Sebastien Buemi und Maximilian Günther kämpfen im Nissan mit stumpfen Waffen - Bildquelle: Motorsport ImagesSebastien Buemi und Maximilian Günther kämpfen im Nissan mit stumpfen Waffen © Motorsport Images

"Wir haben ein Problem mit dem Paket und das wissen wir", sagt Sebastien Buemi nach einer enttäuschenden Saison für Nissan in der Formel E. Während der Schweizer in der Gesamtwertung mit mageren 30 Punkten auf Platz 15 landete, schnitt sein deutscher Teamkollege Maximilian Günther mit nur sechs Punkten auf Rang 19 noch schlechter ab. Grund sei der Antrieb, so Buemi.

Der Formel-E-Champion der Saison 2015/16 ist sich sicher, dass das Team in der vergangenen Saison im Rennen maximal auf Platz fünf hätte fahren können - ein enttäuschendes Ergebnis für den japanischen Hersteller, der in der Saison 2018/19 die Einschreibung von Renault übernommen hat. Buemi wird das französische Team am Ende des Jahres verlassen, obwohl er seine ganze Formel-E-Karriere bei DAMS verbracht hat.

Nissan hat Mitte der Saison 2020/21 den IM03-Antrieb eingeführt, jedoch ließ die Leistung zu Wünschen übrig, weshalb es die Marke in den letzten zwei Saisons der Gen2-Ära nur auf den Plätzen zehn und neun der Teamwertung geschafft hat. Wegen des strikten Regelwerks durfte Nissan keine Änderungen mehr am Antrieb vornehmen, weshalb alle Hoffnungen auf die Gen3-Ära liegen.

Die Resultate sprechen Bände: Buemi holte in New York einen fünften und in London einen sechsten Platz. Günther schaffte es nur in Mexiko und London in die Top 10 - ein achter Platz war seine persönliche Bestleistung. Im Kampf um Rennsiege und den Titel hatte Nissan keine Aktien. "Leider ist das Paket seit vergangenem Jahr homologiert, weshalb wir in den Saisons 7 und 8 damit umgehen mussten", so Buemi.

Laut dem Schweizer hat das Team "so hart wie möglich gekämpft", doch der Antriebsstrang war der Grund, warum nicht mehr drin gewesen ist. "Das ist ein Sport und das ist die Regel und ich denke, dass das Team wirklich alles getan hat, um sein Bestes zu geben. Es gab aber diese Einschränkungen, an denen wir nichts mehr verändern konnten."

Mit Platz neun in der Gesamtwertung und Rang fünf auf der Strecke als bestes Ergebnis ist Buemi nicht zufrieden, weshalb er von zwei "enttäuschenden" Jahren in der Formel E spricht. "Leider weiß ich, warum es so war", sagt er. "Wegen der Einschränkungen waren die Rennen in New York und London für uns ganz gut, aber wir haben bessere Resultate als Platz sechs erwartet."

Dazu kommt, dass Buemi mit neuen Ingenieuren im Team zusammenarbeiten musste und sich das neue Gespann erst einmal einspielen musste, ehe alle Automatismen vernünftig liefen. "Wenn man Ein-Tage-Events hat, ist das nicht einfach", verrät er. "Ich war acht Jahre im Team und zu Beginn der Saison war alles neu." Als Buemi dann in Berlin aber endlich die Duelle im Qualifying erreicht hatte, wusste er, dass es besser läuft. "Wir brauchten wegen der Missverständnisse einige Rennen", sagt er.