Die Formel E könnte Santiago den Rücken kehren und im dritten Anlauf in Bras... - Bildquelle: LATDie Formel E könnte Santiago den Rücken kehren und im dritten Anlauf in Brasilien landen. © LAT

München - War das Formel-E-Rennen in Santiago am vergangenen Wochenende das vorerst letzte in Chile? Der Vertrag mit der chilenischen Hauptstadt läuft aus und es gilt aktuell als unwahrscheinlich, dass der ePrix im kommenden Jahr im Kalender sein wird.

Denn in diesem Jahr sollen in Santiago Wahlen abgehalten werden, die jedoch erst kurz nach der voraussichtlichen Verkündung des neuen Kalenders stattfinden sollen. Selbst wenn man einen Deal mit der neuen Regierung bekommen sollte, dürfte die Zeit für ein Rennen 2021 nicht mehr ausreichen.

Schon zweimal platzte ein Formel-E-Rennen in Brasilien

Doch Ersatz steht schon parat: Nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' könnte ein Rennen in Brasilien den südamerikanischen Kontinent im Kalender halten. Dem Vernehmen nach gilt Rio de Janeiro als wahrscheinlichster Kandidat. Ein Konsortium rund um Ex-Meister Nelson Piquet jun. soll sich bereits um die Organisation kümmern.

Die Formel E und Brasilien war bislang keine erfolgreiche Beziehung. Zwar stammen mit Piquet und Lucas di Grassi zwei der bisherigen vier Meister aus Brasilien, doch schon zweimal fiel ein bereits geplantes Rennen noch aus dem Kalender: Rio de Janeiro 2014/15 und Sao Paulo 2017/18.

Das neue Rennen soll auf dem wiederbelebten Kurs von Jacarepagua abgehalten werden, der zufälligerweise nach Nelson Piquet benannt ist - dem Vater des ehemaligen Formel-E-Meisters. Die Strecke wurde 2012 für die Olympischen Spiele 2016 abgerissen, soll jedoch wieder einsatzfähig gemacht werden.

Piquet will legendären Formel-1-Kurs wiederbeleben

"Die Hersteller drängen darauf, doch die Formel E hatte noch nie jemand Kompetentes, um die Serie nach Brasilien zu bringen", sagt Piquet jun. gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Jetzt wird der Job zum ersten Mal richtig erledigt. Eine Gruppe von Geschäftsleuten kam auf mich zu und wollte, dass ich das mache. Und ich habe gesagt: Okay, packen wir es an."

Für Lucas di Grassi wäre Brasilien als Repräsentant aus Südamerika die "perfekte Lösung", sollte Santiago aus dem Kalender fallen. "Ich hoffe wirklich, dass wir in den kommenden Jahren ein Rennen in Brasilien haben können", sagt er zu 'Motorsport-Total.com'. "Sollte Piquet einen machbaren Weg finden, dann können sie einen guten Job machen - die Familie hat in Brasilien einen guten Namen."

Die Pläne von Piquet gehen aber über die Formel E hinaus. Auf dem Kurs, wo 1978 und von 1981 bis 1989 auch die Formel 1 zu Gast war, sollen auch Stock-Car-Rennen oder Porsche-Cups zu Gast sein. Auch die IndyCar-Serie habe ihn bereits kontaktiert. "Aber wir machen es Schritt für Schritt", sagt er. "Die Strecke mag nicht für alle Serien identisch sein, aber Stock-Car, Porsche und Indy sind möglich."

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