Bernie Ecclestone und Wladimir Putin vor vier Jahren beim Russland-GP in Sot... - Bildquelle: Getty ImagesBernie Ecclestone und Wladimir Putin vor vier Jahren beim Russland-GP in Sotschi © Getty Images

München - Dass Bernie Ecclestone ein freundschaftliches Verhältnis zu Wladimir Putin pflegt, ist bekannt.

Daran hat auch der Einmarsch der russischen Armee in der Ukraine nichts geändert.

Mit einem Interview, das er der Sendung "Good Morning Britain" des TV-Senders ITV gegeben hat, ist der ehemalige Chefvermarkter der Formel 1 allerdings noch einen Schritt weitergegangen.

Ecclestone: "Würde Kugel für ihn abfangen"

"Ich würde noch immer eine Kugel für ihn abfangen", sagte Ecclestone in diesem Skandal-Interview, angesprochen auf den Krieg in der Ukraine.

Der ursprüngliche Anlass des Gesprächs, der bevorstehende Grand Prix von Großbritannien in Silverstone, war zu diesem Zeitpunkt bereits zur Nebensache verkommen.

Denn der 91-jährige Brite reihte nun eine bizarre Ansage an die nächste. Er bezeichnete Putin als "erstklassige Person", die den Einmarschbefehl in die Ukraine gegeben habe, weil sie geglaubt habe, es sei das Richtige für Russland.

Ecclestone gab zwar zu, dass die Invasion ein Fehler sei. Im gleichen Atemzug verharmloste er aber die Entscheidung des russischen Präsidenten, indem er sie mit eigenen Fehlern verglich: "Leider ähnelt er einem Geschäftsmann der – wie ich auch – von Zeit zu Zeit Fehler macht."

Ecclestone verhöhnt Opfer und beleidigt Selenskyi

Was der Brite dann zu den Angriffen auf Zivilisten in Butscha, Mariupol, Krementschuk und anderen Städten der Ukraine sagte, muss den verletzten Opfern und Hinterbliebenen der Toten wie blanker Hohn vorkommen.

Es sei "keine Absicht" des russischen Präsidenten gewesen, sagte Ecclestone.

Doch es blieb nicht bei Äußerungen in Richtung Putins. Er beleidigte auch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyi.

Der erwecke den Anschein, auch in diesem Krieg in seinem früheren Beruf als Komiker "weiterarbeiten zu wollen". Wenn Selenskyi gewollt hätte, hätte er den Krieg von vorneherein verhindern können, sagte Ecclestone – und verschwieg damit die Tatsache, dass Russland mit dem Einmarsch in die Ukraine einen schon lange gehegten Plan des Kreml-Machthabers umgesetzt hat.

Mit diesen Aussagen ließ Ecclestone nicht nur die Moderatorin Kate Garraway schockiert zurück.

Auch die Formel 1 meldete sich prompt und teilte mit, Ecclestones Aussagen stünden "in sehr deutlichem Gegensatz zur Position moderner Werte unseres Sports".

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