New York - Plötzlich standen der Führende Nick Cassidy, Lucas di Grassi und Stoffel Vandoorne in der Mauer: Das Samstagsrennen musste aufgrund von Platzregens in New York City vorzeitig abgebrochen werden, weshalb Cassidy trotz seines Unfalls zum Sieger erklärt wurde.

Der Regen überraschte aber nicht nur den Neuseeländer, sondern auch viele andere Fahrer, weshalb es zahlreiche Unfälle gab.

Die Rennleitung sah sich gezwungen, nach der Gelbphase das Rennen abzubrechen. Da Cassidy zu diesem Zeitpunkt noch in Führung lag, durfte der Envision-Pilot letztlich auf die oberste Stufe des Podiums steigen.

Somit war sein erster Formel-E-Sieg überhaupt einer der skurrilsten in der Geschichte der elektrischen Formel-Weltmeisterschaft.

Rangordnung von Runde 29 ausschlaggebend

Grund für den Unfall war Aquaplaning vor Kurve 6, das verhinderte, dass Cassidy rechtzeitig bremsen konnte. Vandoorne und di Grassi krachten ebenfalls an dieser Stelle in die Mauer.

Bei den heftigen Einschlägen wurde keiner der Fahrer verletzt. Cassidys Teamkollege Robin Frijns fuhr an den havarierten Fahrzeugen vorbei und übernahm die Führung. Jedoch war die Rangordnung von Runde 29 ausschlaggebend, weshalb der Niederländer nicht siegte.

"Lucas war sehr schnell, genauso wie Robin und Stoffel", so Cassidy nach dem Rennen. "Es war zwischen uns Vieren ein toller Kampf. Dann wurde es rutschig und es hat Spaß gemacht. Am Ende war es dann aber ein wenig zu viel." Der Neuseeländer war mit der Pace seines Envision-Boliden sehr zufrieden und freut sich, endlich seinen ersten Sieg geholt zu haben.

Lucas di Grassi spricht von "unfairer Situation"

Di Grassi sagt gegenüber ran racing: "Es hat angefangen, sehr heftig zu regnen. Und wenn dann so viel Wasser auf der Strecke steht, hast du einfach nur Aquaplaning. Da kann man dann nichts mehr machen. Ich habe schon zwei Runden lang gesagt, dass zu viel Wasser auf der Strecke steht, und der Rennleiter hat sich trotzdem dazu entschlossen, das Rennen fortzuführen. Und dann war an einem Punkt so viel Wasser da, dass die Top 3 oder Top 5 einfach abgeflogen sind."

Der Brasilianer, der seit der ersten Formel-E-Saison 2014/15 Teil der Meisterschaft ist, spricht von einer "unfairen Situation".

Er stellt klar: "Sie hätten zumindest eine Runde vorher das Safety-Car rausschicken sollen. Aber es macht ergibt Sinn, dieses Rennen bei voller Geschwindigkeit fortzusetzen. Das ist gefährlich! Ich bin dankbar, dass ich mich nicht verletzt habe. Cassidy ist in die Mauer geflogen, und ich hatte ihn mindestens mit 100 Kilometer pro Stunde getroffen. Und Vandoorne hat mich mit mindestens 120 oder 150 Sachen getroffen."

Edoardo Mortara, der nach den beiden New-York-Rennen hinter Vandoorne auf Platz zwei der Gesamtwertung liegt, äußert gegenüber ran racing seine Sicht der Dinge: "Es war ein schwieriges Rennen unter diesen Bedingungen. Es gab so viel Regen und es war superschwierig, das Auto auf der Strecke zu halten. Am Ende sind wir Fünfter und es gibt Platz zwei für Lucas. Das ist ein tolles Ergebnis für uns und sicherlich positiv."

Robon Frijns: Gemetzel vermieden

Frijns, der nicht zum Sieger erklärt wurde, obwohl er an den drei verunfallten Autos vorbeigefahren ist, sagt gegenüber ran racing: "Es war verrückt. Zu Beginn hatten Nick und ich eine gute Pace. Ich bin gut durch das Feld gekommen, und dann kam der Regen. Es war pures Chaos. Ich habe vor Kurve 6 schon früh gebremst und habe nicht viel gesehen. Ich habe nur Gischt gesehen und dann war plötzlich Lucas im 90-Grad-Winkel vor mir. Ich habe die Kurve gerade noch gekriegt und das Gemetzel vermieden.

In der Boxengasse habe sich der Teamkollege von Cassidy bereits über seinen Sieg gefreut, doch dann kam die ernüchternde Nachricht, dass die Reihung aus Runde 29 ausschlaggebend für das Rennergebnis sein wird. "Aber letztlich war es dann doch Platz drei", so der Niederländer. "Aber es war ein guter Tag für das Team."

Mitch Evans: "Falsche Entscheidung"

Mitch Evans liegt nach dem US-Double-Header in der Gesamtwertung auf Rang drei. Am Samstag wurde er nach dem Abbruch auf Platz elf gewertet, weshalb er keine Punkte bekam. Dementsprechend sauer ist der Neuseeländer über die Entscheidung der Rennleitung. Er poltert: "Ich verstehe die Entscheidung nicht! Warum wurde das Rennen nach der roten Flagge nicht fortgesetzt?"

Der Jaguar-Pilot hätte die verbliebenden sieben Minuten und eine Runde gerne genutzt, um noch in die Punkteränge zu fahren. Außerdem habe es, so Evans, aufgehört zu regnen, weshalb die Bedingungen besser geworden seien. "Es war die falsche Entscheidung", sagt er. "Wir hätten einfach ein paar Runden hinter dem Safety-Car fahren und die Bedingungen beobachten sollen."

Hätte die Rennleitung das getan, wäre Evans sicher an Cassidy, di Grassi und Vandoorne vorbeigekommen, da sie bereits in die Mauer gekracht waren. So hätte der Jaguar-Pilot in der Gesamtwertung wichtige Punkte auf Vandoorne aufgeholt. Generell hält Evans die Lösung, die verunfallten Fahrer an die Spitze zu setzen, für einen großen Fehler. "Da sieht unser Sport nicht gut aus", stellt er klar.

Evans bekommt Rückendeckung von Sam Bird, der sich nach den Aufräumarbeiten ebenfalls einen Neustart gewünscht hätte. "Das wäre für alle Beteiligten, auch für die Fans, eine gute Lösung gewesen. Platz eins bis sechs hatten, glaube ich, alle Unfälle, trotzdem haben sie alle Punkte bekommen. Wenn man im Qualifying eine rote Flagge auslöst, verliert man seine Rundenzeit."

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