ran-DTM-Experte Timo Scheider (li.) zieht ein positives Fazit für die DTM-Pr... - Bildquelle: imago images / Pakuschran-DTM-Experte Timo Scheider (li.) zieht ein positives Fazit für die DTM-Premiere von Aston Martin. © imago images / Pakusch

München/Hockenheim - "Das erste Wochenende kann man ganz klar als positiv werten. Das Niveau hätte ich nicht erwartet", zieht ran-Experte Timo Scheider nach der DTM-Premiere von R-Motorsport beim Saisonauftakt in Hockenheim Bilanz. Und nicht nur Scheider ist davon überrascht: "Sie sind näher dran, als sie selbst gedacht hätten."

Am Samstag spielte der Wettergott den Aston Martins in die Karten. Regen und Kälte lagen dem Auto: Die Leistung war deutlich stärker, als sie nach den Testfahrten Mitte April auf dem Lausitzring zu erwarten war. "Das zeigt aber auch, dass das Auto mechanisch schon sehr gut funktioniert, sonst hätte es im Regen nicht so eine Leistung zeigen können", analysiert Scheider.

Erstes Top 10-Ergebnis - dazu aber auch Defekte

Der ehemalige DTM-Champion Paul Di Resta stellte seinen Aston Martin Vantage DTM für Rennen eins überraschend auf Startplatz drei. "Vor uns liegt noch ein langer Weg, aber Startplatz drei bei schwierigen Verhältnissen war ein erster Erfolg", so der 33-Jährige. Dass er im Rennen seinen neuen Dienstwagen mit technischen Problemen vorzeitig abstellen musste, war weit weniger überraschend. Dafür kam Markenkollege Daniel Juncadella auf Rang neun ins Ziel und sicherte dem Team das erste Top 10-Ergebnis.

Dennoch ist man bei Aston Martin natürlich nicht zufrieden mit den Defekten vom Wochenende - auch Ferdinand von Habsburg schied am Samstag aus, Sonntag stellte Juncadella seinen Wagen schon drei Runden vor dem Ende in der Garage ab. Einen Sieg hatte man sich bei R-Motorsport für das Debüt natürlich nicht direkt erhofft. "Aber dass wir das Tempo aufrecht erhalten. Das ist aus verschiedenen Gründen nicht gelungen", sagte Teamchef Dr. Florian Kamelger. 

"Jeder Kilometer unglaublich viel wert"

Scheider hat dafür Verständnis: "Das Know-how ist da, aber man sieht schon klar, dass die Erfahrung mit dem Auto einfach fehlt." Das weiß auch Dr. Kamelger. "Jeder Kilometer in den Autos ist unglaublich viele Daten wert", so der Teamchef, der mit seiner Crew für das kommende Rennwochenende in Zolder (am 18. und 19. live in SAT.1 und auf ran.de) aus den Hockenheim-Erfahrungen lernen und das Auto verbessern will.

Schon für die nächsten Rennen könnte sich die Performance der Aston Martins also stabilisieren, Di Resta und Co. sind weitere Punkte zuzutrauen. Der DTM-Neuling bringt dafür genug Potential mit. "Wir haben ja gesehen, dass Di Resta Sonntag im Rennen Timo Glock im BMW auf Rang sechs überholen konnte", erinnert Scheider. "Auch wenn er nicht vor ihm bleiben konnte und den Vorteil von frischeren Reifen hatte: Das Überholen funktioniert nur dann, wenn man die Technik dazu hat. Und die hat R-Motorsport."

Debüt mit vier Autos "aller Ehren wert"

Vor dem zweiten Boxen-Stopp des Schotten sammelte dieser sogar die ersten Führungsrunden für das Team. Und das beim Debüt. Das Risiko, Di Resta nicht noch einmal zum Reifenwechsel reinzuholen und alles auf die Siegchance zu setzen, wollte man aber nicht eingehen. "Der Reifen ist irgendwann nicht um eineinhalb Sekunden abgefallen, sondern um fünf. Deshalb war es richtig, ihn noch einmal reinzuholen", erklärte Dr. Kamelger später die Entscheidung. "Ich glaube nicht, dass man vom Sieg hätte träumen können. Das wäre unrealistisch gewesen."

Ähnlich unrealistisch schien es auch im Januar noch, dass R-Motorsport in Hockenheim mit vier Autos an den Start gehen würde. "Das ist aller Ehren wert. Paul Di Resta erzählte mir, dass im Januar nicht ein Teil zusammengeschraubt war", verrät Scheider. 

Allein deshalb ist das Abschneiden des Teams am Hockenheimring hoch einzuordnen und eine starke Grundlage für die nächsten Herausforderungen in der DTM.

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