Beim Stopp von Sheldon van der Linde verlor man einige Sekunden - Bildquelle: Motorsport ImagesBeim Stopp von Sheldon van der Linde verlor man einige Sekunden © Motorsport Images

Enttäuschendes Wochenende für Schubert-BMW-Pilot Sheldon van der Linde, der mit einem Vorsprung von zwölf Punkten auf Mirko Bortolotti zum Norisring gereist war, und nun doch nicht Halbzeit-Meister wurde: Während der Südafrikaner punktelos blieb, hat ihn der Italiener um neun Punkte auf Platz zwei verdrängt.

Nach der Startkollision am Samstag verlor van der Linde am Sonntag von Startplatz neun das Rennen an der Box. "Philipp lag vor mir, hatte dadurch bei den Boxenstopps Priorität und konnte zuerst stoppen", erklärt er, warum Teamkollege Philipp Eng, der Neunter war, während er auf Platz zwölf lag, zuerst stoppen durfte.

Nach dem Reifenwechsel des Österreichers in Runde 31 zögerte man diesen bei van der Linde hinaus. "Ich musste warten und wusste, dass die anderen bei mir einen Undercut machen würden, also haben wir auf ein Safety-Car gehofft."

"Das Safety-Car ist nie gekommen"

Wenn man bedenkt, wie viel Schrott am Samstag produziert wurde, ein nachvollziehbarer Gedanke. "Wir haben gewartet, aber das Safety-Car ist nie gekommen", so der Schubert-BMW-Pilot. "Wir haben ein Glücksspiel versucht, denn wenn das Safety-Car gekommen wäre, dann hätten wir Punkte geholt", ist er überzeugt. "Ich musste etwas Verrücktes machen."

Van der Linde kam also erst in der 47. von 55 Runden herein - und dann ging auch noch der Stopp schief. Die sonst so schnelle Schubert-Crew benötigte 12,49 Sekunden. "Die Stopps waren eigentlich immer unsere Stärke, nur diesmal sind sie beide in die Hose gegangen", verweist Teamchef Torsten Schubert auf die Tatsache, dass man auch bei Eng 9,06 Sekunden brauchte.

"Sicherlich war auch irgendwas mit der einen Nuss, aber das sind alles Themen, die wir hätten vorher sehen müssen", zeigt sich Schubert selbstkritisch. "Dann hätte es beim zweiten Stopp nicht schiefgehen dürfen. Das war ein bisschen ärgerlich. Deswegen war es gut, dass es nicht um viele Punkte gegangen ist, die uns der Stopp gekostet hat, sondern maximal um Platz neun."

Teamchef Schubert: "Hätte eigentlich mehr gehen müssen"

Dabei hätte sich Schubert für den Sonntag nicht nur wegen der geänderten Balance of Performance einiges ausgerechnet gehabt. "Wir hatten eigentlich die besseren Reifen, weil wir gestern das Rennen nicht gefahren haben", sagt er. "Es hätte also mehr gehen müssen, aber es ging einfach nicht."

Am Ende musste Sheldon van der Linde mit Platz 15 vorliebnehmen, während Eng als Elfter ebenfalls ohne Punkte blieb. Das Glück des bisherigen DTM-Leaders: Abgesehen von Abt-Audi-Pilot Rene Rast, der am Samstag und am Sonntag jeweils Dritter wurde und in der Meisterschaft nur noch einen Punkt hinter van der Linde liegt, ließen auch seine Titelkonkurrenten viele Punkte liegen. Daher hält sich der Schaden am Norisring für ihn in Grenzen.