Mick Schumacher fährt auch 2020 in der Formel 2. - Bildquelle: imago images/Motorsport ImagesMick Schumacher fährt auch 2020 in der Formel 2. © imago images/Motorsport Images

München – Schritt für Schritt, mit Bedacht und nichts überstürzen: Was sich für einen Rennfahrer eher langweilig und unüblich anhört, ist für Mick Schumacher der Weg seiner Karriere. 

Wohl wissend um den großen Nachnamen, den Hype und die Bürde, wurde beim 20-Jährigen von Anfang an darauf geachtet, dass er von überzogenen Erwartungen nicht überrollt wird, sondern sich in Ruhe entwickeln kann. 

Die Luft wird dünner

2015 und 2016 Formel 4, 2017 und 2018 Formel 3 mit dem Titelgewinn im zweiten Jahr, in diesem Jahr dann der Aufstieg in die Formel 2. Und 2020? Genau, ein weiteres Jahr im direkten Unterbau zur Formel 1. Auch wenn sich Mick bereit sah für den Sprung in die Königsklasse – es hatte sich bislang stets ausgezahlt, dass er eine weitere Saison einlegte. 

Hinzu kommt nun auch, dass die Luft an der Spitze, ganz oben in der Formel 1, dünner wird, die freien Plätze sind begrenzter. Auch als Mitglied des Ferrari-Nachwuchskaders, bei den Kundenteams Haas und Alfa Romeo war ebenso wenig Platz wie beim Werksteam, das 2020 weiter auf Sebastian Vettel und Charles Leclerc setzt. Aber: 2021 werden die Karten neu gemischt, laufen die Fahrerverträge in der Formel 1 reihenweise aus.

"Klar wäre der Schritt in die Formel 1 schön gewesen. Aber ich sehe es als Vorteil, noch ein Jahr Formel-2-Erfahrung zu sammeln, zumal wir schon 2020 Niederquerschnittreifen fahren, die Formel 1 zieht 2021 dann nach. Mehr Erfahrung, das kann für mich nur positiv sein", sagte Schumacher, der wie schon zu Formel-4-Zeiten für das italienische Prema-Team fahren wird.

"Mit Prema weiterzumachen, lag auf der Hand, nachdem wir schon so lange zusammenarbeiten und zusammengewachsen sind", sagte Schumacher: "Ich bin ihnen dankbar dafür, dass sie mir vertrauen und werde alles tun um zu zeigen, dass sie damit richtig liegen."

In seiner ersten Saison zahlte er das erwartete Lehrgeld, überzeugte, enttäuschte, jubelte und fluchte – eine typische Rookie-Saison eben, mit einem Premierensieg und Platz zwölf zwei Rennen vor dem Ende an diesem Wochenende in Abu Dhabi. Alles im grünen Bereich.

"Wir hatten sehr gute Rennen, auch Rennen, in welchen ich selber erstaunt war, wie gut es lief, wie Österreich oder Italien. Ich habe besser gelernt, die Reifen am Leben zu erhalten. Am Anfang der Saison tat ich mich schwer, da den Kniff zu finden. Ab da ging es nach oben", sagte er.

Fahrgefühl und Speed stimmten

Das Fahrgefühl stimme, und er habe den Speed gehabt, um regelmäßig in den besten Fünf zu fahren. "Das war positiv", so Schumacher. Eher anders vorgestellt hatte er sich die Auswirkungen des freien Trainings. "Wir kommen extrem wenig zum Fahren. Das ist in dieser Meisterschaft ganz schwierig. Ich gehe aber davon aus, dass mir das alles in der kommenden Saison leichter fallen wird, weil ich den Wagen kenne, die Strecken, die ganzen Abläufe."

Mehr Erfahrung geht aber auch mit mehr Druck, mit höheren Erwartungen einher. Die Probezeit ist beendet, wenn Schumacher in die Formel 1 will, sollte er 2020 regelmäßig vorne mitfahren, um zu beweisen, dass er bereit ist. Er selbst weiß das natürlich. "Ja, mein Ziel ist es, mit den Besten mitzuhalten, wenn nicht an der Spitze zu fahren."

Und was, wenn er den Nachweis seiner sportlichen Reife schuldig bleibt? Hat er einen Plan B? Eine Alternative?

Nein: "Ich will dafür sorgen, dass Plan A funktioniert."

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