München - Aktuell passiert an einem Rennwochenende der Formel E (live in SAT.1 und auf ran.de) nicht viel auf der Strecke, weil es seit dem Aus der Jaguar-I-Pace-eTrophy keine Rahmenserie mehr im Programm gibt.

Das könnte sich in Zukunft aber ändern, denn die Formel-E-Bosse haben verschiedene Konzepte in Planung. Neben der Frauen- und Nachwuchsförderung könnte eine Herstellerserie in den Kalender zurückkehren.

Drei Rahmenserien könnten die Formel-E-Wochenenden damit deutlich bunter machen, als sie heute sind. Da die Formel-E-Strecken für Aktivitäten am Samstag und Sonntag aufgebaut werden, gibt es auch genügend Zeitfenster, um die Serien im Programm der elektrischen Formel-Weltmeisterschaft fahren zu lassen.

Jedoch wird es bis zur Einführung einer Rahmenserie womöglich noch mindestens bis zum Start der Gen3-Ära in der Saison 2022/23 dauern.

Reigle sieht Gen3 als Priorität an

Während Formel-E-Mitbegründer Alberto Longo "sehr aggressiv" an der Einführung einer Nachwuchsserie arbeite, hat Geschäftsführer Jamie Reigle die Priorität einer Rahmenserie deutlich heruntergesetzt, da die Initialzündung der neuen Gen3-Autos im Vordergrund stünde. Er sagt: "Die Gen3-Ära steht bevor: Wir haben ein neues Auto, womöglich ein neues Rennformat und neue Städte. Das sind die Top 3 auf meiner Liste. Die Nachwuchsserie steht nicht drauf."

Laut Reigle ist die durch die Coronavirus-Pandemie beeinflusste Saison 2021 generell ein Testfeld für neue Ideen. Bis auf Monaco sind alle Rennen Double-Header-Events, weshalb die Formel E dieses Format für die Zukunft ausgiebig testen kann. Der Vorteil: Es können mit dem gleichen Aufwand mehr Rennen bestritten werden.

Reigle offen für Rahmenserien

Deshalb ist Reigle offen für das Experiment Rahmenserie: "Wir haben diese offenen Zeitfenster auf der Strecke. Wir können einen Event einen Tag zuvor oder am gleichen Tag durchführen. Wir schauen uns das natürlich an." Laut Reigle könnte erst einmal eine Meisterschaft eines Herstellers oder eine Serie für Frauen eingeführt werden.

"Nachwuchsförderung hat für mich einen roten Faden", so Reigle weiter. "Auch der Geschlechter-Blickwinkel ist wirklich sehr interessant. Dann gibt es noch unsere Hersteller, die eine Verbindung zwischen dem Rennsport-Programm und den Straßenautos herstellen wollen. Das ist etwas, was wir machen können. Ich sehe diese drei Möglichkeiten, die parallel laufen könnten."

Für Reigle spielt es eine wichtige Rolle, die Probleme der Zeit zu lösen. Die Formel E hat sich Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben, doch auch Geschlechterdiversität ist für die Serie ein wichtiger Punkt, weshalb über eine Meisterschaft für Frauen nachgedacht wird, die dann in Konkurrenz mit der W-Serie stehen würde, die im Rahmen der Formel 1 Rennen austrägt.

Außerdem ginge es darum, so der Geschäftsführer, den richtigen Weg zu finden, die Formel E weiterzuentwickeln.

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