Charles Leclerc steht beim Monaco-GP auf der Pole-PositionCharles Leclerc steht beim Monaco-GP auf der Pole-Position

Monaco - Charles Leclerc nahm den Helm ab, fuhr sich durchs Haar und winkte zufrieden den Fans an "seiner" Strecke zu.

Der Lokalmatador steht wie im Vorjahr auf der Pole Position für den Großen Preis von Monaco - doch die Vorzeichen stehen ungleich besser, dass der Ferrari-Pilot diesmal auch gewinnen und seinen Heimfluch bannen kann.

"Ich bin so unglaublich glücklich. Es war bisher ein Wochenende, an dem alles glatt gelaufen ist", sagte Leclerc nach seiner 14. Karriere-Pole und der bereits fünften der Saison. Angesprochen auf die hohe Regenwahrscheinlichkeit beim Grand Prix am Sonntag (ab 15 Uhr im Liveticker auf ran.de) sagte er cool: "Wie auch immer es kommt, wir sind konkurrenzfähig."

Max Verstappen startet nur aus Reihe 2

Tatsächlich hat Leclerc allen Grund zur Zuversicht. Der 24-Jährige dominierte fast alle Einheiten, zudem qualifizierte sich sein großer WM-Rivale Max Verstappen nur als Vierter.

Und die Fahrer auf den Rängen zwei und drei krachten spektakulär ineinander: Beim Versuch, Leclercs Pole-Zeit von 1:11,376 Minuten noch zu unterbieten, verlor Verstappens Red-Bull-Teamkollege Sergio Perez im Q3 vor dem Tunnel die Kontrolle und schlug in die Barriere ein. Carlos Sainz im zweiten Ferrari krachte in ihn. Damit war das Qualifying vorzeitig für alle beendet.

Neben Leclerc in Reihe eins steht Sainz, der Spanier kann als taktisches "Schutzschild" fungieren. Dahinter startet Perez von Platz drei neben seinem Teamkollegen Verstappen. "Sergio Perez war einfach zu schnell. Pech, aber das ist eben Monte Carlo", sagte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko lapidar bei "Sky".

Mercedes wieder geschlagen

Keine Rolle im Kampf um die vorderen Plätze spielte Mercedes. Rekordweltmeister Lewis Hamilton erreichte Rang acht, sein Teamkollege George Russell (beide England) wurde Sechster. "Das ist die Realität. Das ist nicht schön, aber wir müssen damit umgehen", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Ex-Weltmeister Sebastian Vettel stellte seinen Aston Martin auf Startplatz neun, Haas-Pilot Mick Schumacher geht von Rang 15 in den Prestige-Grand-Prix.

Leclerc hat bei bislang fünf Anläufen in der Formel 1 bzw. Formel 2 in seiner Heimat nie das Ziel erreicht - 2021 schaffte er es als Pole-Setter wegen eines Schadens nicht mal in die Startaufstellung. Damals war er im Qualifying schwer gecrasht, diesmal hielt er sich schadlos.

Seine Führung in der Fahrer-Weltmeisterschaft hat der 24-Jährige durch seinen Ausfall in der vergangenen Woche in Barcelona an Verstappen verloren. Sechs Punkte trennen die Protagonisten der bisherigen Saison.

Vertrag mit Monaco läuft aus

Womöglich steigt am Sonntag der letzte Formel-1-Lauf im kleinen Fürstentum am Mittelmeer. Der Vertrag läuft aus, die Rennserie verlangt für eine Verlängerung unter anderem ein deutlich höheres Antrittsgeld und mehr Rechte. Auch wurde und wird immer wieder Kritik an der Strecke laut, die wegen ihrer kurvigen Charakteristik auf nur 3,337 km keine echte Überholmöglichkeit bietet.

Die Fahrer machen sich allerdings für einen Verbleib des Klassikers stark. Einzigartig sei in Monaco der Nervenkitzel, im Qualifying die perfekte Runde zu schaffen. Die Startreihenfolge im Fürstentum ist schließlich so vorentscheidend für das Rennen wie nirgendwo sonst: Seit 1997 fuhr der spätere Sieger stets von einem der ersten drei Plätze los.

Nur einmal gewann ein Monegasse bislang den Großen Preis von Monaco: Louis Chiron im Jahr 1931 - damals gab es allerdings die Formel 1 noch nicht.

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