Mattias Ekström. - Bildquelle: imago images/Motorsport ImagesMattias Ekström. © imago images/Motorsport Images

München - Nein, einen Traditionsrennstall wie Abt Sportsline bringt eigentlich so schnell nichts aus der Ruhe. Denn sie sind dank der jahrelangen Erfahrung mit allen Wassern gewaschen. Und eigentlich kann die Allgäuer auch nichts mehr überraschen. Eigentlich. 

Denn die Extreme E hat genau das geschafft. Als eine Art Start-up-Event, bei dem man an ungewöhnlichen Orten wie der Wüste in Saudi-Arabien oder am Lac Rose im Senegal dann doch ein wenig die Hände über den Kopf zusammenschlägt. Oder wie aktuell in Grönland (das dritte Rennwochenende live auf ProSieben MAXX und ran.de).

"Und das betrifft alle Richtungen. In Richtung Promoter, in Richtung Teams, wo man sich denkt: 'Oh Mann, was ist denn hier los?'", verriet Abt-Teamchef Thomas Biermaier im Gespräch mit ran mit einem Augenzwinkern. "Aber da muss man lernen. Es passieren nun mal Fehler, und da ist man auch nicht böse." Die Extreme E adressiert neben Elektrifizierung, Klimawandel und Umwelt auch das Thema Gleichstellung, weshalb die Teams mit einem Mann und einer Frau besetzt sind, bei Abt zum Beispiel mit Mattias Ekström und Jutta Kleinschmidt.

Weniger ist mehr in der Extreme E

Weniger ist mehr lautet das Motto der neuen Elektro-Rennserie, was wegen des Kampfes für mehr Nachhaltigkeit zum Beispiel die Größe der Teams vor Ort oder das Fahrerlager betrifft. Neun Teams sind am Start, neben Abt aus Deutschland auch das Team Rosberg.

Gefahren wird mit einem Einheits-Buggy, der für die Serie entwickelt wurde. Angetrieben wird der er von zwei Elektromotoren, er kommt auf eine Spitzenleistung von 400 Kilowatt beziehungsweise 544 PS und schafft es in 4,5 Sekunden von null auf 100 km/h. In der Spitze sind 200 km/h möglich.

Wie bewertet Abt das Abenteuer, auf das sich die Elektro-Pioniere (in der Formel E war Abt auch von Anfang an dabei) mal wieder eingelassen haben? 

"Das muss man mitmachen, weil es etwas komplett Neues ist. Es ist aber noch relativ schwer zu bewerten", sagte Biermaier: "Sportlich hatten wir alles andere als einen guten Auftakt. Die Rennen waren an coolen Locations. Aber die Serie muss wachsen – von Rennen zu Rennen gibt es Änderungen am Reglement. Wir wollen alle, dass das Projekt erfolgreich ist. Deshalb werden wir von Event zu Event als Serie besser."

Was neben einem stabilen Reglement besser werden sollte: der Kalender. Nach dem Auftakt im April in Saudi-Arabien gab es fast zwei Monate Pause bis zum zweiten Rennwochenende Ende Mai im Senegal. Nun sind weitere drei Monate vergangen, zwei weitere werden es bis zum vierten Rennwochenende auf Sardinien sein.

"Das sind gefühlt alles Einzelevents, man muss die Leute alle wieder neu abholen", sagte Biermaier. "Das ist schwierig, weil du mit dem Schiff immer lange unterwegs bist. Aber wir sind im ersten Jahr, und da muss man fair sein und dem Promoter genug Zeit geben. Wenn das mal alles eingespielt ist, macht ein komprimierter Kalender wohl mehr Sinn."

Abt: "So schnell gib man nicht auf"

Eine weitere Herausforderung für Abt: Die Zukunft muss geplant werden. Denn es ist noch offen, ob das Team auch 2022 dabei sein wird, bestätigte Biermaier: "Das Ziel ist es, dabei zu sein. Um das vierte Rennen herum gibt es eine Evaluierung, ob wir 2022 wieder am Start sind. Wir haben einen guten Partner mit Cupra. Die sind trotz des sportlichen Fehlstarts zufrieden. Die Tendenz geht aber zu einer zweiten Saison – so schnell gibt man nicht auf."

Andreas Reiners

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