Sam Bird flog in New York von Gesamtplatz 13 an die Spitze - Bildquelle: GettySam Bird flog in New York von Gesamtplatz 13 an die Spitze © Getty

New York City - Rene Rast brachte es auf den Punkt.

"In der Formel E kann sich an einem Wochenende alles drehen. Man kann von ganz hinten nach ganz vorne kommen, aber auch umgekehrt", sagte der Audi-Pilot am vergangenen Samstag am ran-Mikrofon von Matthias Killing.

Es war gerade das 1. Training in Brooklyn absolviert, Rast lag in der WM-Wertung mit 60 Punkten auf Platz drei, nur zwölf Zähler hinter dem Führenden Edoardo Mortara, rechnete sich sicherlich Chancen aus, die Spitze anzugreifen. Alles zu drehen. Die Fahrerwertung auf den Kopf zu stellen.

Am Ende holte der Audi-Pilot in New York nur einen Punkt. Mit seinem Satz, an einem Wochenende könne sich alles drehen, lag er trotzdem richtig.

Sam Bird fliegt von Platz 13 an die Spitze

Die Fahrerwertung auf den Kopf stellte nämlich einer, der in der WM-Wertung vor den beiden ePrix im Big Apple noch viel weiter hinten gelegen hatte: Sam Bird.

Vor dem Wochenende mit 49 Punkten nur auf Rang 13 der Gesamtwertung, raste der Brite in New York erst auf Platz neun und dann zum Sieg. Dazu die schnellste Runde am Samstag und die Pole Position am Sonntag - ergab unter dem Strich 32 Punkte.

Genug, um mal eben an die Spitze des Klassements zu springen.

"Es ist unglaublich. Jaguar gab mir ein perfektes Auto. Wir haben es von der ersten Runde an dominiert", freute sich Bird über den Erfolg im Schatten der Freiheitsstatue: "Wir durften nicht überdrehen, sondern wollten einfach beständig sein."

Das Zauberwort heißt Beständigkeit

Beständigkeit. Die vielleicht wichtigste Zutat für das Erfolgsrezept in der Formel E.

In einer Serie, die in nunmehr 80 Rennen 19 verschiedene Sieger, in sechs Saisons fünf unterschiedliche Champions hervorbrachte, gewinnt am Ende meist der, der die wenigsten Formschwankungen aufweist. Der vielleicht nicht immer ganz vorn dabei ist, aber auch nur ganz selten ganz hinten.

Beständigkeit wird Bird auch in den letzten vier Rennen in London und Berlin brauchen (live in SAT.1 und auf ran.de), wenn er seinen Platz an der Sonne behaupten und sich zum ersten Weltmeister der Formel-E-Geschichte -die Rennserie wird 2021 erstmals als offizielle WM ausgetragen - krönen will.

fe-stand

Das halbe Fahrerfeld hat noch Chancen

Denn es geht eng zu. Sehr eng. Das halbe Fahrerfeld hat noch Chancen auf den Titel, rein rechnerisch fast noch das gesamte. Bird und Jake Dennis auf Gesamtplatz 15 trennen nur 27 Punkte - also fünf weniger, als Bird in New York holte.

Nur ein kleiner Ausrutscher des Briten auf seinem "Heimatkurs" in London - und es könnte in zwei Wochen ein anderer von der Spitze des Feldes grüßen.

Vorstellbar ist es allemal. Eigentlich, das haben Bird und New York gezeigt, sogar fast schon wahrscheinlich.

In der Formel E kann sich an einem Wochenende schließlich alles drehen.

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