Diriyya - Seit 2018 startet die Formel E bereits in Diriyah, einer Vorstadt der saudi-arabischen Metropole Riad. In der Vergangenheit erlebte die Elektroserie zum Teil spektakuläre Rennen auf dem anspruchsvollen Straßenkurs.

Auch zum Saisonstart 2022 wird die Formel E beide Rennen - Freitag und Samstag jeweils um 17:30 Uhr live auf ProSieben und ran.de - unter Flutlicht austragen.

Zeitplan zum E-Prix in Diriyah

Anders als in westlichen Staaten ist in islamisch geprägten Ländern der Freitag der wöchentliche Feiertag. Der erste Formel-E-Lauf in Saudi-Arabien findet daher bereits am 28. Januar statt, damit möglichst viele Fans den E-Prix sowie das Rahmenprogramm an der Strecke besuchen können. Genau wie 2021 wird das 1. Freie Training hierfür auf den Donnerstag vorgezogen.

Alle weiteren Trainings und Qualifyings finden anschließend wie gewohnt an einem Tag statt. Die Rennen beginnen um 20 Uhr Ortszeit, also deutlich nach Sonnenuntergang. In Deutschland ist es dann 18 Uhr. Um dennoch für gute Sicht zu sorgen, beleuchten große LED-Flutlichtanlagen den Kurs. Der hierfür benötigte Strom stammt aus nachhaltigem, hydriertem Pflanzenöl.

TV & Streaming

Nach einem Jahr in SAT.1 zieht die Formel E 2022 in Deutschland zum größeren Schwestersender um: Mit dem E-Prix in Diriyah überträgt zum ersten Mal ProSieben ein Rennen der Elektroformel. Die Übertragungen der Rennen beginnen jeweils 30 Minuten vor dem Start, also um 17:30 Uhr - live auf ProSieben und ran.de.

Zudem sind diesmal die Qualifyings live im Free-TV zu sehen: Das K.-o.-Zeitfahren um die besten Startplätze zeigt ProSieben MAXX am Freitag und Samstag jeweils ab 13:30 Uhr live. Alle Freien Trainings, beide Qualifikationen sowie die Rennen sind auch im Livestream auf ran.de zu sehen.

Fast Facts

  • Insgesamt 170 LED-Flutlichtmasten erhellen die Formel-E-Strecke in Diriyya bei Nacht. Sie wurden errichtet von der Schweizer Firma DZ Engineering. Zur Stromversorgung verlegte die Elektroserie mehr als 50 Kilometer Kabel.
  • Unfälle sind auf der Hochrisiko-Strecke in Diriyah nicht ungewöhnlich. Bei jeder Ausgabe des E-Prix gab es mindestens eine Rennneutralisierung: Die Safety-Car-Wahrscheinlichkeit in Saudi-Arabien liegt damit statistisch bei 100 Prozent.
  • Antonio Giovinazzi gibt beim Diriyah E-Prix 2022 sein Debüt in der Formel E. Er ist nach Jean-Eric Vergne, Sebastien Buemi, Stoffel Vandoorne, Pascal Wehrlein, Lucas di Grassi und Andre Lotterer der insgesamt siebte Fahrer im aktuellen Feld, der vor seiner Zeit in der E-Serie in der Formel 1 startete. Dabei hat er im Vergleich mit den anderen sechs Piloten die meisten Grands Prix bestritten.
  • Diriyah soll entweder im Jahr 1446 oder 1447 von Mani' Al-Muraydi, dem ältesten Vorfahren der heutigen Königsfamilie Saudi-Arabiens, gegründet worden sein. Die Stadt ist aber nicht die älteste im Formel-E-Kalender: Rom, Seoul, Monaco und Berlin haben eine längere Historie als Diriyah.
  • Im Jahr 2030 soll Diriyah aufgrund seiner "Historie und Rolle als Kultursymbol" zur arabischen Kulturhauptstadt werden. Dies kündigte die Organisation für Bildung, Kultur und Wissenschaft der Arabischen Liga (ALESCO) im vergangenen Dezember an.

