Charles Leclerc scheidet in Barcelona vorzeitig aus - Bildquelle: AFP/SID/GABRIEL BOUYSCharles Leclerc scheidet in Barcelona vorzeitig aus © AFP/SID/GABRIEL BOUYS

Barcelona- Max Verstappen schwitzte in der flirrenden Hitze von Spanien, verfluchte lautstark seinen erneut zickigen Red Bull - und stieg am Ende doch als WM-Spitzenreiter aus dem Auto, erstmals in diesem Jahr. Ein Drama um Ferrari-Star Charles Leclerc bescherte dem Weltmeister seinen dritten Sieg in Folge, trotz erheblicher Technik-Probleme bei Red Bull eroberte Verstappen damit die Führung im Gesamtklassement.

Leclerc wurde beim Großen Preis in Barcelona ohne eigenes Verschulden um seinen ersten Sieg seit sechs Wochen gebracht, mit Antriebsproblemen musste er als klar Führender aufgeben. Für den Monegassen war es in einer bislang hervorragenden Saison der erste Ausfall. 

"Es kam wie aus dem Nichts", sagte er bei Sky: "Ich habe vorher überhaupt nichts gespürt. Ich glaube nicht, dass es ein Hitzeproblem war."

Mercedes bestätigt seinen Aufschwung

Sechs Punkte Vorsprung hat Verstappen nun, der in diesem Jahr bereits zweimal wegen streikender Technik leer ausgegangen war. Erstmals seit dem Saisonfinale 2021 steht der Weltmeister ganz oben in der Fahrerwertung.

Hinter Verstappen sorgte Sergio Perez für einen Red-Bull-Doppelsieg, George Russell bestätigte als Dritter den Aufschwung bei Mercedes. Rekordweltmeister Lewis Hamilton wurde Fünfter.

Mick Schumacher indes verpasste schon wieder knapp seine ersten Punkte in der Formel 1, der Haas-Pilot wurde 14. und lag damit hinter Sebastian Vettel im Aston Martin, der Rang elf belegte.

Wie in jedem Jahr hatte es in Barcelona eine große Update-Welle gegeben, fast jedes Team brachte neue Teile an die Autos - zumindest ganz vorne änderte sich dadurch aber wenig. Leclerc raste am Samstag souverän und nervenstark zu seiner bereits vierten Pole-Position im sechsten Saisonrennen, und mal wieder stand der Weltmeister direkt neben ihm: Verstappen holte Rang zwei, es war mal wieder alles angerichtet.

Und auch die Wetterbedingungen sollten ein Faktor werden. Es war drückend heiß am Renntag, 37 Grad Lufttemperatur, der Asphalt heizte sich auf fast 50 Grad auf. Dazu wehte recht starker Wind, der nur für die Fans in der Hitze angenehm war.

Wind schubst Verstappen ins Kies

Am Start hielt Leclerc die Führung vor Verstappen, dahinter wurde es chaotisch. Schumacher kam von Rang zehn sehr gut weg, machte Positionen gut und profitierte zudem von einem Crash seines Teamkollegen: Kevin Magnussen rammte Hamilton und fiel ans Ende des Feldes, der Rekordweltmeister musste für neue Reifen an die Box und fand sich ebenfalls ganz hinten wieder.

An der Spitze blieb Verstappen nah dran an Leclerc, doch dann begann eine Phase voller Unheil für den Niederländer. Zunächst schubste ihn der heftige Wind in Kurve vier ins Kiesbett, an derselben Stelle war dies zuvor schon Ferrari-Pilot Carlos Sainz passiert.

Verstappen fiel zurück, lag nun hinter Russell, als sich das nächste Problem auftat: Wie schon in der entscheidenden Phase des Qualifyings konnte Verstappen die Überholhilfe DRS nicht verlässlich nutzen. Mal öffnete sich der Klappflügel auf der Geraden nur kurz, mal öffnete er gar nicht - und der Weltmeister kam einfach nicht vorbei am Mercedes.

Verstappen flucht wegen DRS-Problemen 

"Wir können nicht mal das scheiß DRS zum Laufen bringen, unglaublich!", fluchte Verstappen im Funk. Er biss sich weiter die Zähne aus und holte sich frische Reifen an der Box. Ganz vorne war Leclerc in dieser Phase schnellster Mann im Feld, schien ungefährdet dem Sieg entgegenzufahren, da streikte auch beim Monegassen die Technik.

Ganz plötzlich verlor Leclerc an Geschwindigkeit und stellte das Auto in die Garage. Und für Verstappen war mit frischen Reifen alles einfacher, ebenso wie Perez spielte er nun seinen Geschwindigkeitsvorteil gegen Russell aus und fuhr zum Sieg.

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