Pascal Wehrlein blickt mit gemischten Gefühlen auf die Formel-E-Saison 2022 ... - Bildquelle: Motorsport ImagesPascal Wehrlein blickt mit gemischten Gefühlen auf die Formel-E-Saison 2022 zurück © Motorsport Images

Das Porsche-Werksteam hat die zurückliegende Saison 2022 der Formel-E-Weltmeisterschaft trotz eines Saisonsieges nur auf dem siebten Platz der Teamwertung abgeschlossen.

Abgesehen vom E-Prix von Mexiko im Februar, wo Pascal Wehrlein und Teamkollege Andre Lotterer für einen Doppelerfolg sorgten, hat es im Saisonverlauf keiner der beiden Porsche-Piloten zu einem weiteren Podestplatz gebracht.

Der Durchbruch in Form des ersten Sieges gelang Porsche in Mexiko-Stadt aufgrund einer cleveren Rennstrategie. Indem man in der Anfangsphase bewusst Energie sparte, erreichte man, dass das Rennen eine Runde länger ging als von vielen Konkurrenten vorausberechnet. Die Folge: Während zahlreichen anderen Teams buchstäblich der Saft ausging, kamen Wehrlein und Lotterer auf P1 und P2 ins Ziel.

Nach dem Doppelschlag in Mexiko gelang Porsche aber nicht mehr viel. Beim E-Prix von Monaco rollte Wehrlein in Führung liegend aus, weil es ein technisches Problem am elektrischen Antriebsstrang gab. Teamkollege Lotterer strandete dort nur wenige Minuten später aufgrund einer Kollision.

Porsche-Talfahrt begann in Monaco

"Ich glaube, wir haben viele Punkte liegengelassen", fasst Wehrlein die Formel-E-Saison 2022 für Porsche gegenüber 'Autosport' zusammen. "Vom Gefühl her ging das in Monaco los, wo ich aufgeben musste, nachdem in Führung liegend nichts mehr ging."

"Nachdem wir das Teil des Autos, welches dafür verantwortlich war, ausgetauscht hatten, gab es ein Strafe", so Wehrlein. Damit spricht der Porsche-Pilot auf eine Rückversetzung um fünf Startplätze für den E-Prix von Indonesien in Jakarta an. Das für den Monaco-Ausfall verantwortliche Teil war übrigens ein defekter Spannungswandler.

Doch damit nicht genug. "Die Pace war meistens vorhanden, aber in Marrakesch hatten wir dann ein Problem, als das Rennen vom vierten Startplatz ziemlich daneben ging", erinnert Wehrlein an den E-Prix von Marokko. Dort schaltete der Porsche 9XX Electric beim Start in einen falschen Modus, was zur Folge hatte, dass Wehrlein im Rennen nicht die volle Leistung zur Verfügung hatte. Ins Ziel kam er außerhalb der Punkteränge auf P12.

2023: Porsche-Werksteam mit Felix da Costa statt Lotterer

Wehrleins bestes Saisonergebnis abgesehen vom Mexiko-Sieg war zweimal P6 (Rom und Berlin). Lotterers bestes Ergebnis abgesehen von P2 in Mexiko-Stadt war dreimal P4 (Riad, Rom und Berlin). Wehrlein kommt zum Schluss: "Unterm Strich haben wir nicht die Punkte eingefahren, die wir verdient gehabt hätten. Die zweite Saisonhälfte war hinsichtlich der Ergebnisse nicht gerade großartig."

Für die Formel-E-Saison 2023 - die erste der Gen3-Ära - bleibt Wehrlein dem Porsche-Werksteam erhalten, während Lotterer ins neue Kundenteam Andretti-Porsche wechselt. Seinen Platz als Teamkollege von Wehrlein übernimmt Ex-Champion Antonio Felix da Costa, der DS-Techeetah nach drei Saisons verlassen hat.

Die Formel E ist 2023 aber nicht die einzige Rennserie, in der sich Porsche werksseitig engagiert. Auch in der Langstreckenszene ist man prominent präsent. Das Programm betrifft sowohl die Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) als auch die nordamerikanische Langstrecken-Meisterschaft (IMSA). In beiden Rennserien setzt das für den Porsche-Werkseinsatz verantwortliche Team Penske zwei der brandneuen LMDh-Autos vom Typ Porsche 963 ein.

Lotterer steht als einer der Stammfahrer im Porsche 963 bereits fest. Wehrlein hat den Boliden kürzlich getestet und darf sich Hoffnungen machen, eines der noch freien Cockpits zu erhalten. Wenn es so kommt, dann würden 2023 beide ein Doppelprogramm aus LMDh und Formel E absolvieren. Für Lotterer steht ein solches Doppelprogramm jetzt schon fest.