Shledon van der Linde (Foto, links) und Jonathan Aberdein gehören zu den Neu... - Bildquelle: imagoShledon van der Linde (Foto, links) und Jonathan Aberdein gehören zu den Neulingen der DTM Saison 2019 © imago

München - Südafrika ist bekannt für die wunderschöne Landschaft, für den Tafelberg und die vielen Nationalparks, aber auch für Großstädte wie Kapstadt und Johannesburg. Als Land des Motorsports hat sich die südliche Spitze von Afrika in den letzten Jahrzehnten allerdings keinen Namen gemacht.

Früher war die Formel 1 dort noch zu Gast und trug bis zum Jahre 1993 den Großen Preis von Südafrika aus. Es gab sogar einige Rennfahrer, die über die Landesgrenze hinaus für Furore sorgten. Jody Scheckter war einmal ein großer Name, gewann zehn Rennen in der Formel 1 und wurde 1979 Weltmeister. Lang ist es her.

Doch der südafrikanische Motorsport ist nicht tot. Im Gegenteil: Er könnte 2019 noch einmal richtig aufleben. Grund dafür sind Sheldon van der Linde und Jonathan Aberdein. Zwei junge Fahrer, die zur Saison 2019 neu in die DTM (ab 4. Mai live in SAT.1 und auf ran.de) unterwegs sind und durchaus für Aufsehen sorgen könnten.

Die Rennfahrer-Familie van der Linde

Van der Linde entsprang einer richtigen Rennfahrer-Familie: Sein Großvater Hennie dominierte in den 1970er- und 1980er-Jahren die südafrikanische Tourenwagen-Meisterschaft, sein Vater Shaun war ebenfalls im Tourenwagen unterwegs, sein großer Bruder Kelvin gewann 2017 unter anderem das 24-Stunden-Rennen vom Nürburgring. Der 19-jährige Sheldon wuchs also in den Motorsport hinein.

2018 war er in der ADAC GT Masters schnell unterwegs und belegte Platz 2 in der Gesamtwertung - kurioserweise punktgleich mit seinem Bruder Kelvin. Nun darf er sich in der DTM im Dienste von BMW beweisen.

"Sheldon hat beim Young Driver Test Mitte Dezember einen fantastischen Eindruck am Steuer des BMW M4 DTM hinterlassen", sagt BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt auf bmw-motorsport.com: "Zuvor hatten wir seine Karriere im GT-Sport sehr genau verfolgt. Mit seinem Speed und seiner Vielseitigkeit passt Sheldon perfekt in unser BMW M Motorsport Programm. Ich bin überzeugt, dass er sich sehr schnell in der DTM zurechtfinden wird."

Van der Linde hat bereits bei den ersten Testfahrten festgestellt, dass die DTM-Boliden ein völlig anderes Kaliber sind als die Fahrzeuge, die er bislang gefahren ist. "Das Auto war viel stärker als ich es aus der GT 3 gewohnt war. Für jemanden wie mich, der nicht aus der Formelklasse kommt, ist der stärkere Abtrieb sehr gewöhnungsbedürftig. Trotzdem lief es gut für mich", erinnert sich der Youngster.

So gut eben, dass er einen Vertrag vorgesetzt bekam. Zum Zeitpunkt der Vertragsunterschrift war er der erste Südafrikaner in der DTM. Zwei Monate später, also Mitte März, zog in Jonathan Aberdein ein weiterer Südafrikaner nach. Der 21-Jährige wird für die neue Audi-Kundenmannschaft W Racing Team (WRT) unterwegs sein.

Abderdein: Das Ziel ist die Formel 1

Genau wie van der Linde empfahl sich Aberdein über gute Leistungen beim Young-Driver-Test. Zuvor hatte er sich im Formelsport einen Namen gemacht. Er gewann den Fahrertitel in der UAE F4-Serie und war vergangenes Jahr in der FIA Formel-3-Europameisterschaft unterwegs. Seine dortige Ausbeute: drei Podiumsplatzierungen und insgesamt 108 Meisterschaftspunkte.

Eine weitere Parallele zu van der Linde: Auch sein Vater war Rennfahrer. "Meine Leidenschaft für Autos und Rennsport entstand durch ihn", erzählt Aberdein. Er hat nicht nur Talent, sondern vor allem auch eine Arbeitermentalität. "Ich bin fest davon überzeugt, dass harte Arbeit und Entschlossenheit die Rennen gewinnen", sagt er.

Mit dieser Einstellung blickt er zuversichtlich in die Zukunft. "Ich habe mir die DTM immer im Fernsehen angesehen. Das ist eine Top-Meisterschaft mit Top-Fahrern. Ich freue mich sehr auf die Saison", sagt er. Die DTM soll allerdings nicht das Ende der Fahnenstange sein. "Ich möchte mich in der Motorsportleiter bis hin zur Spitze der Formel 1 hocharbeiten", schreibt er auf seiner Webseite.

Gut möglich also, dass Südafrika sich bald doch wieder als Land des Motorsports einen Namen macht.

Oliver Jensen

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