Antonio Felix da Costa und Jean-Eric Vergne beim E-Prix von Marrakesch - Bildquelle: Motorsport ImagesAntonio Felix da Costa und Jean-Eric Vergne beim E-Prix von Marrakesch © Motorsport Images

DS-Techeetah ließ beim zehnten Saisonrennen der Formel-E-WM 2022 in Marrakesch am Samstag nichts unversucht, um Venturi-Pilot Edoardo Mortara den Sieg zu entreißen und vor allem Jean-Eric Vergne mit Blick auf den Meisterschaftskampf ein möglichst gutes Ergebnis zu ermöglichen.

Gleich zweimal tauschten der Franzose und Teamkollege Antonio Felix da Costa auf Anweisung der Box die Positionen, doch am Ende hieß der Sieger Mortara und Vergne verlor in der letzten Runde Rang drei noch an Mitch Evans (Jaguar).

Nach dem Rennen musste Felix da Costa zugeben, dass die doppelte Teamorder verpufft war und dem Rivalen Mortara sogar noch in die Karten gespielt hat. "Am Ende wollten wir ihm das Rennen schwer machen und sehen, ob wir das Kaninchen aus dem Hut zaubern können", sagt der Portugiese. "So haben wir ihm immer wieder eine kleine Verschnaufpause gegönnt, um das Rennen so zu kontrollieren, wie er es wollte."

Kommandostand greift ins Rennen ein

Von der Poleposition aus gestartet hatte Felix da Costa auf seinen ersten Sieg seit Monaco 2021 gehofft, doch in der Anfangsphase des Rennens, in der alle Fahrer aus der Spitzengruppe früh beide Attack-Modes aktivierten, verlor der Meister der Saison 2019/20 die Führung an Mortara.

"Mein Rennen wurde durch ein paar Dinge hier und da ein wenig beeinträchtigt. Rowland hätte mich fast getroffen, ich hätte fast das Auto verloren, und Edo aktivierte den Attack-Mode und kam zurück an die Spitze", fasst Felix da Costa zusammen. "Und dann auch der Positionswechsel mit JEV [Vergne]."

In Runde 25 hatte der Kommandostand von DS-Techeetah den ersten Platztausch angeordnet. Felix da Costa, der keine realistischen Meisterschaftschancen mehr hat, ließ seinen besser platzierten Teamkollegen vorbei, damit dieser Jagd auf seinen Titelrivalen Mortara machen kann. Allerdings war Vergnes Auto zu diesem Zeitpunkt an den Front schon stark beschädigt, nachdem er auf das Fahrzeug von Oliver Rowland (Mahindra) aufgefahren war.

Felix da Costa glaubt: Platzwechsel war zu früh

Vergne gelang es nicht, Mortara anzugreifen. Das erkannte auch Felix da Costa. In Runde 29 funkte er an die Box: "Ich kann Mortara packen." Kurz darauf ließ Vergne ihn passieren, doch die Schlussattacke Felix da Costas auf den späteren Rennsieger verpuffte.

Und so musste der Portugiese in Anschluss zugeben, dass die Teamorder in dieser Form nicht gut ausgeführt worden war. "Ich würde sagen, dass wir ein bisschen später hätten wechseln sollen. Vielleicht hätte ich Edo herausfordern sollen, und wenn ich ihn nicht überhole, tauschen wir", sagt er.

"Ich weiß es nicht, ich muss mir die Zahlen und die Strategiepläne ansehen. Das Team hat offensichtlich viel mehr Informationen als ich im Auto, und deshalb muss ich ihnen vertrauen", verkneift sich er Portugiese Kritik an seiner Mannschaft. Und muss letztlich eingestehen: "Ich denke, dass Edo und Venturi am Ende ein bisschen besser waren als wir."