Scot Elkins kam als Rennleiter von der Formel E in die DTM - Bildquelle: DTMScot Elkins kam als Rennleiter von der Formel E in die DTM © DTM

München - DTM-Renndirektor Scot Elkins, der diese Saison von Formel-1-Abgänger Niels Wittich übernahm, soll der DTM auch in den kommenden Jahren erhalten bleiben. Laut Informationen von "Motorsport-Total.com" verlängerte der US-Amerikaner nach dem Saisonfinale in Hockenheim den Vertrag für die DTM mit dem sportlichen Ausrichter AvD (Automobilclub von Deutschland), der mit der DTM-Dachorganisation ITR ebenfalls einen Vertrag für 2023 hat.

Die langfristige Bindung soll Elkins, der auch als Formel-E-Renndirektor fungiert und 2022 beim DTM-Saisonauftakt in Portimao und am Norisring wegen Überschneidungen mit der Elektro-Rennserie von Christian Vormann vertreten wurde, langfristige Planungssicherheit bieten.

Elkins brachte 2022 frischen Wind in die DTM und blickt auf sein erstes Jahr mit Begeisterung zurück. Er spricht von einer "unglaublichen Erfahrung" und dass seine Integration in die DTM "sehr gut funktioniert" habe. Er schwärmt: "Dass von AvD über ITR bis hin zu allen im Paddock alle so offen waren, diesen sehr anderen Renndirektor zu akzeptieren, hat es zu einer absoluten Freude gemacht."

Elkins schwärmt von DTM: "Das, was ich am liebsten mache"

Der Job in der DTM mache ihm von all seinen Aufgaben am meisten Spaß, offenbart Elkins: "Das ist das, was ich am liebsten mache. Absolut. Ich liebe das Racing und den Spirit dahinter. Wenn man hierher kommt ... Das gibt es nicht mehr oft, dass man in der Schlange warten muss, wenn man zur Rennstrecke fährt. Und das passiert hier."

Elkins hat im Vergleich zu seinem Vorgänger einige Veränderungen auf den Weg gebracht. Dazu zählt unter anderem die Gründung einer Fahrer-Gruppe auf WhatsApp. Dass sie eingebunden wurden, begrüßten die Piloten. Das war unter Wittich noch anders. Zudem war es Elkins rückblickend betrachtet ein großes Anliegen, die Regeln zu vereinfachen. "Ich hatte wirklich Glück, dass ich sehr früh an Bord gekommen bin", sagt er.

"Strecke ist nass, wenn die Teams die Regenreifen aufziehen"

"In der Lage sein zu können, an den Regeln mitzuschreiben, und zu helfen, was der sportliche Ansatz sein würde ... Vieles hat sich geändert im Vergleich zum letzten Jahr", verweist er auf den Reglement-Workshop vor einem Jahr, bei dem er sich aus Kalifornien bereits intensiv einbrachte.

Elkins nennt ein Beispiel für die gelungene Überarbeitung der Regeln: "Die Strecke ist nicht nass, wenn wir es sagen, sondern wenn die Teams die Regenreifen aufziehen. Das ist nicht mein Call, sondern der von den Teammanagern."

Abgesehen davon verfolgte Elkins als Rennleiter einen amerikanischen Ansatz und ließ die Piloten an der langen Leine. Das ging zunächst gut, doch in der zweiten Saisonhälfte nahmen Aggressivität und Unfälle zu. Vor allem das Crashfest am Norisring und die Kollisionen Rast-Schumacher und Bortolotti-van der Linde am Nürburgring sind hier zu nennen.

Reaktion in Spa nach Fahrer-Kritik

Dass diese Fahrweise nicht zu Konsequenzen führte, sorgte für Kritik an Elkins. Der DTM-Rennleiter reagierte vor dem Rennwochenende in Spa-Francorchamps und hielt in den dazugehörigen Event-Notes fest, dass die Fahrer einander "Racing Room" lassen müssen.

"Zwischen ihrem eigenen Auto und anderen Autos oder der Grenze der Strecke am Eingang und am Ausgang einer Kurve" mussten die Piloten Platz lassen. Das nahm ein wenig Druck vom Kessel, auch wenn es danach noch sehr harte Duelle gab, etwa zwischen Rene Rast und Nick Cassidy in Spa.

"Ein Teil davon zu sein, hat mir wirklich ein wirklich starkes Gefühl dafür vermittelt, was die DTM und die Serie ausmacht", meint Elkins trotz der Kritik zur Tatsache, dass er persönlich an den Regeln arbeiten durfte.

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