München/Cagliari - Es war ein kollektives Aufatmen im Extreme-E-Paddock. Carlos Sainz Senior konnte das Krankenhaus in Sardiniens Hauptstadt Cagliari ohne größere Verletzungen verlassen.

Am Donnerstag überschlug sich Sainz sr. in Führung liegend nach einer Kollision mit Johan Kristoffersen. Der Fahrer des Teams Rosberg hatte den Spanier abgedrängt und war als Erster ins Ziel gefahren. Eine 30-Sekunden-Zeitstrafe jedoch ließ ihn auf Rang drei zurückfallen.

Die Strafe für Kristoffersson jedoch war für viele zu mild - auch für Sainz selbst.

Sainz "enttäuscht" über Strafmaß

Auf Twitter meldete sich der 60-Jährige nach seiner Entlassung. "Glücklicherweise sind alle medizinischen Untersuchungen gut ausgegangen, und ich bin gerade aus dem Krankenhaus entlassen worden", so Sainz. "Ich bin wirklich enttäuscht über das, was auf der Strecke passiert ist", erklärt Sainz weiter.

"Und noch mehr enttäuscht bin ich über die Tatsache, dass lediglich eine 30-Sekunden-Strafe gegen denjenigen ausgesprochen wurde, der diesen schweren Unfall verursacht hat", moniert der Vater des Ferrari-Piloten.

"In über 40 Jahren Motorsport ist das eine der ernstesten Aktionen, (...) an der in Sachen Strafmaß kein Exempel statuiert wurde", so Sainz weiter.

FIA-Präsident schaltet sich ein - Kristoffersen sieht keine Schuld bei sich

Ebenfalls auf Twitter schaltete sich FIA-Präsident Mohammed Bin Sulayem ein. Er hatte warme Worte für Sainz übrig - und stellte die Entscheidung der Rennleiter in Frage. "Lieber Carlos Sainz, ich bin froh, dass es dir gutgeht. Wir werden uns den Bericht und die ganze Sache noch einmal mit unserer FIA-Sicherheitsabteilung ansehen", so der Mann aus dem Emiraten.

Allerdings gibt es, anders als bei anderen FIA-Rennserien, kein offizielles Reglement um ein objektives Strafmaß zu fällen. Die FIA-Untersuchung dürfte demnach ins Leere laufen.

Der Betroffene wies währenddessen alle Anschuldigungen von sich. "Carlos und ich sind Seite an Seite Richtung Wegpunkt zwei gefahren. Wir waren Tür an Tür, dann hat er sich überschlagen, also habe ich gebremst. Ich wollte die Kurve, er wollte die Kurve. Beide Fahrzeuge haben in entgegengesetzte Richtungen gesteuert. Das ist ein bisschen schade, denn ich hätte das Rennen gern noch so weitergeführt", sagte Kristoffersen wenig reumütig.

Ab Samstag bereits geht es weiter mit dem nächsten X Prix, alle Sessions gibt es im Livestream bei ran.de.

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