Hamilton spricht über Rassismuserfahrungen in der Schule - Bildquelle: AFP/SID/KARIM SAHIBHamilton spricht über Rassismuserfahrungen in der Schule © AFP/SID/KARIM SAHIB

London (SID) - Für Formel-1-Rekordweltmeister Lewis Hamilton war die Schulzeit nicht zuletzt aufgrund zahlreicher rassistischer Vorfälle "der traumatischste und schwierigste Teil meines Lebens". Wie der 38-jährige Brite im am Montag veröffentlichten Podcast "On Purpose" erläuterte, sei er bereits ab seinem sechsten Lebensjahr herumgeschubst, mitunter mit Bananen beworfen und rassistisch beleidigt worden.

Hamilton sagte, er habe das Gefühl gehabt, das System sei gegen ihn, und fügte hinzu, dass er "viele Dinge" unterdrückt habe. "Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich nach Hause gehen und meinen Eltern sagen konnte, dass diese Kinder mich immer wieder mit dem N-Wort bezeichnet haben, oder dass ich heute in der Schule gemobbt oder verprügelt wurde", sagte er: "Ich wollte nicht, dass mein Vater denkt, ich sei nicht stark."

Hamilton ist der einzige dunkelhäutige Stammfahrer in der Formel-1-Geschichte und mit je 103 Siegen und Pole Positions sowie sieben Fahrertiteln zugleich der erfolgreichste. Hamilton hat Initiativen gegründet oder vorangetrieben, um das Leben von Menschen aus unterrepräsentierten Gruppen zu verbessern oder um die Vielfalt im Motorsport zu stärken.

Sein Vertrag bei Mercedes läuft am Jahresende aus, zuletzt kokettierte er aber öffentlich mit einer weiteren Verlängerung. In dem im November aufgezeichneten Podcast erklärte er: "Es wird wirklich, wirklich hart, wenn ich aufhöre Rennen zu fahren. Ich mache das seit 30 Jahren." Nichts sei vergleichbar damit, an der Spitze des Sports zu sein und ganz vorne in der Startaufstellung zu stehen.

"Wenn ich aufhöre, wird es ein großes Loch geben, also versuche ich mich zu konzentrieren und Dinge zu finden, die das ersetzen können und genauso lohnend sind", sagte Hamilton, der unter anderem in der Mode und der Musik weitere Standbeine gefunden hat.