Personalwechsel & Hersteller-Entscheidungen

Durch die Ausstiege von Audi und BMW verkleinerte sich die Formel-E-Startaufstellung von 24 auf nur noch 22 Autos. Mit neuem Hauptsponsor Avalanche startet Andretti aber trotzdem noch ein weiteres Jahr mit BMW-Antriebssträngen. Neu an Bord bei den US-Amerikanern ist Oliver Askew, der 2019 in den USA die Indy-Light-Nachwuchsserie gewann. In Diriyah geben außerdem der ehemalige Formel-1-Fahrer Antonio Giovinazzi (Dragon) und Dan Ticktum (Nio 333) ihre Formel-E-Debüts.

Zwischen den Saisons 2021 und 2022 gab es auch im bestehenden Fahrerfeld verheißungsvolle Wechsel: Lucas di Grassi fährt ab sofort statt Norman Nato bei Venturi, Oliver Rowland anstelle von Alex Lynn bei Mahindra. Das zwischenzeitlich freie Rowland-Cockpit bei Nissan übernahm der Deutsche Maximilian Günther.

Die Zeit seit dem 2021er-Saisonfinale nutzte die Formel E, um weitere Details für ihre künftige "Gen3"-Ära zu finalisieren. Das neue Auto absolvierte in Frankreich seine Jungfernfahrt, hinzu kam die Veröffentlichung erster Teaser-Fotos.

Maserati, Qualifying, Leistung - alles neu

In den ersten zwei Gen3-Jahren wird mit Porsche wohl nur noch ein deutscher Hersteller in der Elektroformel antreten. Denn auch Mercedes bestätigte im vergangenen Sommer, dass das Formel-E-Engagement nach der Saison 2022 enden werde. Neu dabei ist stattdessen Maserati: Die italienische Marke mit dem Dreizack kündigte im Januar den Einstieg zur Saison 2022/23 an.

Außerdem stellte die Formel E ein gänzlich neues Qualifying-Format vor. Nach einer Gruppenphase mit zwei Gruppen wird es ab sofort Viertelfinal-, Halbfinal- und Finalduelle um die Pole-Position geben. Die Leistung der Fahrzeuge wurde im Rennmodus von 200 auf 220 kW erhöht. Der Attack-Mode schaltet nun die Maximalleistung von 250 kW frei.

Strecke

Auf 2,495 Kilometern warten in Diriyah insgesamt 21 technisch anspruchsvolle Kurven auf die Formel-E-Fahrer. Besonders in den ersten zwei Streckendritteln erfordern zahlreiche geschwungene S-Kurven einen gekonnten Umgang mit dem Strompedal. Mit hohem Risiko sorgte in den letzten Jahren insbesondere der "Bobbahn-Abschnitt" zwischen den Kurven 8 und 12 für spektakuläre TV-Bilder im Qualifying.

Die beste Überholmöglichkeit bietet sich in der 90-Grad-Rechtskurve (Kurve 18) am Ende der Startgeraden. Auf der Außenseite von Kurve 19 befindet sich weiterhin die Attack-Zone, in der die Fahrer ihren 250-kW-Modus aktivieren können (bislang 235 kW).

Wetter

Vor dem E-Prix in Diriyah bereiten sich die Teams und Fahrer auf einen typischen Januar in Saudi-Arabien vor: Im Verlauf beider Renntage steigen die Temperaturen auf bis zu 18 Grad Celsius. Die Regenwahrscheinlichkeit liegt dank meist klarem Himmel voraussichtlich bei null Prozent.

Entscheidend könnte allerdings der Umgang mit dem Tag-Nacht-Wechsel werden: Zum Rennstart um 20 Uhr Ortszeit könnten die Temperaturen bereits in Richtung der 10-Grad-Celsius-Marke sinken - nachts wird es mit nur sechs Grad Celsius eher kühl. Die Sonne geht an den Renntagen um 17:45 beziehungsweise 17:46 Uhr Ortszeit unter.

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