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München - Nach dem Eingreifen der FIA, um die geäußerten Sicherheitsbedenken bezüglich des "Porpoisings" auszuräumen, kam es am Rande des Kanada-Grand-Prix am Wochenende zu einer intensiven Debatte im Fahrerlager. Vor allem Toto Wolff machte seinem Ärger über die politischen Spielchen der anderen Luft.

Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Mercedes und seinen Rivalen sollen bei einem Treffen der Teamchefs am Samstagmorgen in Montreal ihren Höhepunkt erreicht haben.

Quellen zufolge soll Wolff seine Enttäuschung darüber zum Ausdruck gebracht haben, dass andere versuchten, sich Wettbewerbsvorteile und politische Vorteile zu verschaffen, und das in einer Angelegenheit, die für seine Fahrer ein echtes Sicherheitsrisiko darstelle.

Wolff wütet: "Das ist zu weit gegangen"

So glaubt Wolff, dass die konkurrierenden Teams ihre Fahrer anweisen, ihre Bedenken herunterzuspielen, um die FIA nicht zu ermutigen, in dieser Angelegenheit noch schneller zu handeln. Angesprochen auf die Situation, konnte der Österreicher seine Verärgerung über den Verlauf der Dinge nicht verbergen.

"Dies ist ein Sport, in dem man versucht, einen Wettbewerbsvorteil zu behalten oder zu gewinnen. Aber diese Situation ist eindeutig zu weit gegangen", so der Mercedes-Teamchef.

"Alle Fahrer, mindestens einer in jedem Team, haben gesagt, dass sie nach Baku Schmerzen hatten, dass sie Schwierigkeiten hatten, das Auto auf der Strecke zu halten oder verschwommen sahen", erinnert Wolff an die Beschwerden der Piloten.

"Teamchefs, die versuchen, das Gesagte zu manipulieren, um den Wettbewerbsvorteil zu behalten, und die versuchen, politische Spielchen zu spielen, während die FIA versucht, eine schnelle Lösung zu finden, um das Problem zumindest zu entschärfen, sind hinterhältig. Und genau das habe ich auch gesagt."

"Ich spreche nicht nur von den Mercedes", betont der Österreicher. "Alle Autos haben in Baku auf die eine oder andere Weise darunter gelitten und tun es auch hier. Die Autos sind zu steif. Die Autos hüpfen oder wie auch immer man es nennen will."

Wolff fürchtet langfristige Auswirkungen, die man im Moment noch nicht einmal beurteilen könne. "Aber das ist zu jeder Zeit ein Sicherheitsrisiko, und dann mit kleinen Manipulationen im Hintergrund oder chinesischem Flüstern zu kommen oder die Fahrer zu instruieren, ist einfach erbärmlich", wütet er.

Nicht nur die Mercedes-Fahrer leiden

Während seine Fahrer Lewis Hamilton und George Russell am lautesten über die Probleme mit dem Porpoising gesprochen haben, hält es Wolff für falsch, wenn die Konkurrenten glauben, sie würden sich äußern, um ihr Auto schneller zu machen. Auch viele andere Fahrer seien mit der Situation unzufrieden, darunter Sergio Perez.

"Natürlich werden die Leute hinterfragen, ob meine Position aufrichtig ist oder nicht", räumt Wolff ein. "Deshalb sage ich ja auch, dass es nicht nur unser Problem ist."

So erinnert er an die Worte von Red-Bull-Fahrer Perez, der zu Bedenken gab, dass man bei 300 km/h, wo das Problem besonders zum Tragen kommt, "sogar die Sicht beim Bremsen eingeschränkt sein oder man das Auto nicht mehr richtig positionieren kann."

Ähnliche Probleme hätten auch zahlreiche Fahrer verschiedener anderer Teams geäußert, darunter Carlos Sainz (Ferrari), Daniel Ricciardo (McLaren), Esteban Ocon (Alpine), Kevin Magnussen (Haas) und die beiden Mercedes-Piloten, zählt Wolff auf.

"Das ist kein Problem des Teams. Es ist ein Designproblem der Bodeneffekt-Autos, das angegangen werden muss", hält der Mercedes-Teamchef fest. "Und es geht nicht nur darum, die Autos höher zu stellen, denn wenn man die Autos höher stellt, löst das nicht die Steifigkeit der inhärenten aerodynamischen Eigenschaften."

Über allem müsse die Gesundheit der Fahrer stehen: "Der Kern dieses Themas ist, dass sie seit Saisonbeginn über Schmerzen beim Fahren dieser Autos klagen. Rückenschmerzen, verschwommene Sicht, wir sprechen von Mikro-Gehirnerschütterungen."

"In buchstäblich jedem Team, ich glaube, nur bei Alfa Romeo und Williams habe ich es nicht gehört, aber in allen anderen Teams haben Fahrer dieses Thema angesprochen. Und das ist etwas, das wir einfach angehen müssen, was auch immer die Lösung ist, was auch immer technisch umgesetzt werden kann."

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