Im Zwiegespräch: Sheldon van der Linde hat auch von Marco Wittmann gelernt - Bildquelle: Motorsport ImagesIm Zwiegespräch: Sheldon van der Linde hat auch von Marco Wittmann gelernt © Motorsport Images

München - Sheldon van der Linde hat 2019 den Sprung in die DTM (die DTM live auf ProSieben und ran.de) geschafft und überzeugte sofort mit seinem Speed. Schon in seinem ersten Jahr gelang ihm am Zolder-Sonntag im Class-1-BMW die erste Pole Position.

Van der Linde bekam es schon damals markenintern mit seinem heutigen Schubert-Teamkollegen Philipp Eng zu tun, doch gelernt hat er in seiner Debütsaison in der DTM von drei anderen, etablierten BMW-Piloten, wie er 'Motorsport-Total.com' verrät.

"Ich habe von Timo [Glock] viel für die Persönlichkeit gelernt. Wie er beispielsweise mit BMW, dem Team und den Mechanikern arbeitet. Es ging darum, wie man das Umfeld managt. Wie arbeitet man mit seiner Mannschaft, wie motiviert man sie, um die Mechaniker auf deine Seite zu ziehen", erklärt der 23-jährige Südafrikaner.

"Es geht mir darum, das Team zum Siegen zu motivieren. Es sind einfache Sachen wie 'guten Morgen' sagen. Ich habe solche Dinge in den Jahren versucht und es hilft mir eine Menge. Es geht darum, Respekt zu zollen und das Team in meine Karriere zu involvieren."

Bruno Spengler als DTM-Lehrmeister im Rennen

Während sich van der Linde von Glock den richtigen Umgang mit seiner Crew abgeguckt hat, sei Bruno Spengler eine Hilfe auf der Rennstrecke gewesen. "Bruno war im Rennen bärenstark. Er wusste, wann er attackieren und verteidigen muss. In der DTM war es wegen des DRS immer schwierig, auch wegen Push-to-Pass", so van der Linde.

"Diese Dinge mussten wir managen. Zu Beginn war ich jung und habe versucht, am Start gut zu sein. Ich habe also meine DRS-Schüsse in den ersten zehn Runden aufgebraucht. Bruno hat sie aufgespart, sich in mein Heck gesetzt und dann am Ende überholt. Das war interessant und deshalb habe ich fürs Rennen eine Menge von ihm gelernt."

Die richtige Herangehensweise an eine komplette Meisterschaftssaison hat sich van der Linde dagegen von Marco Wittmann abgeschaut. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn der Deutsche gewann zwei Mal den DTM-Titel und war seit 2016 in fünf der letzten sechs Saisons bestplatzierter BMW-Fahrer in der Endabrechnung.

Sheldon van der Linde: Wittmann "sehr gutes Gesamtpaket"

"Marco ist ein sehr gutes Gesamtpaket. Er ist in allen Rennen sehr konstant und ruhig gewesen. Das ist seine Stärke. Er weiß, wann man Risiko eingehen kann oder akzeptieren muss, dass man in den Punkten ist und diese mitnehmen muss. Darin war Marco immer sehr stark. Marco hat eine Menge Erfahrung", weiß van der Linde zu berichten.

In der laufenden DTM-Saison schafft es van der Linde, alles auf den Punkt zu bringen und das Gelernte in Erfolg umzusetzen. Das verdeutlicht vor allem eine Statistik: Vor dem Norisring-Rennwochenende war der Schubert-BMW-Pilot neben Mirko Bortolotti und Maro Engel der einzige Fahrer im Feld, der in allen Rennen Punkte sammelte.

Zudem gelang es van der Linde, seine Ausbeute am Lausitzring-Wochenende zu maximieren: Zwei Siege, eine schnellste Rennrunde, eine Poleposition und ein zweiter Startplatz bedeuten, dass der Südafrikaner 56 von 58 möglichen Punkten einheimste.

Trotzdem liegt van der Linde bei Halbzeit "nur" auf der zweiten Gesamtposition: Nach einem punktelosen Norisring-Event hat ihn Grasser-Lamborghini-Pilot Bortolotti überholt. Zudem hängt ihm mit Rene Rast ausgerechnet jener Fahrer im Nacken, der über die Agentur Pole-Promotion das Management van der Lindes verantwortet.

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