Marco Wittmann - Bildquelle: BMWMarco Wittmann © BMW

München - Letzte Class-1-Ausfahrt für Marco Wittmann und Timo Glock: Die beiden RMG-BMW-Piloten drehen heute auf dem Flugplatz in Mendig ihre letzten Runden in ihren aktuellen DTM-Autos. Und das bei eisigen drei Grad Lufttemperatur. Der Beton ist feucht, sogar leichter Schneefall ist angesagt. Trotz der widrigen Umstände ist bei Wittmann viel Wehmut dabei.

"Für mich ist das heute ein ganz besonderer Tag, denn ich bin hier in Mendig am Flugplatz", meldet er sich auf 'Instagram' vom Rollout. "Zum einen werde ich meine 'Green Machine' zum letzten Mal rollouten, bevor das Auto ins Museum geht", kündigt er an. Aber auch sein Meisterauto aus dem Jahr 2016 mit der Red-Bull-Lackierung steht in der Garage.

"Der gute, alte V8 kommt noch einmal zum Einsatz", kündigt Wittmann an. "Das ist natürlich extrem emotional für mich, denn ich bin mit diesem Auto 2014 und 2016 Meister geworden." Auch Wittmanns Teamkollege Glock ist vor Ort: Der Ex-Formel-1-Pilot, der wie Wittmann insgesamt 130 DTM-Rennen absolviert hat und acht Jahre lang Teil der Traditionsserie war, gönnt sich ebenfalls eine finale Class-1-Kostprobe.

Warum die Boliden durchgecheckt werden

Doch was ist der Hintergrund dieser Ausfahrt? Die finalen Funktionstests der Class-1-Boliden dienen dazu, noch einmal alles zu überprüfen, damit die Autos bereit sind für Ausstellungen und Showeinsätze. Betreut wird das Rollout vom BMW-Team RMG (Reinhold Motorsport GmbH).

Das hat einen guten Grund, denn die Fabrik von Stefan Reinholds Truppe liegt nicht mal 20 Autominuten vom Flugfeld entfernt in Andernach - das Team nutzt das Flugfeld, auf dem bis 1974 auch Rennen stattfanden, gerne für Rollouts. Damit ist man nicht alleine, denn durch die Nähe zum Nürburgring, der ebenfalls nur rund 30 Kilometer entfernt ist, bietet sich der Flugplatz für Teams förmlich an, um letzte Funktionstests zu absolvieren.

Doch was passiert nach dem Rollout mit den Class-1-Autos von BMW? "Ein paar sehr spezielle Autos, die viel Historie haben, werden auf jeden Fall in unser Museum gehen", antwortete Ex-BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt im Rahmen des DTM-Saisonfinales in Hockenheim vor einigen Wochen.

Was passiert mit den DTM-Autos von BMW?

"Außerdem werden wir auf alle Fälle ein oder zwei Autos als Referenz behalten, denn das gesamte Paket mit dem Monocoque und so weiter ist eine extrem sichere und solide Konstruktion. Da kann man alles mögliche drauf geben." Aber was wird aus den verbleibenden Boliden? "Wir haben nicht vor, sie an irgendeine Serie zu verkaufen", sagt Marquardt. "Vielleicht gibt es Sammler, die Interesse haben, aber das ist noch nicht geklärt."

Bei Audi haben Piloten wie Rene Rast und Mike Rockenfeller Interesse gezeigt, Boliden zu kaufen. Ist das auch bei den Münchnern ein Thema und gibt es interessierte Fahrer? "Wenn ein Fahrer interessiert ist und ein Auto als Sammlerstück haben will, dann kann man sich das anschauen", so Marquardt. "Aber das ist noch nicht entschieden."

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