Jubel bei BMW und Maximilian Günther. - Bildquelle: imago images/ShutterstockJubel bei BMW und Maximilian Günther. © imago images/Shutterstock

New York – Wettschulden sind Ehrenschulden. Deshalb bekamen Fans und Journalisten nach dem zehnten Saisonrennen der Formel E große Augen. Denn da standen vor der Siegerehrung auf einmal zwei Maximilian Günther in der Gegend herum. Verwirrung machte sich breit.

Die Auflösung: Der BMW-Pilot hatte eine Wette mit seinem Ingenieur laufen: "Wenn wir ein Rennen gewinnen, machen wir das Double und wir feiern zusammen", verriet Günther.

Gesagt, getan. 

Und wie: Der Deutsche holte in New York am Samstag nicht nur den ersten schwarz-rot-goldenen Sieg in dieser Saison. Es war zugleich der dritte Erfolg seiner Karriere. Und ein ganz wichtiger dazu.

Erfahrung, Geduld und Können

Dabei zeigte Günther, wie man Erfahrung, Geduld und Können auf den Punkt ausspielt: Wenige Minuten vor dem Ende nutzte er einen Zweikampf zwischen dem Führenden Nick Cassidy und Verfolger Jean-Eric Vergne, um mit einem beherzten Manöver an beiden Konkurrenten vorbeizuziehen.

"Wir haben das Rennen richtig gut gemanagt. Ich hatte mehr Energie als alle um mich herum. JEV und Nick haben gefightet und ich habe nur auf den richtigen Moment gewartet", sagte Günther ran.de: "Ich habe gewusst: Je länger das Rennen dauert, desto größer werden meine Chancen."

Die erste, die sich ihm bot, nutzte er: "Beide in einem Move zu überholen, ist gigantisch."

Für Günther ist bei dem Sieg nach einer Achterbahn-Saison mit einigen liegen gelassenen Möglichkeiten eine Menge Genugtuung dabei. "Besonders aber auch deshalb, weil es für uns oft nicht gut gelaufen ist und wir nicht so viele Punkte geholt haben, wie wir wollten. Doch wir sind immer auf uns selbst fokussiert geblieben. Wir wissen, wozu wir in der Lage sind", sagte Günther.

Das ist durchaus als Kampfansage zu verstehen, denn der Titelkampf bleibt in der Formel E weiter unfassbar eng. In Führung liegt weiterhin Edoardo Mortara (Venturi) mit 72 Punkten. Punktgleich mit Mortara ist Robin Frijns (Virgin). Ex-Champion Vergne hat sich mit 68 Punkten auf Gesamtrang drei vorgearbeitet. 

Rast belegt mit nunmehr 61 Zählern Rang vier vor Titelverteidiger Antonio Felix da Costa (60 Punkte). Günther rückt durch seinen Sieg auf Platz zwölf vor, ist aber mit seinen nunmehr 53 Punkten auf Tuchfühlung.

Weniger zufrieden war Rast, der als Zehnter nach einer Mega-Aufholjagd zwar noch einen Punkt holte. Vielmehr wurmte den Audi-Piloten aber sein Qualifying-Fluch, der sich auch im "Big Apple" fortsetzte. 

Rast stöhnt über Quali-Fluch

"Es war brutal anstrengend. Ich hatte viele Kämpfe. Am Ende nur einen Punkt zu holen, ist ernüchternd. Viele Fahrer haben Fehler gemacht und ich nicht. Aber so ist es in der Formel E. Wenn man hinten startet, muss man sich nach vorne kämpfen", sagte er.

Wie sind seine Hoffnungen für das zweite Rennen am Sonntag? Bescheiden. "Ich bin wieder in Gruppe 1. Wir können erwarten, dass wir wieder hinten starten."

Der Hintergrund: Das Qualifying-Format der Formel E sorgt dafür, dass die in der Gesamtwertung führenden Fahrer bereits in der ersten Gruppe à sechs Piloten zum Einsatz kommen. Oft passiert es dabei, dass die Strecke zu Beginn der Zeitenjagd noch nicht optimal ist und sich erst im Laufe der Zeit verbessert.

Legt Günther nach?

Deshalb ist die Startaufstellung in vielen Fällen munter durchgemischt. Vorteil für Günther: Er ist zwar auf Tuchfühlung, muss aber erst in Gruppe 2 ran. Die Chance ist also da, am Sonntag nachzulegen.

Das Qualifying am Sonntag wird ab 15.15 Uhr live auf ran.de übertragen, Rennen Nummer elf findet schließlich am frühen Abend statt (ab 19.15 Uhr live in SAT.1 und auf ran.de).

Alle News aus der Welt des Motorsports jetzt auf unserem neuen Instagram-Account ran__racing.

Du willst die wichtigsten Motorsport-News, Videos und Daten direkt auf Deinem Smartphone? Dann hole Dir die neue ran-App mit Push-Nachrichten für die wichtigsten News Deiner Lieblings-Sportart. Erhältlich im App-Store für Apple und Android.