ich noch einen viel schlimmeren Abflug in Amerika. Da bin ich mit einem Prototypen bei 270 km/h heftig abgeflogen und habe mich mehrfach in der Luft überschlagen. Der Unfall am Lausitzring sah von außen schlimmer aus, als er war. Der in Amerika war auch von innen schlimm (lacht)."

ran.de: Was geht einem in so einem Moment durch den Kopf?

Rast: "Gerade in dem Moment, in dem man mit hoher Geschwindigkeit in der Luft ist, weiß man natürlich, dass unfassbar viel schief gehen kann. Da waren auch viele Bäume und keine hohen Zäune. In diesem Augenblick vergeht die Zeit wie in Zeitlupe und man denkt super viel nach. In dem Fall: 'Bitte nicht in die Bäume rein.' Wenn man mit knapp 270 km/h abhebt, dann ist es auch wie in einem Flugzeug und man knallt erst 500 Meter weiter hinten mal auf. Zum Glück ist nichts passiert."

ran.de: Kommen wir zu einem angenehmeren Thema. Du bist in der Lage, DTM-Champion zu werden. Angenommen, das klappt. Wie sehen deine Zukunftspläne aus?

Rast: "Ich fühle mich in der DTM wohl und bin hier mega gerne dabei. Ich wäre auch nächstes Jahr gerne wieder dabei und ich glaube, es sieht nicht schlecht aus."

ran.de: Unter vieler unserer Beiträge zur DTM und zu Rene Rast häufen sich die gleichen Fragen aus der Community: Wieso fährt der Kerl eigentlich nicht in der Formel 1? Wie seht es diesbezüglich aus?

Rast (grinst breit): "Ja. Schwierig zu beantworten. Früher hatte ich einfach nicht die Mittel, um den Formel-Weg zu gehen. Das Budget war nicht da. Mittlerweile bin ich schon 32 Jahre alt, dadurch ist der Zug der Formel 1 schon fast abgefahren."

ran.de: Die Betonung liegt auf "fast"?

Rast: "Ich würde so ein Ding natürlich gerne fahren. Ich glaube aber, es ist dafür zu spät."

ran.de: Carsten, was gefällt dir denn mehr - Formel 1 oder DTM?

Spengemann: "DTM! Nicht nur, weil Rene hier fährt, oder auch Philipp Eng. mit dem ich gefahren bin, sondern weil es schlichtweg die geilere Rennserie ist. Formel 1 ist als Königsklasse bekannt. Aber trotzdem kann das ganz schnell langweilig werden. In der DTM gibt es Lackaustausch, geile Kurvenduelle und das will man als Zuschauer sehen. Daher schaue ich das lieber."

ran.de: Und dieses Jahr sieht es für Rene Rast in Sachen Fahrerwertung zwei Rennwochenende vor Schluss gut aus. Der ärgste Konkurrent kommt vom eigenem Werk: Nico Müller. Hast du mit seiner starken Performance vor der Saison gerechnet?

Rast: "Ich bin davon überhaupt nicht überrascht. Er war die Saison davor schon sehr stark und ist immer für einen Rennsieg gut. Dieses Jahr ist Nico brutal konstant, ist nie ausgefallen, hat sich keinen Nuller geleistet und dann steht man eben am Ende weit oben."

ran.de: Zum Abschluss eine Football-Frage. Immerhin ist Carsten unser ranNFL-Moderator und Rene Rast steckte für einen Dreh auch schon mal in einer Football-Monitur. Wenn Rene Rast Football spielen würde, würde er sich auf der Position des …

Rast: "Ich glaube, ich konnte bei dem Dreh damals den Ball ganz gut kicken."

Spengemann: "Absolut. Aber auch als Cornerback, also als Passverteidiger hat Rene eine richtig gute Figur gemacht. Er ist beweglich. Ich sehe ihn auf jeden Fall in der Defense. Zumindest würde ich ihn da aufstellen. Wenn überhaupt (lacht)."

Rast: "Wenn er das sagt. Er ist der Profi, da vertraue ich ihm (lacht)."

Das Interview führte Mike Stiefelhagen

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