München - Die erste Saisonhälfte der Formel E 2021 steht - inklusive des heutigen Saisonstarts in Saudi-Arabien (ab 17:30 Uhr live auf ProSieben MAXX) - beinahe auf festen Beinen. Der zweite Teil der Meisterschaft ab Juni muss hingegen von den Verantwortlichen der elektrischen Formelserie noch durchgeplant werden. Um einen effizienten Saisonverlauf zu garantieren, wird ein Amerika-Block nach dem geplanten Juni-Lauf in Chile erwägt.

Aktuell wird Chile im Zuge der Coronavirus-Pandemie von vielen Ländern wie Großbritannien als "rote Zone" eingestuft. Das bedeutet, dass sich Reisende bei ihrer Rückkehr in Quarantäne begeben müssen. Die Vereinigten Staaten von Amerika und Mexiko werden hingegen nicht als hohes Risikogebiet betrachtet, weshalb sich für die Formel E ein Besuch in diesen Ländern nach dem Chile-Double-Header lohnen könnte.

Wo die Rennen dann letztlich genau stattfinden können, steht noch nicht fest, da viele Gebiete, in denen die Läufe über die Bühne gehen sollen, aktuell anderweitig genutzt werden. Auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez in Mexiko steht ein provisorisches Krankenhaus, im Stadtteil Red Hook in New York wurden Impfzentren aufgebaut, während das Brooklyn Field Hospital geschlossen wurde. Dementsprechend muss die Formel E Ausweichpläne in den Ländern entwerfen.

Amerika-Bock "effizient"

Jamie Reigle, der geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der Formel E, sagt gegenüber 'Motorsport-Total.com': "Wir haben den Kalender für nach dem Lauf in Santiago noch nicht bekanntgegeben, der Plan sieht aktuell aber vor, dass wir in diesem Teil der Erde bleiben werden."

Reigle hofft außerdem auf Ausnahmeregelungen und Lockerungen: "Wenn diese Ausnahmen nicht möglich sind, werden wir eine ziemlich ernsthafte Diskussion führen, aber wir setzen darauf, dass wir einige Ausnahmen bekommen, oder dass die Beschränkungen gelockert, oder dass wir gleich danach irgendwo fahren werden, wo die Beschränkungen nicht gelten."

Aus logistischer Sicht ist für den Formel-E-Strippenzieher ein "Amerika-Block im Juni" der "effizienteste" Weg, um die Saison nach dem Chile-Rennen fortzusetzen. Das könnte bedeuten, dass die Rennen in den USA und Mexiko auf den Santiago-Lauf folgen werden. In Europa arbeitet die Formel E weiterhin an Alternativen, sollte ein Rennen nicht wie geplant stattfinden können. Die Rennstrecke in Vallelunga könnte beispielsweise für Rom einspringen.

Alternativen gesucht

Für das Rennen in London muss auch eine Ausweichlösung gefunden werden, da das ExCeL Centre ins Nightingale-Krankenhaus umgewandelt wurde. Reigle sagt: "Die Herausforderung ist, dass die Orte in Mexiko, New York und London aktuell als Notfall-Impfzentren genutzt werden. Es ist sehr schwierig für uns, etwas für diese Daten zu prognostizieren." Deshalb arbeite die Formel E an Alternativen in diesen und angrenzenden Märkten.

Eigentlich sollte der Double-Header in Chile bereits am 16. Januar die neue Saison eröffnen. Das Rennen musste - sowie der geplante Mexiko-Lauf am 13. Februar - wegen der anhaltenden Pandemie verschoben werden. Die Formel E hat noch keinen vollen Kalender präsentiert, um häppchenweise auf die Entwicklung reagieren zu können. Die finale Version wird daher erst im Frühling erwartet.

Nach dem Saisonauftakt in Saudi-Arabien, wo das erste Nachtrennen der Meisterschaft stattfinden wird, plant die Formel E Rennen in Italien, Spanien, Monaco, Marokko und Chile. Diriyya und Santiago bilden dabei Double-Header-Events mit jeweils zwei Läufen.

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