Mercedes hat das freie Training in Barcelona dominiert. - Bildquelle: AFPSIDBryn LennonMercedes hat das freie Training in Barcelona dominiert. © AFPSIDBryn Lennon

Barcelona - Mit neuem Unterbau wollte Sebastian Vettel angreifen, die Zweifel der vergangenen Tage abschütteln und endlich in dieser Saison ankommen - doch zum Auftakt des Großen Preises von Spanien verfiel er mit Ferrari gleich wieder in den alten Trott. Nur Platz zwölf im freien Training, Vettel war auch mit einem neuen Chassis klar langsamer als der Teamkollege. Und die Scuderia wurde in Barcelona sogar von ihrem Kundenteam Haas geschlagen.

Anderthalb Sekunden Rückstand auf die Spitze hatte Vettel in der zweiten Session am Nachmittag, ganz vorne stand mal wieder Lewis Hamilton im Mercedes. Der Weltmeister distanzierte seinen Teamkollegen Valtteri Bottas um knapp drei Zehntel, in der schnelleren Session am Vormittag hatte noch der Finne hauchdünn vorne gelegen.

Hinter den Silberpfeilen klaffte bereits eine große Lücke. Max Verstappen im Red Bull bestätigte als Dritter seine Rolle als erster Herausforderer und machte damit Hoffnung auf den nächsten Coup. Am vergangenen Sonntag hatte er in Silverstone gewonnen, Mercedes kämpfte bei hohen Temperaturen dabei über die Renndistanz mit seinen Reifen. Für den sechsten Saisonlauf am Sonntag (15.10 Uhr) ist mit ähnlichen Bedingungen zu rechnen, Verstappen könnte dann erneut zur Gefahr für Hamilton und Bottas werden.

Mit der Spitze wird Ferrari auch in Barcelona nichts zu tun haben, das wurde schon zum Auftakt deutlich. Charles Leclerc landete am Nachmittag immerhin auf Rang sechs, beim Blick auf das Tableau konnte die Scuderia allerdings nicht zufrieden sein: Romain Grosjean im Haas, ausgestattet mit einem Ferrari-Motor, war als Fünfter schneller als der beste Rote.

Neues Fahrgestell für Vettel

Vettel konnte die Hoffnungen auf einen Aufwärtstrend zunächst nicht erfüllen. Schon bei den beiden Rennen zuletzt in Silverstone war er stets deutlich langsamer gewesen als Teamkollege Leclerc, er selbst rätselte über die Gründe.

Unter der Woche entdeckte die Scuderia einen kleinen Schaden am Chassis und stattete Vettel mit einem neuen Fahrgestell aus. Ferrari bezeichnete das Problem zwar als vermutlich nicht relevant für die Performance, Vettel hoffte dennoch auf Besserung mit dem neuen Arbeitsgerät.

Zumindest die Eindrücke vom Freitagnachmittag ähnelten aber stark denen aus Silverstone. Vettel, am Vormittag noch Fünfter, rutschte im zweiten Training wieder ins Mittelfeld ab: Nur Platz zwölf stand am Ende des Tages zu Buche, der Rückstand auf Leclerc betrug drei Zehntelsekunden.

"Wir glauben nicht, dass das Chassis zuletzt das Problem war", bekräftigte Teamchef Mattia Binotto bei Sky, "trotzdem wollten wir diese Sorge ausschließen. Wir wollen Seb unterstützen, damit er so gut wie möglich abliefern kann." Der Italiener widersprach den jüngsten Spekulationen, Ferrari plane eine Absetzung Vettels schon während der laufenden Saison. "Es gibt überhaupt keinen Grund, daran zu denken", sagte er: "Er ist Teil unserer Familie."

Allerdings nur bis zum Ende des Jahres, dann muss Vettel gehen. Und wie es aussieht, könnten bis dahin noch ein paar schwierige Rennwochenenden anstehen.

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