Die Teams mobilisieren sich gegen Ferrari nach den Betrugsvorwürfen. - Bildquelle: GettyDie Teams mobilisieren sich gegen Ferrari nach den Betrugsvorwürfen. © Getty

München - Der mutmaßliche Betrugsskandal um das Ferrari-Team und den "Kuhhandel" mit dem Automobil-Weltverband FIA schlägt weiter hohe Wellen.

Bereits am Freitagabend (am Tag der FIA-Aussendung) hatte ein Insider gegenüber "Motorsport-Total.com" angekündigt, die FIA-Aussendung sei voraussichtlich noch lange nicht das Ende der Betrugsaffäre, sondern erst der "Anfang eines sehr langwierigen Prozesses". Das hat sich nun erstmal bestätigt.

Mercedes will Details der Vereinbarung veröffentlicht sehen

Mercedes-Teamchef Toto Wolff schickte ein Schreiben an alle Nicht-Ferrari-Teams in der Formel 1 (also alle außer Ferrari, Alfa Romeo, Haas), um im Verbund gegen die private Abmachung zwischen FIA und Ferrari vorzugehen. 

Der Plan: Gemeinsam Druck auf die FIA und Ferrari ausüben und die Details des scharf kritisierten "Kuhhandels", über den zunächst Stillschweigen vereinbart worden war, öffentlich machen. Alle von Wolff angeworbenen Teams haben das Schreiben unterzeichnet und eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. 

Die Teams fordern "eine ganzheitliche und angemessene Offenlegung dieser Angelegenheit" - notfalls auch über den Rechtsweg.  

Das Statement der sieben Teams im Wortlaut

Wir als die Teams, die dieses Schreiben unterzeichnet haben, sind überrascht und schockiert zugleich über das FIA-Statement vom 28. Februar, das den Abschluss der Untersuchungen zum Formel-1-Antriebsstrang der Scuderia Ferrari erklärt. Eine internationale Sportaufsichtsbehörde hat die Verantwortung, in Sachen Führung, Seriosität und Transparenz mit höchsten Standards vorzugehen.

Die mehrere Monate andauernden Untersuchungen durch die FIA wurden lediglich begonnen, nachdem andere Teams Anfragen gestellt hatten. Wir protestieren entschieden dagegen, dass die FIA zum Abschluss dieser Angelegenheit zu einer vertraulichen Einigung mit Ferrari gelangt ist.

Deshalb dokumentieren wir hier öffentlich, dass wir gemeinsam eine ganzheitliche und angemessene Offenlegung dieser Angelegenheit einfordern. Es muss sichergestellt sein, dass in unserem Sport alle Wettbewerber fair und gleich behandelt werden. Wir tun das im Namen der Fans, der Teilnehmer und der Anteilseigner der Formel 1.

Außerdem behalten wir uns vor, den Rechtsweg einzuschlagen - im Rahmen der üblichen FIA-Verfahren und vor den zuständigen Gerichten.

Druck auf die FIA wächst

In der Branche gibt es keine zwei Meinungen darüber, dass Ferrari im Bereich der Antriebstechnologie 2019 den legalen Bereich verlassen hat. Doch dass das unter den Teppich gekehrt werden soll, treibt sämtliche Ferrari-Konkurrenten zur Weißglut.

Der Druck auf die FIA, Ferrari nicht so einfach davonkommen zu lassen, wird in den nächsten Tagen und Wochen weiter zunehmen. 

Sollte der Saisonauftakt in Australien aber wie geplant stattfinden (trotz Coronavirus), könnte die erste FIA-Pressekonferenz des Jahres 2020 kommende Woche Donnerstag in Melbourne eine sehr, sehr interessante Angelegenheit werden ...

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