Marrakesch - Der Marrakesch E-Prix rutschte im April 2022 unverhofft in den Elektro-Rennkalender, nachdem ein geplanter Lauf in Vancouver abgesagt werden musste. Neuland ist der Circuit International Moulay el Hassan für die Formel E aber keineswegs.

Im Februar 2020 fand auf dem Rundkurs in der marokkanischen Königsstadt das letzte Rennen vor dem Beginn der Corona-Pandemie statt. Zwischen 2016 und 2020 fanden bereits insgesamt vier E-Prix in Marrakesch statt. Genutzt wurde damals wie heute eine semipermanente Strecke, die ursprünglich für die WTCC geschaffen wurde.

Zeitplan, TV & Streaming zum Marrakesch-E-Prix

Marrakesch hält sich in den Sommermonaten an die Zeitzone UTC+1. Die Uhren gehen im Vergleich zu Deutschland also eine Stunde nach.

Das 1. Freie Training findet anders als üblich schon am Freitag statt, alle weiteren Sessions starten samstags. Bemerkenswert ist zudem die sechsstündige Pause zwischen dem Qualifying und Rennen.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist wie immer der Free-TV-Sender ProSieben verantwortlich für die Übertragung der Formel E. Die Vorberichterstattung zum Rennen beginnt am Samstag um 17:30 Uhr. Zuvor zeigt der Schwestersender ProSieben MAXX auch das Qualifying - los geht es hier um 10:30 Uhr.

Strecke

Für Formel-E-Verhältnisse ist der Circuit International Moulay el Hassan, benannt nach dem 19-jährigen Thronfolger Marokkos, ein echter Highspeed-Kurs. Die zwei langen Geraden laden zum Stromsparen im Windschatten beziehungsweise zu Überraschungsmanövern in den Bremszonen ein.

Andere Teile der 2,971 Kilometer langen Strecke sind gespickt mit eher technischen Passagen, bei denen die Fahrer besonders nah an die Streckenbegrenzungen heranfahren müssen, um schnell zu sein - beispielsweise in den Kurven 4, 8, 11 oder 12.

Fast Facts

  • Besonders hochwertige Haarprodukte werden seit einigen Jahren unter anderem mit Arganöl produziert. Das Öl stammt aus den Früchten des Arganbaumes, der (mit wenigen Ausnahmen) nur in Marokko wächst.
  • Der marokkanische Nationalvogel ist der Diademrotschwanz. Die Drosseln erreichen eine Spannweite von etwa 20 Zentimetern. Um die Strecke einmal zu umrunden, müssten sich also insgesamt 14.855 Exemplare mit ausgebreiteten Flügeln auf den Kurs legen.
  • Marrakesch trägt aufgrund der Farbe vieler Häuser und der Stadtmauer den Spitznamen "Rote Stadt". Sie ist neben Fes, Meknes und Rabat eine von vier Königsstädten Marokkos.
  • Bei allen vier Ausgaben des Marrakesch E-Prix hat ein anderer Fahrer gewonnen. Die bisherigen Sieger hießen Sebastien Buemi (2016), Felix Rosenqvist (2018), Jerome d'Ambrosio (2019) und Lucas di Grassi (2020).
  • Das erste Formel-E-Rennen in Afrika fand am Rande der UN-Klimakonferenz COP22 statt, die 2016 in Marrakesch veranstaltet wurde. In diesem Jahr ist die Stadt Scharm asch-Schaich in Ägypten Gastgeber der Konferenz.

Was zuletzt geschah

Während sich die Gen2-Programme aller Hersteller und Teams ihrem Ende nähern, nimmt die Vorbereitung mit dem Gen3-Fahrzeug Fahrt auf. In Großbritannien trafen sich Mitte Juni die Konstrukteure Jaguar, Mahindra und Nio 333 zu einem Kollektivtest, ehe wenige Tage später auch die kontinentaleuropäischen Mannschaften um Porsche, Nissan und DS Automobiles ihr kollektives Testdebüt gaben.

Details zu den Testfahrten drangen kaum an die Öffentlichkeit. Allerdings ist allein der Fakt, dass alle Konstrukteure bereits die Teststrecke betraten, Anlass zur Zuversicht. Weniger Optimismus gab es aus Vancouver zu vermelden: Um dem mehrere Monate andauernden organisatorischen Chaos ein Ende zu bereiten, löste die Formel E den Vertrag mit den kanadischen Veranstaltern auf. Das für 2023 geplante Debüt dürfte somit geplatzt sein.

Wettervorhersage

Die Formel E wird in Marokko mit hohen Temperaturen konfrontiert. Am Freitagabend zum 1. Freien Training dürfte es bis zu 31 Grad Celsius warm werden. Wolken oder gar Niederschlag werden mit einer Wahrscheinlichkeit von null Prozent angegeben.

Ein sehr ähnliches Bild ist am Rennsamstag zu erwarten: Im Laufe des Vormittags sollen die Temperaturen von 16 auf 28 Grad steigen. Der Tageshöchstwert ist mit 32 Grad am frühen Abend zu erwarten - zur Zeit des Rennens also. Die Regenwahrscheinlichkeit liegt am Vor- und Nachmittag immerhin bei 25 bis 30 Prozent, zum Rennstart dürfte es aber trocken sein (fünf Prozent).

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