"Es ist gut, dass er jetzt zu Aston Martin geht und wir jetzt getrennte Wege gehen", sagt Esteban Ocon über Fernando Alonso.

Was sich beim Sieg von Ocon in Ungarn 2021 noch als harmonisches Duo zeigte, bekam in der Schlussphase der abgelaufenen Saison immer mehr Risse.

Der Tiefpunkt war wohl das Wochenende in Brasilien, als sich die beiden Alpine-Piloten sogar ins Auto fuhren.

Formel 1: Ocon und Alonso bei Alpine im Streit 

Alonso ließ seinen Frust in den vergangenen Wochen immer wieder raushängen und betonte sogar, dass er es kaum abwarten kann, dass die Saison vorbei ist und er endlich zu Aston Martin wechseln kann.

Immer wieder hatte er vorgerechnet, wie viele Punkte er durch fehlende Zuverlässigkeit verloren hätte, und dass er vor allen anderen im Mittelfeld liegen müsste.

Von daher ist es für Ocon auch gut, dass der Spanier das Team jetzt verlässt. "Ich war natürlich enttäuscht, dass er die Aussagen in den Medien gegeben hat und nicht intern. Wir haben über nichts davon gesprochen", sagt er gegenüber "ouest france".

Esteban Ocon teilt gegen Alonso aus: "Habe 98 Prozent der Arbeit gemacht!" 

Der Franzose holt zum Gegenschlag aus und betont, dass der Großteil der Arbeit im Team an ihm hängengeblieben sei - nicht an Alonso: "Um ehrlich zu sein, war die Arbeit zu 98 Prozent auf meinen Schultern und zu zwei Prozent auf seinen. Ich war überarbeitet. Ich habe die ganze Entwicklung im Simulator gemacht, und auch die ganzen Marketing-Trips."

Zumindest hat sich die Arbeit für Ocon punktetechnisch ausbezahlt. Er war nach Jenson Button erst der zweite Teamkollege Alonsos, der in einer Saison mehr Punkte als der Spanier holen konnte. Zudem ist er der erste Fahrer, gegen den Alonso in der kompletten gemeinsamen Zeit bei einem Team weniger Punkte holen konnte.

Mit Pierre Gasly bekommt Ocon 2023 nun einen Fahrer an die Seite, mit dem ihm ebenfalls große Spannungen nachgesagt werden, auch wenn beide seit der Verkündung das Gegenteil betonen. "Wir kennen uns schon viele Jahre", meint Ocon neutral. "Wir hatten einen Traum: Zusammen in der Formel 1 zu fahren, und das ist uns gelungen. Ich freue mich schon loszulegen."

Alpine in der Formel 1: Verbesserung "wird Zeit brauchen" 

Sportlich möchte sich Alpine 2023 verbessern, auch wenn das sehr schwierig werden dürfte. Denn der Abstand zwischen den Franzosen (173 Punkte) und Mercedes auf Platz drei (515) ist gewaltig.

"Es wird Zeit brauchen", weiß Ocon, der betont, dass man auch die anderen Teams wie McLaren und Aston Martin nicht unterschätzen sollte.

Doch die Saison 2022 macht ihm Mut. Platzierungs- und punktetechnisch war es seine beste Saison in der Formel 1, zudem habe Alpine eine enorme Entwicklung hingelegt: "Wir hatten zu jedem Rennen neue Teile und das Team hat eine sehr aggressive Entwicklung hingelegt. So etwas habe ich noch nie gesehen", sagt er.