München - Obwohl erst am 15. November von Ferrari noch explizit in einem offiziellen Statement auf Twitter dementiert, scheint der Abschied von Teamchef Mattia Binotto nun beschlossene Sache zu sein. Das berichtet am Freitagmorgen die italienische Zeitung "Corriere della Sera".

In dem Bericht heißt es, dass dementsprechende Informationen aus dem Team geleakt sind, und benennt sogar das Umfeld von Charles Leclerc als eine der Quellen dafür. Demnach sei eine Bestätigung der Trennung möglicherweise nur noch eine Frage von Stunden. Derzeit werden, so die Zeitung, die Trennungsmodalitäten geklärt.

Sollte der Bericht stimmen, dann war es letztendlich Binotto selbst, der die Reißleine gezogen hat. Er habe bei Ferrari nicht mehr den nötigen Rückhalt vorgefunden. Insbesondere beim Ferrari-Vorsitzenden John Elkann, der zuletzt zu Andreas Seidl und Frederic Vasseur Kontakt aufgenommen und angeblich auch mit Christian Horner gesprochen haben soll.

 

Binotto und Ferrari: In Abu Dhabi noch heile Welt

Dabei hatte Binotto noch in Abu Dhabi versichert, er sehe die Spekulationen um eine mögliche Trennung "gelassen. Der Grund dafür ist, dass ich zu meinen Chefs und Vorsitzenden immer eine offene, ehrliche und konstruktive Gesprächsbasis hatte. Nicht nur kurz-, sondern auch mittel- und langfristig."

"Ja, wir hatten ein paar Höhen und Tiefen, und ja, wir sind noch nicht die Besten und haben nicht das schnellste Auto. Aber wir haben unser Hauptziel, mit dem 2022er-Auto konkurrenzfähig zu sein, erreicht. Niemand hätte geglaubt, dass Ferrari am Saisonbeginn so schnell sein würde. Das beweist, dass das Team die schwierigen Jahre 2020 und 2021 gut verarbeitet hat."

Außerdem betonte er: "Wir halten zusammen. Wir haben da gerade ein Team, das nicht nur gut zusammenarbeitet, sondern auch bewiesen hat, dass es kompetent ist. Ja, es gibt Bereiche, in denen müssen wir Fortschritte machen. Die Schwächen wurden uns aufgezeigt. Aber ich bin mir sicher, dass es uns gelingen wird, diese anzupacken. So, wie wir das auch in der Vergangenheit geschafft haben."

Ferrari: Wer könnte Binottos Nachfolger werden?

Wer die Leitung des Ferrari-Teams, sollte sich Binottos Abschied bewahrheiten, übernehmen könnte, ist noch nicht bekannt. Zuletzt hatte es geheißen, dass es zwischen Elkann und Vasseur bereits einen Handschlag gegeben haben soll. Als Interimschef wird aber auch Benedetto Vigna, derzeit CEO des italienischen Sportwagenherstellers, ins Spiel gebracht.

Einen Kommentar zu den Gerüchten um einen möglichen Abschied von Binotto gibt's derzeit übrigens auch auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de. Es handelt sich dabei um einen Auszug aus der aktuellen Ausgabe des Formel-1-Podcasts "Starting Grid", die am Mittwoch erschienen ist.